Statt Gmunder Auwald soll Parkplatz kommen.

Gmunden ist eine der wenigen Städte, die fußläufig zum Zentrum über einen Auwald mit teilweise weit über 120 Jahre alten Bäumen verfügt. Dieser soll nun einem Parkplatz weichen.

Viele Gmundner schätzen ihren Auwald als Naherholungsgebiet. Der kleine Wald säumt eine Seite der Orther-Bucht am Traunsee und trennt die Landzunge auf der sich die Villa Toskana und der dazugehörige Park befinden vom Ufer, Strandbad und Straße. Ein Auwald mitten im Stadtgebiet, das gibt es nicht oft. Gleichzeitig will die Stadtregierung den elitären „Kongresstourismus“ fördern, wofür vor allem die Villa Toskana, in der zahlreiche internationale und bundesweite Kongresse stattfinden, ihre Kapazitäten erhöhen soll – was das Verlangen nach mehr Parkplätzen ins Spiel bringt.

Der Auwald soll zu einem große Teil der Vergrößerung eines Parkplatzes um 220 Plätze zum Opfer fallen. Als das wütende Kritik in der Bevölkerung auslöste, putze sich die Stadtregierung (ÖVP) ab und verwies darauf, dass sie beim Auwald angeblich nichts mitzureden habe, da dieses Areal der Bundesimmobiliengesellschaft gehört und die Entscheidung damit nur bei dieser und dem Bauherren liegen würde. Das ist natürlich nur eine Ausrede, denn auch wenn die Besitzverhältnisse so sind, hat die Stadtgemeinde ein gewichtiges Wort mitzureden und viele Möglichkeiten, solche Pläne zu verhindern. Stattdessen fördert man aber den „Kongresstourismus“, der wirtschaftlich für die lokale Bevölkerung kaum etwas bringt, sehr wohl aber höhere Einnahmen für Hotelbesitzer und Spitzentourismus bedeutet.

Der Auwald wird geschlägert und mit dem Parkplatz wird weitere Bodenversiegelung betrieben. Gleichzeitig ist die Stadtgemeinde Mitglied beim Klima- und auch beim Bodenbündnis. Das zeigt gut, dass man auf solche „hochoffiziellen“ Klima- und Naturschutzprojekte nichts halten kann! Die Gmundnerinnen und Gmundner hingegen setzten sich für ihren Auwald ein und wollen sich dieses kleine Juwel nicht nehmen lassen. Damit leisten sie mehr Umweltschutz, als alle hochoffiziellen „Umweltbündnisse“ der bürgerlichen Politik zusammen, denn diese lösen sich in Luft auf, sobald es um den Profit geht.

Sepp P.

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