Eindrücke von der Raddemo gegen die Lobauautobahn

Am Donnerstag, den 3. Juni, fand in Wien erneut eine Demonstration gegen die Lobauautobahn statt. Mit großer Leidenschaft wurde gegen dieses umwelt- und massenfeindliche Projekt protestiert. Doch es gibt auch diejenigen, die versuchen diese Stimmung auszunutzen.

Hunderte hatten sich am Praterstern zur Anfangskundgebung zusammengetroffen, und im weiteren Verlauf schwoll die Demo stark an. Überall leuchteten selbstgemachte Schilder, Transpis und Spruchbänder mit Losungen wie „Wien bleibt WOW und rettet die Lobau!“, …

Ein Beweis dafür, wie wichtig den Demonstranten die Rettung dieses wertvollen Stückes Umwelt, dem wiener Kulturgut Lobau ist. Obwohl viele Demonstranten eher schüchtern waren, gab es großen Applaus für ein Transparent mit der Aufschrift „Hainburg ist überall“. Besetzungen wie die der Hainburger Au sind nach wie vor ein wichtiges Beispiel für eine kämpferische Umweltbewegung, die nicht auf die „Einsicht“ der Herrschenden hofft. Einzelne rote Fahnen zeugten ebenfalls von dieser Haltung, sowie auch ein „Radlblock“ des Bündnisses „Selbstbestimmtes Österreich“.

Denn die Lobauautobahn, die den Nationalpark Lobau verwüsten würde, und die Bewohner dem Lärm und den Abgasen des Transitverkehrs aussetzt ist klar im Interesse der Herrschenden.

Auch für Großgrundbesitzer, deren Grundstücke dann besser angebunden wären, ist dieses Projekt ein Geschenk. Für die Pendler wird dieses Projekt nicht das bringen was eigentlich nötig ist: einen stark ausgebauten kostenlosen öffentlichen Verkehr.

Zuletzt wäre die Lobauautobahn teil des EU-weiten Projekts panzerfester Autostraßen, auf der dann noch schneller Kriegsmaterial an die EU-Außengrenzen für den Krieg gegen Russland mobilisiert werden könnte. Gegen dieses Projekt der Kapitalisten, der Kriegstreiber braucht es entschiedensten Widerstand, das fühlen große Teile der Volksmassen und das ist gut.

Es ist aber durchaus ein Problem, dass auf dieser Demonstration offen ein Block der „Grünen“ mitradeln konnte, vollständig ausgerüstet mit EU-Masken. Und das bei einer Demo gegen ein türkis-grünes EU-Projekt!

Das mutet höchst merkwürdig an, wo bei den Demos für den Lobau-Tunnel zuvor Parteien wie LINKS daran gehindert wurden, mit Fahne aufzutreten, und ein Aktivist vom „Selbstbestimmten Österreich“ sogar wegen seiner Beteiligung bei einer Demonstration für Palästina aus dem Bündnis gegen die Lobauautobahn ausgeschlossen wurde. Es ist klar, die größte Gefahr für diese Bewegung ist es, sich erneut als Wählerpool für die Grünen missbrauchen zu lassen.

Denn nur solange der Widerstand gegen die Lobauautobahn sich klar gegen die Herrschenden richten, und stattdessen die Einheit mit anderen Teilen der unterdrückten Mehrheit sucht, wird die Lobauautobahn auch sicherlich verhindert werden.

Nein zur Lobauautobahn!

Für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, für den kostenlosen öffentlichen Verkehr!

Hannes L.

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