Eine neue Zeitung: Die Rote Fahne

Seit Kurzem gibt es eine neues Zeitungsorgan aus Österreich, das wir unseren Leserinnen und Lesern sehr empfehlen möchten: „Die Rote Fahne. Revolutionäre demokratische Zeitung“. Die Zeitung ist online zu finden (rotefahne.at), wobei es auch eine monatliche Druckausgabe geben soll.

Die Redaktion der Zeitung legt im „Über uns“ der Zeitung ausführlich dar, warum es eine unabhängige Presse braucht, welche nicht den Mächtigen, sondern den Unterdrückten und Ausgebeuteten dient. Die Medien der Herrschenden sind Organe, die mit den kapitalistischen Monopolen und dem Staatsapparat verschmolzen sind. Sie lenken die Aufmerksamkeit der Konsumentinnen und Konsumenten von den grundsätzlichen Fragen unserer Gesellschaft, der internationalen Lage und ihrer Epoche ab. Sie predigen stattdessen eine entpolitisierte Berichterstattung, in der das Volk die Politik zu erdulden hat und bestenfalls bei Wahlen seine Meinung zum Ausdruck bringen kann.“ (Auszug aus dem „Über uns“) Dagegen sei es die demokratische Presse, die den Gemeinschaftssinn und die Solidarität [fördert] und vertritt die Überzeugung, dass ‚die Wahrheit nicht sterblich, die Lüge nicht ewig‘ ist.“ Dieser Grundsatz bestätigt sich auch in der wachsenden Unzufriedenheit und dem Misstrauen gegenüber den Medien der Monopolpresse, der sogenannten „Mainstream-Medien“.

Ein hervorzuhebender Punkt aus dem Selbstverständis dieser neuen Zeitung ist auch ein Aspekt der politischen Funktion der imperialistischen Presse. Es heißt dort, diese „propagiert die Selbstsucht und Vereinzelung gegen das Kollektiv, den Gemeinschaftssinn und die Solidarität. Ihre politische Funktion besteht nicht nur in der Verschleierung und Ablenkung von Ausbeutung und Unterdrückung, sondern auch darin zu verhindern, dass sich die Ausgebeuteten und Unterdrückten zusammenschließen, ihre gemeinsamen Interessen erkennen und zu handeln beginnen.“ Dass das Pressewesen im Allgemeinen nur die Funktion der „neutralen Berichterstattung“ oder „Informationsquelle“ hätte, ist die pseudo“neutrale“ Meinung die durch die Herrschenden und ihre Institutionen verbreitet wird. Das Pressewesen war auch in der Geschichte der Arbeiter- und Volksbewegung keine „neutrale“ Instanz, sondern ein hart umkämpftes Feld zwischen Herrschenden und Beherrschten. Sich eine eigene Presse zu schaffen, die den Ausgebeuteten und Unterdrückten dienlich ist, ist Teil des demokratischen und revolutionären Kampfes der Arbeiter und Massen. Im Statement der „Roten Fahne“ steht: Es ist eine Illusion zu glauben, dass es eine demokratische Presse geben könnte, die keinen kämpferischen und parteiischen Charakter hat. Die demokratische Presse ist nicht „neutral“ und nicht unparteiisch, sie arbeitet im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung.“

„Die Rote Fahne“ hat neben der allgemeinen Berichterstattung mit den Rubriken Österreich, International und Feuilleton, auch eine Rubrik „Dossier“, was soviel wie „Sammlung von Schriftstücken zu einem Thema“ (Österreichisches Wörterbuch) heißt. Das aktuelle Dossier (es soll monatlich aktualisiert werden) ist eine Zusammenstellung von Artikeln über Fragen der Revolution in Peru. Auch das „AfA-Infoblatt“ berichtete vor allem in der letzten Zeit häufiger zu diesem Thema, weswegen wir den interessierten Leserinnen und Lesern die Beiträge des Dossiers sehr empfehlen können. Die Beiträge widmen sich unter anderem militärischen Aspekten der Revolution, dem aktuellen Präsidenten Pedro Castillo, als auch der Malerei als Teil des künstlischen Ausdrucks der revolutionären Bewegung.

Das aktuelle Dossier

Der Name der Zeitung ist nicht zufällig gewählt, wie es auch schon im Titel „Seit 1918“ heißt. Im „Über uns“ wird die mehr als hundertjährige Kontinuität der „Roten Fahne“ kurz dargelegt und gezeigt, dass sie Bestandteil aller großen Kämpfen der Arbeiter- und Volksbewegung in Österreich war. Selbst als Österreich durch die Nazifaschisten besetzt war, wurde die Zeitung illegal weiter herausgegeben. Nicht umsonst heißt es am Ende des Statements: Heute ist Die Rote Fahne ein Organ, das den fortschrittlichen Teilen des Volkes dabei helfen soll, revolutionäre und demokratische Einheit herzustellen. Dem großen Erbe und Charakter verpflichten wir uns mit diesem Auftrag.“

So ein Organ braucht es unbedingt, deshalb möchten wir dieses auch unterstützen und seine Verbreitung fördern. Ganz mit Bertolt Brecht gesprochen:

Herr Keuner begegnet Herrn Wirr, dem Kämpfer gegen die Zeitungen. »Ich bin ein großer Gegner der Zeitungen«, sagt Herr Wirr, »ich will keine Zeitungen.« Herr Keuner sagte: »Ich bin ein größerer Gegner der Zeitungen: Ich will andere Zeitungen.«

Johanna K.

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