Tschechien: Rassistischer Mord durch Polizeigewalt!

Nicht nur die Bilder der brutalen Szene erinnern an den Mord an Georges Floyd, auch der Hintergrund: Mord durch willkürliche, rassistische Polizeigewalt!

Am 19. Juni wurde Stanislav Tomas, ein Roma in Tschechien brutal ermordet. Polizisten drückten ihn zu Boden und knieten in seinem Genick, wodurch sie ihn ermordeten. Der Polizeieinsatz, kam laut Augenzeugen aus dem Nichts, Stanislav Tomas habe sich mit vielen Anderen zu einer religiösen Feierlichkeit zusammengefunden. Nun behauptet die Polizei er habe unter Drogen gestanden und sei aggressiv gewesen. Nachbarn, Familie, sowie die fadenscheinigen Beweise der Polizei bestätigen dies aber nicht. Das Video jedoch, wo der Mord an Stanislav Tomas durch die Polizei deutlich zu sehen ist, ging in den vergangenen Tagen viral. In zahlreichen Städten gab es Solidaritätsaktionen.

In Teplice, eine kleine Stadt im Norden Tschechiens, wo sich die brutale Tat zugetragen hatte, versammelten sich am Wochenende (26. Juni) mehrere Hundert Demonstranten. Zahlreiche Roma und Sinti aus verschiedenen Ländern beteiligten sich und forderten ein Aus der rassistischen Gewalt. „Roma erhebt euch!“ und „Roma Live Matters“ waren Parolen die lautstark skandiert wurden.

Der Mord an Stanislav Tomas ist kein Einzelfall, in vielen Ländern Europas werden Roma und Sinti systematisch vertrieben, ihrer Kultur und Sprache nach diskriminiert und unterdrückt und sind nicht selten rassistischer Gewalt bis hin zu Morden ausgeliefert. In Teilen Ungarns beispielsweise mit einem Ausmaß, dass sich Roma Siedlungen selbst bewaffnen um sich gegen Angriffe (insbesondere durch bewaffnete Einheiten der faschistischen Jobbik-Partei) zur Wehr setzen zu können. Auch in Österreich gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffe, beispielsweise in Linz, wo mehrmals hintereinander (unter anderem in einem durch Securitas bewachten Gebiet) Roma Zelte angezündet wurde und nur durch Glück dabei niemand ermordet wurde.

Die Taktik, so Menschenrechtsaktivisten, Stanislav Tomas nun Drogen nachzuweisen, sei bereits bekannt. Für die Massen ist klar: das war Mord! Ein Mord inmitten einer allgemein sehr schlechten Lage für Angehörige der Roma uns Sinti, welch im Zuge der Pandemie vielerorts noch weiter an den Rand der Gesellschaft, in Armut, Elend und Isolation getrieben wurden. Ein rassistischer Mord der zurecht Hunderte auf die Straßen bringt um gegen Polizeigewalt aufzustehen!

Nora D.

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