MAN: Auftragsrekord und Gewinnsteigerung beim Mutterkonzern

VW, der Mutterkonzern von MAN, steigerte schon im ersten Quartal dieses Jahres seinen Umsatz und Gewinn ernorm, trotzdem soll das Werk in Steyr geschlossen und tausende weitere Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet werden.

Traton, die VW-Nutzfahrzeugholding, fuhr einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg ein, zwei drittel mehr Bestellungen an Lastwagen als im Vorjahr gingen ein. Der Quartalsumsatz stieg um immerhin 15% an, auf 6,5 Mrd. Euro, der Gewinn ebenfalls von 96 Mio. auf 127 Mio. Euro. Alle drei VW Töchter (MAN, VW Caminhoes, Scania) steigerten die Produktion bzw. LKW Auslieferung um 36%, auf 57.000. Für den Herbst gibt es Aufträge die einen weiteren Anstieg auf 62%, 79.000 LKW bringen wird. Hinzu kommt, dass mit Jahresmitte der US-Lastwagenbauer Navistar durch VW übernommen werden soll.

Durch rote Zahlen, durch „notwendige“ Maßnahmen sind die Kündigungen bei MAN demnach nicht zu argumentieren. Weder Aufträge, noch Umsatz, noch Gewinne erlebten trotz Krise einen Einbruch. Trotzdem sollen bei MAN in Deutschland 3.500 und bei MAN in Steyr 2.300 Arbeitsplätze vernichtet werden! Offensichtlich geht es hier schlichtweg darum, erstens mit noch weniger Personal und zweitens in sogenannten „Billiglohnländern“ noch mehr Gewinne einzustreifen.

Und von Seiten der Politik? Obwohl schon Ende September 2020 die Schließung von MAN Steyr für den Konzern beschlossene Sache war, stieg weiter deutlich der Umsatz für staatliche Aufträge! Nicht genug, dass Millionen an Steuergeldern durch Förderungen, Subventionen, Kurzarbeit in den Konzern flossen, gab es auch noch statte Aufträge durch den Staat Österreich – und einmal mehr durch unsere Steuergelder. Von März 2019 bis November 2020 gingen 163 staatlichen Aufträge an MAN. Nach dem die Schließung, und damit der Vertragsbruch der Standortsicherung, beschlossen wurde, gab es immerhin noch Aufträge von über 3 Millionen Euro. Im September gab es durch das Österreichische Bundesheer Aufträge im Wert von über 46 Millionen Euro.

Wird jetzt also groß mit Zahlen jongliert, so können die Arbeiter mehr als beruhigt jede „Sorge“ um den Konzern zurückschlagen. Der Konzern steckt weder in Schwierigkeiten, noch gab es in den letzten Jahren „zu wenig“ an staatlichen Zuwendungen! Um was es geht, ist schlichtweg, die Arbeitsbedingen zu verschlechtern, um noch mehr Gewinn zu machen. Weniger Arbeiter sollen die gleiche (oder mehr) Stückzahl produzieren, eine Steigerung der Arbeitsintensität also, aber nicht etwa mit Lohnerhöhung – die Löhne sollen sogar noch gekürzt werden, Überstunden sollen schlechter entlohnt werden… usw.! Das ist eine Schweinerei, die sich die Belegschaft zurecht nicht gefallen lässt – egal ob MAN, Wolf oder Egger drauf steht!

Quellen: Afa-Infoblatt, Dezmeber 2020, Ausgabe 75; http://www.industriemagazin.at

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