Redaktionserklärung des AfA-Infoblatts: Der Klassenkampf stellt neue Aufgaben, neue Aufgaben erfordern neue Taten!

Als wir 2014 mit dem „Antifaschistische Aktion – Infoblatt“ starteten, war die antifaschistische Bewegung die dominierende Bewegung innerhalb der fortschrittlichen Kräfte und Bewegungen der Massen in Österreich. Wir schlossen uns damals – aus unterschiedlichen Initiativen und Organisationen kommend, meist aber zuvor nirgendwo organisiert – zu einer Redaktion zusammen, um innerhalb der antifaschistischen Bewegung die klassenbewussten und revolutionären Kräfte zu unterstützen, ihren Kampf wenn möglich zusammenzufassen und ihm eine gewisse Perspektive und Orientierung zu geben.

Das AfA-Infoblatt kam dieser Aufgabe nach. Es wurde ein wichtiges Instrument um in vielen Punkten Klarheit zu schaffen, um gegen opportunistische und reformistische Trends in der antifaschistischen Bewegung zu wirken und die kommunistischen und revolutionären Kräfte in ihr zu stärken. Ein kämpferischer Internationalismus war von Beginn an ein kennzeichnender Bestandteil des AfA-Infoblatts, beispielsweise mit Artikeln über die indische Revolution, oder Berichterstattung in Solidarität mit den antiimperialistischen, antifaschistischen Kräften in der Ukraine, und konnte mehr oder weniger kontinuierlich ausgebaut werden. Außerdem war das AfA-Infoblatt vielen Genossinnen und Genossen, Leserinnen und Lesern, ein wichtiges Instrument für Diskussionen, Politisierung und darin, ihren Zusammenschuss zu fördern. Das brachte uns in die Lage, dass wir unsere Redaktionsarbeit in mehreren Bundesländern entwickeln und damit auch immer besser lokale Ereignisse aufgreifen konnten.

Die Entwicklung der Allgemeinen Krise des Kapitalismus bringt eine massive Welle an Angriffen auf die Arbeiterklasse und die Massen mit sich. Die wirtschaftlichen und demokratischen Rechte stehen unter Beschuss, die Krisenlasten sollen weit über die Arbeiterklasse hinaus auch auf die StudentInnen, die kleinen Selbstständigen, die Angestellten, usw. abgewälzt werden. Das bringt es mit sich, dass der Kampf um wirtschaftliche und demokratische Rechte, wie es beispielsweise Initiativen gegen Arbeitslosigkeit, Demonstrationen gegen Fabrikschließungen, Bewegungen für den Ausbau der sozialen Versorgung, usw. zeigen, immer stärker ins Zentrum der politischen Aufmerksamkeit der Massen in Österreich rückt. Es ist nicht vermessen, wenn wir davon sprechen, dass sich der Klassenkampf in einer neuen Lage befindet. Das bedeutet, dass auch für die bewussten und organisierten Teile der Arbeiterklasse und der Massen neue Aufgaben anstehen.

Seit einiger Zeit spiegelten sich diese neuen Aufgaben im AfA-Infoblatt recht auffallend wider. Das ist gut und wir können daran nichts schlechtes erkennen, erfordern die Zeit und ihre Umstände doch auch neue Taten. Diesen wollen wir uns mit aller Kraft widmen, denn es gilt, unsere von Beginn an verfolgten Ziele und Aufgaben auf neue Art, auf eine komplexere und daher höhere Art, weiter zu bringen. So können wir der Arbeiterklasse in ihrem Kampf besser dienen und damit auch den Massen und ihren Interessen. In Erwägung dieser Tatsachen, wollen wir hiermit mitteilen, dass das AfA-Infoblatt sein Erscheinen in der derzeitigen Form einstellt. Es wird keine Print-Ausgabe mehr geben, die Homepage wird an lokale antifaschistische Initiativen übergeben, die sie jeweils für ihre konkreten und unmittelbaren Anliegen und Anlässe nutzen werden. Entsprechend sind alle Beiträge auf der Homepage die vor dem 24. Oktober 2021 veröffentlicht und hier nach wie vor einsehbar sind, als Archiv zu verstehen. Alle zukünftigen Beiträge und Meldungen die veröffentlicht werden, sind von jenen Initiativen verantwortet, die sie hier in anlassbezogen publizieren werden, das bisherige Redaktionskollektiv des AfA-Infoblatts löst sich aber auf. Doch Antifaschismus bleibt ein wichtiges, hohes Anliegen, insbesondere in einer Zeit, in der die demokratischen Rechte immer mehr eingeengt und abgebaut werden und der Imperialismus mit neuen ungerechten, räuberischen Kriegen schwanger geht. Denn nach wie vor ist richtig, dass der Faschismus nicht die Herrschaft aus der Fassung geratener Banden und reaktionärer Kleinbürger ist, sondern eine Herrschaftsform des Finanzkapitals, also der dominierenden Fraktion der herrschenden Kapitalistenklasse. Nur wenn sie stürzt, ihr Staatsapparat zerschlagen und die Herrschaft der Arbeiterklasse errichtet wird, ist die faschistische Gefahr auf Dauer gebannt.

Die Mehrheit der bisherigen Redaktion wird sich in ihrer Arbeit den neuen Aufgaben für einen klassenbewussten, kämpferischen Journalismus zuwenden. Die Aktivistinnen und Aktivisten des AfA-Infoblatts bleiben in unterschiedlichen politischen Initiativen und Organisationen aktiv, werden in ihnen arbeiten und mit ihrem Aktivismus und der politischen Erfahrung von sieben Jahren AfA-Infoblatt den Arbeiter- und Massenbewegungen dabei dienen, die nächsten Schritte zu gehen.

Viele unserer mit dem AfA-Infoblatt gesteckten Ziele konnten wir erreichen, die meisten sogar. In über sieben Jahren unserer Tätigkeit, publizierten wir eine Unzahl an digitalen Aritkeln und brachten 83 Nummern unserer Zeitung in gedruckter Form heraus. Wir begleiteten hunderte Demonstrationen und Kundgebungen, berichteten aus Arbeitskämpfen ebenso, wie von antifaschistischen Blockaden und internationalen Veranstaltungen und Aktionen. Das brachte nicht nur viel Erfahrung mit sich, sondern auch viele Freundschaften, Allianzen und Bündnisse. Den dabei Beteiligten wollen wir ebenso unseren herzlichen Dank aussprechen, wie den RedakteurInnen, AktivistInnen, KorrespondentInnen und GastautorInnen, die viel Arbeit, Zeit und Kraft in unser gemeinsames AfA-Infoblatt investiert haben. Dieser Dank gilt auch allen unseren UnterstützerInnen, AbonnentInnen und LeserInnen, die uns immer wieder ihre Solidarität zeigten, sich einbrachten wie es ihnen möglich war und uns auch immer wieder ihre Kritiken zukommen ließen. Sie alle haben einen große Anteil daran und waren unverzichtbar, dass das AfA-Infoblatt seine Rolle gut erfüllen konnte und zu einem lebendigen Organ und Sprachrohr des revolutionären und demokratischen Aktivismus in Österreich werden konnte das auch international sehr gerne gelesen und abonniert wurde.

Wir sind der festen Überzeugung, dass politische Bewegungen ihre eigenen Medien brauchen und sich nicht von der bürgerlichen, kapitalistischen Propaganda abhängig machen dürfen. Daher könnten wir uns nicht neuen Aufgaben zuwenden, wenn die Frage journalistischer Selbstständigkeit demokratischer und revolutionärer Kräfte nicht beantwortet wäre. Da kämpferischer Journalismus wichtig und notwendig ist, wollen wir hier auch eine Empfehlung für eine andere und neue Zeitung in Österreich aussprechen: Die Rote Fahne (LINK). Wir wollen sie allen unseren LeserInnen, AbonnentInnen, AktivistInnen, UnterstützerInnen, KorrespondentInnen, usw. ausdrücklich empfehlen und sind uns sicher, dass diese Zeitung ihren Aufgaben in der neuen Lage des Klassenkampfes gerecht werden wird: http://www.rotefahne.at

Ein bisschen wehmütig, doch mit zuversichtlichem und festem Blick in eine rote Zukunft, verabschieden wir uns hiermit von euch.

Kämpferischer Antifaschismus voran!

Solidarische Grüße,

Redaktionskollektiv des AfA-Infoblatts

Plakat zu „80 Ausgaben AfA-Infoblatt“

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