Mexiko: Aktionen zum 80. Monat der 43 Verschwundenen aus Ayoztinapa!

Am 26. Mai fanden ausdrucksstarke Aktionen in drei mexikanische Bundesstaaten statt, die sich gegen die Repression des mexikanischen Staates gegen Studenten der „Normalen Universitäten“ [1 ] (bekannt als „Normalistas“) richteten. In Mexiko Stadt und in den mexikanischen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas wurden zeitgleich Demonstrationen organisiert, die die Wut des Volkes auf die brutale Repression durch den Staat zeigten.

Die revolutionäre Organisation „Corriente Sol Rojo“ (Strömung Rote Sonne), die sich jahrelang und führend in dieser Bewegung beteiligt, war zahlreich in den Protesten vertreten. Sol Rojo ist seit Jahren selber ein Ziel von Repressionen durch den Staat und unter ihren Mitgliedern befinden sich auch Verschwundene [2]. Der Anlass der Aktionen waren die genau 80 Monate die vergangen sind, seit jener dunklen Nacht in Iguala, als der mexikanische Staat 43 Studenten verschwinden ließ. Der Fall der „Ayotzinapa 43“ (wie diese Studenten medial bekannt wurden) schlug national und international große Wellen bezüglich der scharfen Repression in Mexiko. Er zeigte auf mit welcher skrupellosen Gewalt der mexikanische Staat gegen fortschrittliche Teile der Bevölkerung vorgeht. Zu diesen 43 Verschwundenen kamen in derselben Nacht 40 Verletzte und sechs Ermordete hinzu.

Diese Aktionen wurden im Rahmen einer neuen Welle der Repression gegen die „Normalistas“ durchgeführt. In Mactumactzá im mexikanischen Staat Chiapas wurden 95 Personen festgenommen, wovon 74 Frauen und zwei minderjährig waren! Dazu kommt die Ermordung zweier „Normalista“-Studentinnen, die durch einen LKW-„Unfall“ getötet wurden, sowie eine Schmutzkübelkampagne gegen Studenten im CENEO in Oaxaca, wo es auch Verschwundene, Eingesperrte und Tote gibt.

Die Proteste waren ein großer Erfolg und zeigen, dass die „Normalistas“ und Sol Rojo sich durch den Staat nicht einschüchtern lassen werden. Trotz der Verluste und der anhaltenden Repression hat Sol Rojo die politische Arbeit vergrößern und intensivieren können!

[1] „ Normale Universitäten“ sind Universitäten, die es als Ziel haben Lehrer auszubilden, die sich um die Erziehung von armen Menschen kümmern.

[2]“Verschwundene“ sind in Lateinamerika, Personen, die vom Staat festgenommen werden und nie zurückkommen. Jegliche Lebenszeichen, sowie Standort und sonstige Informationen dieser Personen sind unbekannt. Man redet von „Verschwundene“, weil man nicht weiß ob die Personen lebendig oder tot sind.

José U.

José U.

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