ALBANIEN/KOSOVO: Protest gegen Frauenmorde und Gewalt an Frauen!

In Albanien und im Kosovo nahm die Gewalt gegen Frauen mit der Verschärfung der Krise und den Maßnahmen der Herrschenden gegen die Pandemie deutlich zu. In diesem Jahr wurden in Albanien bisher schon sechs Frauen ermordet.

Anfang Mai formierte sich in Albanien ein Protestzug, als eine weitere Frau ermordet wurde. Die Ermordete, Liljana Buzo, wurde von den Organisatorinnen des Protestes als mutige Frau hervorgehoben – denn sie war eine der wenigen, die es auf sich nahm ihren Mann wegen Missbrauchs die Scheidung zu beantragen. Um so schlimmer was passierte: Liljana Buzo wurde durch ihren Mann mitten am Tag im Gerichtsgebäude in Elbasan ermordet! Ihr Ehemann tötete sie mit einem AK-47.

Daher zog die Demonstration am 11. Mai vor das Gerichtsgebäude. Parolen wie „Frauen sind nicht das Eigentum ihres Mannes“, „Hände weg von unseren Rechten“ und „Töte meine Mutter nicht“ wurden gerufen.

Auch im Kosovo formierte sich Widerstand gegen Gewalt an Frauen. Auslöser waren jüngste Medienberichte über Misshandlungen und sexuelle Übergriffe an Jugendlichen. Im März gab es einen dramatischen Mord an einer Frau welcher deutlich machte, dass es keinen ausreichenden Schutz gibt. Eine 44-Jährige Frau wurde von ihrem Ex-Mann ermordet. Sie wusste offensichtlich um die Gefahren, denn sie wurde zwölf Tage nachdem sie um Polizeischutz gebeten hatte ermordet.

Zahlreiche Schülerinnen beteiligten sich an den Protesten und zeigten auf wie häufig es zu sexueller Gewalt in Familien, aber auch in Schulen kommt. In der Hauptstadt Pristina fanden zwei öffentliche Protestaktionen statt, darauf folgend organisierten SchülerInnen weitere Protestaktionen. Zahlreiche Erlebnisse von Betroffenen wurden im Zuge dieser Proteste veröffentlicht, woraufhin die Organisatorinnen anonyme Drohungen erhielten.

Die Organisatorinnen wollen mit den Protestaktionen in Albanien und im Kosovo ihren Anliegen Gehör verschaffen, den Protest ausweiten und bewirken, dass diese Fälle mehr Aufmerksamkeit erhalten. Sowohl Frauen, als auch Männer und Menschen unterschiedlichen Alters beteiligten sich den Aktionen. Die Organisatorinnen meinten, sie wollen bewirken, dass sich die Menschen gegen Ungerechtigkeiten erheben. Sie sind zuversichtlich, dass sich die Menschen gegen Gewalt an Frauen zusammenfinden werden.

Kein Schritt zurück im Kampf gegen Gewalt an Frauen!

Nora D.

Quelle: balkaninsight.com

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