Erneut Erpressungsversuche gegen die Arbeiter bei MAN!

Schon Anfang April lehnte die Belegschaft das „Angebot“ von Siegfried Wolf ab. Einerseits, weil es mit massiven Kündigungen und Lohnverlust einhergehen würde, andererseits, weil allen bekannt ist, dass Siegfried Wolf für den gleichen Mutterkonzern (Porsche) im Vorstand sitzt. Zu Recht regte sich die Belegschaft über so ein Angebot auf, zu Recht wurde dieser Schmäh der „Rettung“ durch Wolf abgelehnt!

Neben verschiedenen Forderungen, Spekulationen und Wunschvorstellungen in Richtung Verstaatlichung, gibt es nun erneut ein „Angebot“ von Wolf, das aber wieder mit Kündigungen von Teilen der Belegschaft und Lohnkürzungen einhergeht. Details gibt es keine, die Belegschaft, wie auch Betriebsräte sind zunächst über die Medien informiert worden, dass es ein weiteres Angebot geben werde. Wie dieses konkret aussieht bleibt offen. Klar ist: Es wird Kündigungen geben (und nicht zu wenige!) und es wird massive Lohnkürzungen geben. Womit Wolf lockt, sind lediglich Versprechungen die Kündigungen und Kürzungen sozial verträglich zu machen. Zudem schaltet sich nun auch die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich ein.

Die „Unterstützung“ der Raiffeisen soll, so heißt es in den Medien, die Arbeiter beruhigen und ihnen die „Sicherheit“ geben, dass das Konzept Wolfs auch zukunftsfähig sei. Damit wird den Kollegen bei MAN unterstellt, sie seien gegen die Übernahme nur aus Angst vor einer instabilen Zukunft des Werkes. Das ist schon ein Thema, keine Frage, doch schauen wir kurz in die Geschichte des Werks, um nur einige Eckpfeiler zu nennen: Begonnen 1860 als Werndl, dann Puch, Steyr Daimler Puch, kurzzeitig gab es sogar Steyr Fiat, später aufgesplittert in Mannlicher, Piaggio, Svenska Kugellagerfabriken, MAN, weiter aufgeteilt in Case und Volvo, wieder geteilt und übernommen von SSF und Magna… die Sorge um das Werk, die Identifikation mit der Marke MAN, die mag es schon geben, immerhin arbeiten viele schon ihr ganzes Leben dort – aber was viel wichtiger ist: Bei all diesen Übernahmen in der Vergangenheit kämpften die Arbeiter in Steyr um bessere Arbeitsbedingungen und gegen Kündigungen. Schlimm genug wirkte sich die unter SPÖ-Regierung durchgeführte Privatisierung in den 80er Jahren aus, doch schon in den 90er Jahren gab es welche der größten und erfolgreichsten Streiks der jüngeren Geschichte im Werk, gegen Kündigungen und Kürzungen.

Schon das erste Angebot und die Urabstimmung waren nichts anderes als eine Verarschung der Arbeiterschaft und ein Versuch ihren gerechtfertigten Kampf schlechtzumachen. Medial wurde vermittelt: Die Arbeiter sind nun selber schuld, wenn geschlossen wird, hätten sie nicht so gierig sein sollen. Es kursieren Angaben über Löhne, wo ein Bild vermittelt wurde, als würde der übliche Arbeiter bei MAN mit 4.000 Euro in der Tasche nach Hause gehen, was natürlich Blödsinn ist. Es hieß immer wieder, die Arbeiter seien nun schuld, dass geschlossen werde und würden damit die ganze Region ins Unglück stürzen. Was die Monate davor ausschließlich vom Arbeiterstammtisch Linz/Steyr und der Internationalen Arbeiterhilfe konsequent in den Vordergrund gestellt wurde – die Schließung betrifft tausende mehr, rückte nun, wo es um die Übernahme durch Wolf ging, ins Rampenlicht der Mainstream-Berichterstattung. Auf einmal wurden Studien präsentiert, die von Schätzungen zwischen 6.000 und sogar 8.000 Arbeitsplätze sprachen. Das ist an sich richtig (und zwar schon seit Oktober!), doch wurde es nun hauptsächlich benutzt um vor dem „Angebot“ Wolfs in die Knie zu gehen und den Druck auf die Belegschaft zu erhöhen, dass sie kampflos aufgibt! Das kann nur als abgekartetes Spiel, als riesige Schweinerei bezeichnet werden!

Arbeiter bei MAN brachten die Frage auf: Was wollen sie denn noch? Der Konzern schreibt nicht nur schwarze Zahlen, sondern konnte mit dem Standortsicherungsvertrag bereits außerordentlich günstige Bedingungen für sich selbst herausschlagen. Um den Standort „zu sichern“, wie es dabei hieß, verzichtete die Belegschaft beispielsweise bereits auf Lohn (bzw. leistete mehr Arbeit fürs gleiche Geld, was unterm Strich aufs selbe läuft). Jetzt soll der Standort unter der Hand erneut „gesichert“ werden, mit weitaus tiefgreifenderen Auswirkungen auf die Belegschaft!

Das gilt es natürlich zu verhindern!

→ Es ist gerechtfertigt und kein Luxus, dass die Kollegen bei MAN einen relativ guten Lohn haben!

→ Es ist überaus solidarisch und kollegial, dass die Belegschaft bereit ist Massenkündigungen zu verhindern!

Beides widerspiegelt eine Haltung die überaus zukunftsorientiert ist, nämlich für die Interessen der gesamten Arbeiterschaft in Österreich!

Nein zu allen Erpressungsversuchen durch Wolf und Konsorten!

Keine Schließung von MAN-Steyr! Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Lisa F.

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