Gastronomie: Kein Wunder, dass sie kein Personal haben…

Im Folgenden veröffentlichen wir eine Korrespondenz einer Arbeiterin aus einem Gastronomiebetrieb in Niederösterreich. Danke für die Zusendung!

Die Bedingungen in der Gastronomie sind schlecht für die Beschäftigten – das ist nichts Neues: Schlechter Lohn, zu wenig Personal, Teildienste, Überstundenzwang… . Neuerdings hört man von allen Seiten, dass kein Personal gefunden wird. Ich kann dazu nur sagen, dass es mich nicht wundert, da die meisten Betreiber jetzt nach den Lockdowns noch eins drauf legen.

In meinem Betrieb, ein mittelgroßer Familienbetrieb in Niederösterreich, kann man mittlerweile nicht mehr arbeiten. Wir sind voll ausgebucht, aber dermaßen unterbesetzt, dass wir nicht einmal zum Essen eine Pause machen können. Bei weniger Personal wäre es notwendig, weniger Plätze zur Verfügung stellen. Aber nein, unser Chef verzichtet auf keinen Umsatz, damit wir eine Essenspause machen können. Auch wenn das letzte Jahr für viele hart war, warum aber sollen wir Arbeiter dafür bezahlen und uns kaputt arbeiten? Wir sind die, die sich den Arsch aufreißen und können uns dann auch noch vom Chef beschimpfen lassen, wenn wir einmal nicht so gut drauf sind.

Wir haben einen hohen Wechsel in der Gastro, daher hört und weiß man auch viel über andere Betriebe. Wir, die hier arbeiten, wissen schon ganz genau, wann wir unterbesetzt sind, wo wir wirklich schlecht verdienen und was es heißt wenn unsere Zeiten wirklich eingehalten werden. Kein Wunder also, dass sich aktuell, wo viele Betriebe ihren Umsatz erhöhen wollen (und teilweise wohl auch müssen), kaum noch Leute finden die das mitmachen!

Nina K.

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