Die „Kärntner Linien“ – Privatisierung auf Kosten der Arbeiter und des Volkes

-LOKALBERICHT-

Die malerische Landschaft Südkärntens steckt voller lebendiger Geschichte und Tradition. Doch ohne größere Industriezentren ist in der Region die öffentliche Anbindung und die Arbeitssituation schwierig. Jetzt werden mit immer weiterer Privatisierung des öffentlichen Verkehrs die Anbindung der Region eingeschränkt und wichtige Arbeitsrechte ausgehebelt.

Die „Kärntner Linien“ fahren die Routen, die zuvor von der ÖBB und der Postbus AG abgedeckt wurden. Sie fahren seit ungefähr zwei Jahren unter diesem Namen privat im Auftrag der ÖBB. Wieso hat sich die ÖBB selber privatisiert? Wie ein Mitarbeiter berichtet wird das innerhalb der Firma ganz offen gesagt. „Es kommt ihnen billiger als wenn sie einen mit Fixlohn einstellen. Wir werden pro Kilometer bezahlt. Wenn es keine Fahrten gibt, werden wir nicht bezahlt.“

Dieses privatisierte Arbeitsverhältnis, bei dem wie bei einem Taxiunternehmen pro Kilometer gezahlt wird bedeutet für die Arbeiter einen massiv schlechteren Lohn als bei einem Job nach Kollektivvertrag, der pro Stunde gezahlt wird. Außerdem müssen so für jeden Verlust des „outgesourcten“ Unternehmens automatisch die Arbeiter zahlen.

Es sind die ÖBB und die Postbus AG selbst, die sich privatisiert haben um Arbeitsrechte abzubauen und somit die Ausbeutung der Arbeiter zu vertiefen. Das erinnert stark an die Privatisierung der Post. Auch damals wurden die Beamtenverträge der Postler durch massiv entrechtete, zum Teil scheinselbstständige Arbeitsverhältnisse ersetzt.

Seit Oktober hat sich unser Gebiet massiv ausgeweitet.“ Immer weitläufiger ist jetzt die Busverbindung mit dem Taxometer. Das wird auch damit argumentiert, dass durch die Corona-Maßnahmen kaum Schulkinder in die nächstgelegenen Städte fahren. Für die Bevölkerung bedeutet das eine nur noch schlechtere Anbindung. So fahren statt großen Bussen großteils nur noch PKWs. Außerdem wurden viele Linienfahrten durch Telefonbusse ersetzt, bei denen man im Vorhinein anrufen muss um eine Fahrt zu buchen. Die Informationen, wann man anrufen muss und wann der Linienbus fährt sind auf „oebb.at“ oft nicht aktuell, was die Benutzung der Busse zu einem Lottospiel macht.

Die Busfahrer erzählen: Oft haben wir nur noch einen Fahrgast pro Tag, der in die entlegeneren Dörfer will.“ Bei einer so schlechten Anbindung in weiten Teilen Kärntens und den gleichzeitig hohen Preisen für den öffentlichen Verkehr ist es kein Wunder, dass diejenigen, die weiterhin am Land leben lieber mit dem Auto fahren. Trotzdem ist die Verschlechterung der lokalen Anbindung natürlich auch ein Grund für Landflucht und verstärkt die Abwanderung aus der Region.

Die Privatisierung des öffentlichen Verkehrs in Südkärnten ist nicht nur ein Angriff der Herrschenden auf Arbeitsrechte, sondern auch auf die Bevölkerung in dieser Region, welche einzig und allein dazu dient die Profitrate zu erhöhen.

Hannes L.

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