Proteste für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal in Wiener Kindergärten und Horten

Schon seit Jahrzehnten wird auf die schlechte Situation des Personals, sowie der Kinder in Kindergärten und Horten aufmerksam gemacht. Mit der Krise verschärften sich viele Probleme und neue kamen dazu. Nun fanden am 12. und am 14. Oktober in Wien zwei Proteste für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal statt.

Am Dienstag den 12. Oktober protestierten PädagogInnen der privaten Wiener Kindergärten und Horte. 5.000 haben sich an den schon lange geplanten öffentlichen Betriebsversammlungen beteiligt. Vor allem PädagogInnen, aber auch Eltern, Kinder und UnterstützerInnen bildeten ein Meer aus Warnwesten, Schildern und Transparenten im Votivpark. Ihre Forderungen konnten weder übersehen noch überhört werden: Für eine qualitative Betreuung und Bildung in den Kindergärten und Horten braucht es mehr Geld, kleine Gruppen und mehr Personal. Sie forderten auch eine Ausbildungsoffensive, eine gesetzliche Vorbereitungszeit und höhere Löhne. Die meisten Privatkindergärten blieben deshalb bis 12:30 geschlossen.

Am Donnerstag, den 14. Oktober, fand sich am Minoritenenplatz in Wien eine ebenfalls lautstarke Menge ein, um für bessere Bedingungen in den öffentlichen Kindergärten zu protestieren. Obwohl die Kindergärten an diesem Tag geöffnet blieben, weshalb es für viele Beschäftigte nicht möglich war sich zu beteiligen, herrschte auch hier eine gute Stimmung. Zugleich muss gesagt werden, dass es eine Frechheit ist, dass trotz Protestkundgebung die Kindergärten geöffnet waren und viele PädagogInnen deshalb nicht teilnehmen konnten. Auf zahlreichen Schildern wurden Forderungen nach mehr Personal, höheren Löhnen und kleineren Gruppen hochgehalten.

Bereits die Ankündigung der Proteste veranlasste zu ersten Zugeständnissen. So hat die Stadt Wien beispielsweise die Verdopplung der Assistenzstunden in den Kindergruppen von 20 auf 40 Stunden angekündigt. Die Zugeständnisse sind aber nicht genug, im Gegenteil entspricht beispielsweise die Erhöhung der Assistenzstunden gerade nicht den Forderungen der Angestellten. Assistenzkräfte haben eine bei weitem schlechtere Ausbildung und verdienen dementsprechend wenig. Es braucht eine Erhöhung der qualifizierten PädagogInnen. Darin waren sich alle versammelten ElementarpädagogInnen einig: Der Protest geht weiter!

Bildbeschreibung: Auch der Frauenstammtisch Wien beteiligte sich an den Protesten. Flugblätter für das am 17.10. stattfindende und vom Stammtisch organisierte Symposium „Bildung in der Krise?!“ wurden mit großem Interesse entgegengenommen. (Hier mehr Infos zum Symposium)

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