Gesundheitsversorgung für Kinder verschlechtert sich.

Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verschlechterte sich in der Pandemie weiter. Alarmierend ist dabei vor allem die Entwicklung bei Kinderärzten, da sie insbesondere die Versorgung von Kindern aus Familien ohne höheres Einkommen verschlechtert. Ein weiteres Mal zeigt sich damit, dass die Kapitalisten vollkommen unfähig sind, ein Gesundheitswesen im Dienste des Volkes zu schaffen.

Die Verschlechterungen bei der Gesundheitsversorgung von Kindern äußern sich vor allem dadurch, dass diese zunehmend teurer wird. Die negativen Entwicklungen betreffen also vor allem jene Teile der Bevölkerung, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, große Anteile des Einkommens für laufende Kredite aufwenden müssen, oder in einer anderen Notsituation sind. Auf den ersten Blick tat sich nicht viel im Bereich der Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Ärzte mit allgemeinem Kassenvertrag, denn mit 8.132 solcher Kassenärzte gab es bundesweit 2020 exakt gleich viele wie 2017. Der negative Trend wird erst deutlich, wenn man einen längeren Vergleichszeitraum ins Auge fasst, denn im Vergleich der letzten zehn Jahre bedeutet das in ganz Österreich einen Rückgang um 369 Kassenärzte! Die Zahl der Wahlärzte, die für Patienten natürlich wesentlich teurer sind, wuchs hingegen im selben Zeitraum um 3.175 an (von 7.403 in 2010 auf 10.578 Ende 2020), alleine im Pandemie-Zeitraum sind 289 dazugekommen.

Besonders bemerkbar macht sich die Entwicklung zu immer mehr Wahlärzten und immer weniger Kassenärzten, bei der Gesundheitsversorgung von Kindern. Hier wurde mit 2020 ein neuer Negativrekord aufgestellt, da es bundesweit nur noch 262 niedergelassene Kinderärzte mit Kassenvertrag gibt, jedoch 465 mit Wahlvertrag. Außerdem gab es mit Ende 2020 im gesamten Bundesgebiet schon 21 unbesetzte Kinderarztstellen! Schon im Jahr zuvor waren es acht unbesetzte Stellen gewesen, doch es wurde überhaupt nichts unternommen, um diese Stellen für medizinisches Personal, hierbei in erster Linie Ärzte, attraktiv zu machen. Die Gesundheitsversorgung für Kinder wurde vollständig vernachlässigt und ausgehungert, wie auch andere Teile des allgemeinen Gesundheitswesens. Die Rechnung müssen nun diejenigen begleichen, die am schwächsten sind: Kinder aus Familien die sich einen Wahlarzt nicht leisten können.

Diese Entwicklungen zeigen deutlich auf, dass es schlussendlich nichts weiter als eine dreiste Lüge ist, wenn Politiker aller möglichen Parteien davon reden, dass „wir in Österreich das beste Gesundheitssystem der Welt“ hätten. Außerdem zeigt sich an der Entwicklung über die letzten zehn Jahre, dass die Verschlechterungen im Gesundheitswesen nicht nur eine Sache der gegenwärtigen Regierung sind, sondern von allen Parteien mitgetragen wurden. Dennoch ist es natürlich besonders fatal, dass selbst in Pandemie-Zeiten überhaupt nichts unternommen wird, um die allgemeine Gesundheitsversorgung zumindest nicht noch weiter zu verschlechtern. Im Gegenteil, es werden Sparpakete für das Gesundheitswesen geschnürt, in Krankenhäusern wird Personal abgebaut und die Kassenärzte werden weiterhin weniger.

(Sämtliche Zahlen laut Bericht des Gesundheitsministeriums)

Peter G., 430 W.

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