MAN: Betriebsversammlung um wieder nichts zu wissen

Schon in den vergangenen Monaten wurde durch die Belegschaft bei MAN massiv kritisiert, dass sie kaum Informationen bekommen, vieles erst durch die Medien erfahren und hingehalten werden. Nicht überraschend also, dass es auch bei der Betriebsversammlung diese Woche hieß: Abwarten.

Zunächst geht‘s in den Betriebsurlaub. Danach, ab 22. August soll es Einzelgespräche mit jedem Arbeiter und Angestellten geben, so Wolf. Bis dahin (und voraussichtlich darüber hinaus) schwebt weiterhin das Damoklesschwert über den Kolleginnen und Kollegen. Fix ist: es wird Kündigungen geben, angesetzt sind immerhin 500. Fix ist: es gibt Lohnkürzungen. Bei den Arbeitern 15%, bei den Angestellten 10%. Weiter ist die Rede von einer Abfertigung von bis zu 10.000 €. Klingt zuerst viel, gestaffelt ist es jedoch mit einem Tausender pro gearbeitetem Jahr und maximal 10.000. Zudem sind 10.000€ keine Pension, was insbesondere jene Kollegen trifft die älter als 50 Jahre sind, falls diese gekündigt oder zum Gehen gedrängt werden.

Wir kennen sogenannte „Einzelgespräche“ auch aus anderen Branchen gut. Das wurde beispielsweise auch damals gemacht, als man bei der Post jene Kollegen mit den alten Verträgen loswerden wollte. Da gab‘s Einzelgespräche, da wurde Druck ausgeübt – bis hin zu richtigem Mobbing.“, kommentiert das ein Aktivist des Arbeiterstammtisches Linz/Steyr. Umso wichtiger ist es jetzt sich zusammen zu schließen und zu organisieren. Dieses Vorgehen, sowie das andauernde Stillhalten der Gewerkschaftsvertreter, spielen natürlich nur Siegfried Wolf und Konsorten in die Hände. Die Belegschaft wird unter Druck gesetzt, es gibt keine gemeinsame Lösung, kein gemeinsames Kampfziel – sondern Einzellösungen. Wo bleibt die Solidarität und der Zusammenhalt, von dem die Betriebsräte, Gewerkschaftsvertreter und Politiker im Herbst noch groß gesprochen haben?!

Jetzt steht erst einmal Urlaub auf dem Plan – Zufall, dass die Belegschaft jetzt noch rasch „informiert“ wurde, oder doch eher gezielte Taktik um so wenig Aufregung wie möglich zu verursachen? Die Kraft der Steyrer Arbeiterschaft ist nicht zu unterschätzen – doch nur, wenn sie sich einig ist. Was derzeit im MAN Werk passiert, folgt ganz dem Prinzip von „teile und herrsche“. Die Belegschaft wird gespalten in Arbeiter und Angestellte, es wird eine Furcht vor Kündigung verbreitet und zu guter Letzt trägt auch die Gewerkschaft dazu bei, indem sie individuelle Lösungen dem gemeinsamen Kampf vorzieht!

Dem entgegen können die Arbeiter nur nächste Schritte gehen, indem sie sich zusammenschließen! Indem sie beispielsweise Betriebsversammlungen einfordern – nicht um informiert zu werden, dass sie bald informiert werden – nein, sondern um entgegen der „Einzelgespräche“ vor der ganzen Belegschaft die Karten auf den Tisch zu legen. Die Arbeiter sind nur gemeinsam stark, bei individuellen „Lösungen“ werden sie immer den Kürzeren ziehen!

Keine faulen Kompromisse! Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Lisa F.

Bild: Betriebsversammlung, Mittwoch, 21.7.21; Quelle: https://www.meinbezirk.at/steyr-steyr-land/c-wirtschaft/aus-man-wird-steyr-automotive_a4779383#gallery=null

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