BMW Steyr meldet 800 Mitarbeiter zur Kurzarbeit an

BMW Steyr hat 800 Arbeiter zur Kurzarbeit angemeldet. Mit 1. September werden diese wieder um einen Teil ihres Lohnes gebracht.

„Es müssen aber nicht alle 800 Mitarbeiter zu hause bleiben“, sagte ein Unternehmenssprecher. Bilanz werde zu Monatsende gezogen. Das bedeutet also, dass die Kollegen völlige Unklarheit haben, wie viel Geld ihnen am Monatsende noch bleibt. Also noch größere „Flexibilisierung“ auf Kosten der Arbeiter.

Die Kurzarbeit wird mit Produktionsengpässen argumentiert, weil gewisse Chips nicht lieferbar sind. Es sollen also die Arbeiter für die Produktionsengpässe zahlen. Wie selbstverständlich wird so getan, als ob es sich bei BMW um ein kleineres Unternehmen handeln würde und „kein Geld“ mehr da wäre – was natürlich nicht stimmt. In Wirklichkeit geht es darum, die Kurzarbeit als Mittel zu nutzen, um Profitverluste auf die Arbeiter und Steuerzahler abzuwälzen.

Mit Produktionsengpässen wurde auch bei MAN Steyr argumentiert und später stellte sich heraus, dass das nicht gestimmt hat. Es waren sogar Staatsaufträge in Millionenhöhe sowie staatliche Förderungen an den Konzern gezahlt worden, während dieser Millionen an die Aktionäre auszahlte. Und das obwohl der Konzern angekündigt hatte, den Steyrer Standort mit 2.300 Mitarbeitern zu schließen, was darüber hinaus zur Vernichtung von über 8000 Arbeitsplätzen in der Region geführt hätte. Wie bei MAN, wo die ÖGB-Führung nun die Kündigung von 500 Kollegen und Lohnkürzungen von 15% als „gute Lösung“ begrüßte, wurde auch die Kurzarbeit von BMW durch die Sozialpartner ausgehandelt.

Für die Arbeiter und die Bevölkerung von Steyr heißt das, dass die Bedrohung von Lohnkürzungen und Arbeitslosigkeit nicht „zu Ende“ ist. Nach wie vor braucht es einen festen Zusammenschluss der Arbeiter, um sich gegen diese Angriffe zu wehren und für ihre Interessen zu kämpfen. Die Kollegen von BMW und von MAN haben gemeinsame Interessen sich gegen Lohnraub und Arbeitsplatzabbau zur Wehr zu setzen.

Manfred T.

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