Truppenabzug: Ende des Kriegs in Afghanistan?

Der Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan hat begonnen und mit dem 11. September soll dieser abgeschlossen sein. In den bürgerlichen Medien wird über „erreichte Ziele“ fantasiert, oder es werden groteske „Probleme“ in den Vordergrund gestellt, wie was nun mit dem Bier der deutschen Truppen nach dem Abzug geschehen soll. Wenn wir jedoch hinter die Lügen und diesen Zynismus blicken, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Elend, Perspektivlosigkeit und Zerstörung – das ist das Produkt des längsten Krieges in der Geschichte der USA, sowie vieler anderer NATO-Staaten. Dass dieser jetzt vorbei und alles wieder „gut“ wäre, ist Augenauswischerei. Über eine halbe Million Tote, ein zerbombtes Land, eine Unterernährung von über 30% der Bevölkerung, mehr als ein Drittel der Kinder ohne Möglichkeit die Schule zu besuchen, das sind die Resultate der imperialistischen Politik in Afghanistan. Seit 2001 gingen militärische Angriffe und “Entwicklungshilfe“ Hand in Hand. Das Land wurde destabilisiert und die NATO-Staaten, allen voran die USA, bauten eine ihnen treue Schicht, die von der „Entwicklungshilfe“ profitiert sowie abhängig ist, auf. Afghanistan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Es hat große Erdgas- und Erdölfelder und auch enorme Mengen an seltenen Erden, unter anderem Lithium. Diese werden zur Herstellung von allen mordenen Akkus von Smartphones, Laptops und Elektroautos, aber auch für den Bau von Flugzeugen benötigt. Die USA investierten über zwei Billionen Dollar um das Land durch Krieg zu destabilisieren und somit besser die Rohstoffe zu plündern und die Bevölkerung unterdrücken zu können!

Auch nach 20 Jahren konnten die USA, gemeinsam mit anderen Staaten aus dem NATO-Bündnis, ihre Ziele der Kontrolle Afghanistans nicht endgültig erreichen. Was sie jedoch erreicht haben ist, ein Land zu hinterlassen welches so instabil und zerstört ist, dass es auch für die imperialistischen Konkurrenz nicht kontrollierbar ist. „Failed States“ – ein Produkt des imperialistischen Systems! Der „Truppenabzug“ bedeutet jedoch noch lange nicht, dass USA und NATO aufhören ihre Politik weiter zu verfolgen. Wie vom US-Präsidenten Biden angekündigt, werden die afghanischen Truppen weiterhin unterstützt. Hierfür wird die USA auf Luft- und Drohnenangriffe, sowie auf verdeckte Operationen setzen. Seit Beginn des Krieges werden diese von Spezialeinheiten, sowie von privaten Militär- und Sicherheitsunternehmen durchgeführt. Diese ermorden und foltern ganze Familien auf Grundlage reines Verdachtes und das praktisch straffrei. Während sich die offiziellen Truppen zurückziehen, kommen immer weitere dieser Söldner nach Afghanistan. Auch die “Entwicklungshilfe“ wird von den imperialistischen Staaten des NATO Bündnisses fortgesetzt, das wurde auch von Österreich betont. Das afghanische Volk hat davon nichts, für sie steht hingegen Mord, Folter,Vertreibung und Perspektivlosigkeit auf der Tagesordnung.

Der Kampf gegen diese Verbrechen, der Kampf um die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung Afghanistans ist gerechtfertigt! Dieses Recht muss überall verteidigt werden – auch hier in Österreich. Der Österreich ist in diesem Krieg involviert: Auf der einen Seite bildet er die afghanischen Sicherheitskräfte aus und auf der anderen Seite wird Afghanistan durch “Entwicklungshilfe“ unterdrückt und ausgebeutet. Dies widerspricht grundsätzlich der Neutralität Österreichs. Es ist die Aufgabe der demokratischen und revolutionären Kräfte für deren Einhaltung zu kämpfen, sowie entschlossen die Beendigung jeder Kooperation Österreichs mit der NATO, sowie das Ende der Beteiligung an Auslandseinsätzen zu fordern!

Ivana K.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s