Waldbrände in Griechenland: massive Kürzungspolitik trägt Schuld an der Katastrophe!

Patrols everywhere, fire brigades nowhere!“, dieser Satz ging in den letzten Wochen in Griechenland viral. Denn, „Polizeikontrollen überall, Feuerwehr nirgends“, beschreibt sehr gut die traurige Realität in Anbetracht der verheerenden Waldbrände. Während die Medien es zu vertuschen versuchen, weiß die griechische Bevölkerung sehr wohl um die Verbrechen der Regierenden bescheid: Es gibt bei weitem mehr öffentliche Gelder und Ressourcen zur Repression und Überwachung, als zur Bekämpfung der gefährlichen Waldbrände!

Medial hört man in den letzten Tagen vermehrt, welche verheerenden Folgen der Klimawandel bringen würde und dass es dringenden Handlungsbedarf gäbe – doch zielt die Diskussion absolut ins Leere, wenn man sich die griechischen Verhältnisse nur ein bisschen genauer ansieht: Die Feuerwehrleute wurden in den vergangenen Jahren drastisch dezimiert, es gibt viel zu wenig und zudem veraltete Ausrüstung, die Hauptlast liegt bei freiwilligen Helfern und den betroffenen Bewohnern. Unter den freiwilligen Helfern gab es bereits einen Toten! Dutzende von Dörfern sind evakuiert worden, hunderte von Häusern wurden zerstört, ebenso hunderte von Ernten und Arbeitsplätzen, aber oftmals gibt es nicht einmal einen Plan für die Evakuierung von Städten und Dörfern!

Das ist aber keine neue Situation, die nun erst mit der Zunahme des „Klimawandels“ begonnen hätte. Schon 2018, als heftige Waldbrände wüteten, wurde die Kritik laut, dass Griechenland keine ausreichende Feuerwehrleute und Ausrüstung hätte. Die Regierung selbst beklagte damals, sie habe aufgrund von EU-verodneten Sparmaßnahmen die Löschfahrzeuge in den vergangenen Jahren nicht modernisieren können, es waren damals von 16 Maschinen lediglich 4 einsatzbereit. Damals wurde Anfang August bereits von 91 Toten, 25 Vermissten und 43 in Lebensgefahr Schwebenden durch die Brände berichtet. Schon zwischen 2009 und 2014 wurden aufgrund der EU-„Rettungsschirme“ massive Kürzungen vorgenommen. Die öffentlichen Ausgaben wurden von 72 Milliarden auf 56 Milliarden gekürzt, besonders bei Pensionen, im öffentlichen Dienst und bei öffentlichen Investitionen, die gar von 7,6 Milliarden auf 1,6 Milliarden gekürzt wurden. Zu Recht folgten damals schon Demonstrationen von Feuerwehrleuten, sowie eine der größten und sehr kämpferischen Protestbewegung breiter Teile der griechischen Bevölkerung.

Egal ob konservative oder angebliche „linke“ Regierungsparteien wie SYRIZA, es ist nichts anderes als Augenauschwischerei, wenn sie den Zustand und den Kürzungszwang durch die EU beklagen, folgen sie doch in der Praxis als braves Hündchen ihren Herren. Während bei Feuerwehren und deren Ausrüstung weiterhin gekürzt wurde, wurden Polizei und Militärausrüstung aufgestockt!

Während die Herrschenden meinen, „wir machen was wir können“, betrieben sie jahrelang eine Politik die das Gegenteil beweist: Der Forstdienst, der für die Bewachung der Wälder, aber auch für die sofortige Löschung von Bränden zuständig war, wurde de facto abgeschafft, das Personal der Feuerwehr wurde abgebaut und es gibt mangelnde und veraltete Ausrüstung! Früher standen in den Bergdörfern und auf den Inseln immer mindestens ein Feuerwehrauto zur Verfügung, das gibt es heute nicht mehr!

Die große Solidarität in der Bevölkerung, die zahlreichen Helfer sind gut und wichtig um die schlimmsten Auswirkungen abzumildern, doch braucht es dringend professionelle Feuerwehrleute und dementsprechende Ausrüstung!

Die Volksmassen sind zu Recht zornig, haben sie doch die Vergleiche gesehen. Während es an Feuerwehrleuten mangelt, wird der Polizeiapparat ausgebaut. Während an allen Fronten der Brände 2.000 Feuerwehrleute ununterbrochen im Einsatz sind, standen alleine bei einer Demonstration in Athen 5.000 Polizisten bereit um gegen die Volksmassen zu kämpfen. Für viele bestätigt sich das Bild: Zum Schutz der Bevölkerung wird gespart, während auf Protestierende, Jugendliche, Regierungskritiker, Obdachlose usw… Jagd gemacht wird – angeblich zur Bekämpfung der Kriminalität!

Auf Hilfe durch die Herrschenden können die Bewohner der betroffenen Gebiete nicht hoffen, im Gegenteilig ist es nichts anderes als Spott, wenn sie heute zu hören bekommen „es spielt keine Rolle, dass ihr alles verloren habt, solange ihr lebt“. Nichts anders als Spott ist es außerdem, wenn die europäischen Medien jetzt voll sind mit Debatten zum Klimawandel, aber dazu Schweigen, dass es die Politik imperialistischer Staaten der EU ist, welche diese Katastrophe mitverursachte!

Die katastrophale Situation auf Grund der Waldbrände ist nicht einfach eine Naturkatastrophe, oder auf den „Klimawandel“ zu schieben – es ist die Politik der Herrschenden, es ist die imperialistische Ausplünderung Griechenlands, die die Bevölkerung in große Not treibt!

Nora D.

Quellen:

www.tt.com, „Waldbrände in Griechenland – heftige politische Kontroverse“, 2.8.2018

www.handelsblatt.com

https://antigeitonies3.blogspot.com/

Bild: https://antigeitonies3.blogspot.com/

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