85 Jahre Internationale Brigaden – Bis heute starkes Zeichen des Internationalismus!

Als am 18. Juli 1936 der Spanische Bürgerkrieg, ausgelöst durch einen Putschversuch faschistischer Generäle, begann, löste dies eine große Welle der internationalen Solidarität aus. Neben großen Spendenaktionen folgten 40.000 Freiwillige aus den unterschiedlichsten Ländern dem Aufruf der Kommunistischen Internationale, bildeten die Internationalen Brigaden und setzten ihr Leben ein im erbitterten Kampf gegen die Faschisten in Spanien!

Kundgebung ehemaliger Schutzbündler in Spanien.

In ganz Europa, sowie auch in Teilen Asiens war der Faschismus auf dem Vormarsch. Unter anderem kämpfte im Februar 1934 das österreichische Proletariat erbittert gegen die Austrofaschisten, in Italien kämpfte das Proletariat gegen die Mussolini-Faschisten, in Deutschland gegen die Nazibestie und das chinesische Volk gegen den japanischen Faschismus. Als die damals schon faschistischn Staaten Deutschland und Italien sich vereinten, um Franco in Spanien den Putsch gegen Republik und Arbeiterklasse zu ermöglichen, ergriffen auch breite Teile der Bevölkerungen, insbesondere die Arbeiter, international vereint wichtige Gegenmaßnahmen.

Neben politischen Kampagnen für Hilfs- und Spendenaktionen, verkündete die Kommunistische Internationale am 3. August 1936 eine Resolution zur Aufstellung einer Internationalen Brigade, zur militärischen Unterstützung der Kämpfe in Spanien. Der Aufruf zur internationalen Solidarität erhielt ein breites Echo. Alleine in Moskau versammelten sich 120.000 Werktätige um mit Transparenten und Plakaten ihre Solidarität mit der spanischen Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen. Ein Fonds wurde gegründet und von Moskau, über London bis New York wurde in Fabriken und Wohnvierteln fleißig gesammelt. Eine von zahlreichen Demonstrationen der Solidarität wurde in New York abgehalten, mit 20.000 Teilnehmer, die folgendes Telegramm verfassten: „20.000 Arbeiter New Yorks versprechen den Helden des antifaschistischen Kampfes in Spanien jegliche Unterstützung. Es lebe die antifaschistische proletarische Solidarität! Sie wird zur internationalen Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen den Faschismus beitragen.“

Auch aus Österreich gab es tatkräftige Unterstützung. Nicht weniger als 1.400 Freiwillige meldeten sich und gingen nach Spanien. Die Mehrheit von ihnen kam aus den Reihen der Kommunisten. 250 gaben in Spanien ihr Leben, im Kampf gegen den Faschismus. Die Mehrheit der Österreicher kämpfte im Bataillon „12. Februar“ (im Gedenken an die Februarkämpfe 1934), welches am 1. Juli 1937 auf Initiative des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs gegründet wurde und während seines Einsatzes sogar eine eigene Zeitung herausbrachte. Für seine Verdienste im Kampf wurde dem 12.-Februar- Bataillon die Fahne der XI. Internationalen Brigade (wovon es Teil war) verliehen. Diese Fahne befindet sich heute noch im Archiv der KPÖ, wenngleich auch diese Partei heute nichts mehr gemein hat mit den Kämpfern von damals, ist die Fahne nach wie vor Ausdruck für die Stärke und Entschlossenheit, welche die KPÖ damals repräsentierte. Die Fahne wurde durch große Mühen, Risiken und Umwege von Spanien, über ein Lager in Frankreich, nach Jugoslawien und schließlich nach Österreich gebracht. In diesem Selbstverständnis wurde der internationale Kampf der Arbeiterklasse und Volksmassen gegen den Faschismus durch die Kommunisten Österreichs hochgehalten!

Von faschistischer und antikommunistischer Seite gibt es eine Vielzahl an Vorwürfen gegen die Kommunistische Internationale. Sie habe die Brigaden benutzt, Moskau diktierte usw. Die Tatsachen zeigten jedoch ein anderes Bild: Die Brigaden waren eine Unterstützung für die Kommunisten, Antifaschisten und Demokraten in Spanien, keinesfalls sollten sie dort eine Revolution „importieren“. Ja, es herrschte strenge Disziplin unter einem internationalen Kommando, doch das ist weder aus politischer, noch aus militärischer Sicht verwerflich, sondern verhalf im Gegenteil schlussendlich zum internationalen Sieg über den Faschismus!

Der Jahrestag der Internationalen Brigaden ist ein Tag der gefeiert und hochgehalten werden muss – von allen revolutionären und antifaschistischen Kräften. Bis heute sind sie einer der stärkste Ausdrücke der internationalen Solidarität. Die Solidarität mit dem antifaschistischen Volkskrieg in Spanien reichte von Geldspenden, Hilfsmittelsammlungen, medizinischer Unterstützung, logistischer Unterstützung, Unterstützung durch Flugblätter und Artikel, über Demonstrationen und Kundgebungen bis hin zum gemeinsamen bewaffneten Kampf, Schulter an Schulter, international vereint gegen den Faschismus. All das war notwendig zur Organisierung der Internationalen Brigaden, ein Beispiel von dem es bis heute zu lernen gilt!

Lisa F.

Österreichische Spanienkämpfer bildeten das „12. Februar“ Bataillon auf Initiative des ZK-Mitgliedes der KPÖ, Franz Honner (2. vl.).

Anna Peczenik

Unter den Österreichischen Freiwilligen waren auch Frauen, die oftmals im Sanitätsdienst tätig waren. So auch Anna Peczenik (geb. Gadol), eine Kindergärtnerin und Mitglied der KPÖ. Sie leistete ihren internationalistischen Dienst unter den Internationalen Brigaden und setzte später auch ihre Arbeit, getarnt als französische Fremdarbeiterin, für die illegale KPÖ im besetzten Österreich fort. Unter anderem übernahm sie für die Parteileitung Kurierfunktionen zwischen Österreich und Frankreich. Sie wurde 1944 durch die Gestapo in Paris ausgeforscht und ermordet oder, was nicht geklärt werden konnte, durch die Verhöre in den Selbstmord getrieben.

Julius Günser

Julius Günser, 1910 in Wien geboren, leistete als Student schon 1934 Widerstand gegen den Austrofaschismus und wurde wegen illegaler kommunistischer Aktivitäten zu drei Monaten Arrest und sechs Monaten KZ Wöllersdorf verurteilt. Daraufhin wurde er von der Universität ausgeschlossen, da sein Verhalten „eines Akademikers unwürdig“ sei. Günser wurde erneut verhaftet, konnte fliehen, ging zunächst nach Brno/Brünn und anschließend in die Sowjetunion, wo er in Moskau an der Lenin-Schule unterrichten konnte. Von dort aus reiste er 1937 nach Spanien, als Teil der Internationalen Brigaden im Kampf gegen den Faschismus. Ab 1939 war er im französischen und belgischen Widerstand aktiv. Später ist anzunehmen, dass Günser als „Gustav Meyer“ 1943 wieder nach Österreich kam und in den Reihen der KPÖ Widerstand leistete. Noch im selben Jahr wurde er durch die Gestapo geschnappt und schließlich im KZ Mauthausen nur wenige Monate vor der Befreiung, am 19. Februar 1945, ermordet.

Die Kommunistische Internationale schreibt im September 1936 über Berichte aus der ganzen Welt: „Die Hafenarbeiter von New York und die Bergarbeiter von England, die Arbeiter der Pariser Vororte und die Bauern Chinas, die Arbeiter und Kollektivwirtschafter der großen Sowjetunion, die alle Mühsal und Qualen des Bürgerkrieges durchgemacht haben und siegreich die sozialistische Gesellschaft aufbauen – alle Antifaschisten und Anhänger des Friedens auf der ganzen Welt verfolgen mit ungeschwächter Aufmerksamkeit und tiefer Erregung den heldenhaften Kampf des spanischen Volkes gegen die faschistischen Meuterer. Grenzenlos ist die Kraft der internationalen proletarischen Solidarität!“

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