Hagelgewitter: Viele Betroffene stehen vor dem Ruin!

Zwischen 21. und 24. Juni kam es zu heftigen Hagelgewittern. Diese hinterließen einen Millionenschaden und viele ruinierte Existenzen. Versicherungen und Bundesländer wollen sich schadlos halten – obwohl für viele andere Projekte, von denen die Bevölkerung aber weitaus weniger hat, auch Geld da ist.

Es waren hühnereiergroße Hagelgeschosse, die bei diesen Gewittern niederprasselten. In einzelnen Ortschaften Oberösterreichs und Salzburgs mussten die Schneepflüge ausgefahren werden, da der Hagel die Straßen verstopfte. Allensteig und Schrattenberg in Niederösterreich wurden vorübergehend zu Katastrophengebieten erklärt. Alleine in Oberösterreich entstand ein Schaden von mindestens 22 Millionen Euro [1], in Niederösterreich sind es 19 Millionen, in Salzburg und der Steiermark jeweils rund eine Million [2]. Doch das sind nur Mindestschätzungen, denn diese Zahlen, die auch von Medien übernommen und als nicht weiter zu hinterfragende „Wahrheit“ verbreitet werden, stammen von den Hagelversicherungen. Diese geben die vermutete Schadenshöhe aber immer möglichst gering an, da sie wenig auszahlen wollen. Die tatsächliche Schadenssumme liegt daher deutlich höher.

Das trifft gerade Privatpersonen, sowie kleine bis mittlere Landwirte und Betriebe besonders hart, denn bei ihnen ist der Großteil der Jahresernte (Winzer), oder die Infrastruktur des Betriebs, wie z.B. die Glashäuser der Gärtnereien, zerstört. In Niederösterreich wurden 26.000 Hektar Pflanzungen vernichtet, in Oberösterreich 40.000 ha und der Steiermark rund 10.000 ha [3].Viele kleine Landwirte haben jedoch gar keine eigene Hagelversicherung mehr, da die Versicherungszahlungen in den letzten Jahren so hoch wurden, dass die Einzahlung zu einer zu großen Belastung wird. Im möglichen Schadensfall kommen dann Gutachter der Versicherungen und drücken die Schadenssumme möglichst weit nach unten. Die Bundesländer (z.B. Niederösterreich) leisten aber nur Beihilfen als Zusatzzahlung zu Versicherungsfällen. Daher wird es viele Landwirte und Betriebe geben, die auf dem Schaden sitzen bleiben. Doch die Betroffenen haben sich meist nicht aus Leichtsinnigkeit, sondern wegen des wirtschaftlichen Drucks nicht gegen Hagel versichert. Daher wäre es nur richtig, wenn die Versicherungen und die Bundesländer alle Hagelschäden zur Gänze abdecken! Für vieles andere ist ja auch genug Geld da, wie beispielsweise für den deutschen Lufthansa-Konzern, dem die Republik über 500 Millionen zugeschossen hat.

Peter G.

[1] Zeitschrift: Agrar heute

[2] Österreichischer Weinbauverband

[3] Zeitschrift: Agrar heute

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