Wien: Kundgebung gegen Polizeigewalt am Karlsplatz

Am Sonntag fand am Wiener Karlsplatz eine Kundgebung gegen Polizeigewalt statt. Nur zwei Tage zuvor war hier eine Menge von feiernden Jugendlichen von der Polizei vertrieben worden – mit Pfefferspray und Sturmhelm (wir berichteten!). „Linksextremisten“ hätten die Menge aufgewiegelt, der Polizeieinsatz wäre gerechtfertigt gewesen, denn es seien ja Flaschen geflogen … Eine absurde Behauptung der Herrschenden.

Schülerinnen und Schüler sind seit über einem Jahr fast die ganze Zeit zu Hause. Psychische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen sind auf einem Höchststand. Gerade junge Leute, die sich die überteuerten Getränke im Café oft nicht leisten können, feiern deshalb jetzt im öffentlichen Raum. Und wenn dieser Raum von dutzenden Polizisten gestürmt wird, ist nicht verwunderlich, dass die Situation eskaliert! Im Gegenteil, dieser Widerstand ist gerechtfertigt.

Nach den Hetzkampagnen, die gegen feiernde Jugendliche beim Donaukanal in Wien, aber auch gegen Studenten am Innufer in Tirol losgetreten wurden, setzen die Herrschenden auf offene Gewalt. Deshalb wurde über den Karlsplatz ein unbegrenztes Platzverbot ausgesprochen. Dass dieses so schnell wieder aufgehoben werden musste, war nicht zuletzt der großen Gegenwehr und öffentlicher Kritik geschuldet. Auch eine Kundgebung wurde am Tag darauf organisiert, Korrespondenten der „AfA“ haben dabei mit einigen Leuten gesprochen:

Wichtig war, was einige Schülerinnen auf der Kundgebung zu sagen hatten, die selbst beim Polizeieinsatz dabei waren: „Der Polizist hat mich auf den Boden gedrückt – ohne Vorwarnung“

„‘Zeig deinen Ausweis‘ hat er gesagt. Und ich so: ‚Wie denn, wenn sie auf meiner Hand stehen?‘“

Sie gehen immer auf die jungen Leute, wir hatten immer nur Fernunterricht, jetzt sind wir die Sündenböcke.“

Nur in der Gruppe bist du groß, alleine bist du ganz klein“, das sagte ein 2-Meter großer Polizist zu einer Schülerin. Wir sehen: die Angst der Herrschenden vor den Volksmassen wächst zunehmend. Sie wissen, das für diese Leute nichts getan wurde. Im Gegenteil: die Repression wird für die Herrschenden notwendig, um uns für die Kosten ihrer Krise zahlen zu lassen.

Hannes L.

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