Bericht einer Kundgebung “Verhindert das Massaker!” in Wien

Wir dokumentieren hier einen Bericht einer Kundgebung die in Wien gegen das geplante Massaker an den armen und landlosen Bauern im brasilianischen Camp „Manoel Ribeiro“ stattgefunden hat. Der Bericht wurde auf der Seite brasiliensolidaritaet.wordpress.com veröffentlicht, auf der auch einige Informationen bezüglich des geplantes Massakers und auch des Kampfes der Bauern in Brasilien für ihr Recht auf Land zu finden sind.

Wien: Kundgebung “Verhindert das Massaker!”

Trotz Regensturm, Hagel und nur zeitweise ruhigem Wetter fand am Freitag, den 7. Mai, eine erste Kundgebung der Solidaritäs-Initiative Brasilien statt, um ein Zeichen gegen das drohende Massaker an der kämpferischen Bauernbewegung in Brasilien zu setzen. In unterschiedlichen Redebeiträgen wurde die Ablehnung gegenüber dem Großgrundbesitz und gegenüber der Ausbeutung des brasilianischen Landes durch ausländische Großkonzerne zum Ausdruck gebracht.

Que viva la LCP“, „Es lebe die LCP“ war laut in der gesamten Pestalozzigasse im 1. Wiener Gemeindebezirk zu hören, wo die brasilianische Botschaft ihren Sitz hat. Die „Liga der armen Bauern“ (LCP) ist eine kämpferische Bauernorganisation in Brasilien, die seit vielen Jahren für das Recht auf Land und die rechtmäßige Aufteilung des Landes unter den armen und landlosen Bauern eintritt. Daher besetzte sie Land von einem Großgrundbesitzer, um es von über 600 Familien in gemeinsamer Arbeit zu bewirtschaften. Diese Familien und die LCP organisierten zu diesem Zweck das „Camp Manoel Rebeira“ am ehemaligen Land des Großgrundbesitzers. Dieses Camp soll nun durch Zusammenarbeit der Landesregierung mit der Militärpolizei und verschiedenen Söldnerbanden durch ein Massaker an den Bauern blutig niedergeschlagen werden. Doch das muss verhindert werden! „Der Kampf um Land ist kein Verbrechen“, wurde von einem Sprecher der Solidaritätsinitiative betont, „die Verbrecher sind die Großgrundbesitzer, und auch die Staaten der EU, die mit Hilfe des Großgrundbesitzes das fruchtbare Land in Westamazonien für billige Produkte ausbeuten.“ In einem weiteren Redebeitrag vom Vorsitzenden der FSG Innere Stadt, Martin Müllauer, wurde die Notwendigkeit der Solidarität betont und gegen die Profitinteressen der Großkonzerne die Legitimität des Kampfes der Bauern hervorgehoben. Ein Aktivist der „Antiimperialistischen Koordination“ (AIK) wies ebenfalls auf den Zusammenhang der auf Profit ausgerichteten Wirtschaftsinteressen der westlichen Länder und dem Leid der Produzenten in den Ländern des „globalen Südens“ hin. Leo Gabriel, langjähriger und bekannter Aktivist der Lateinamerika-Solidarität und Vorstandsmitglied des Weltsozialforums, wies auf die enorme Militarisierung des brasilianischen Staatsapparates hin, welche zum immer weiteren Abbau der demokratischen Rechte des Volkes führt. Redner der Gewerkschaftsinitiative „KomIntern“ und der Migrantenorganisation „Migrante Austria“ zeigten ihren festen Willen und Entschlossenheit die Solidaritätskampagne mit dem Kampf der armen Bauern in Brasilien zu unterstützen, die internationale Solidarität hoch zu halten und sich dafür einzusetzen, die Augen der Öffentlichkeit auf die grausamen Geschehnisse in Brasilien zu lenken. Im Namen der Solidaritätsinitiative wollen wir an dieser Stelle nochmals allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, allen Rednern unseren herzlichen Dank aussprechen!

Martin Müllauer, Vorsitzender der FSG Wien Innere Stadt

Leo Gabriel, Internationales Vorstandsmitglied des Weltsozialforums, Journalist und Anthropologe

Leo X. Gabriel, Politologe

Diese Kundgebung war ein erster wichtiger Schritt um auch in Österreich einen Beitrag dazu zu leisten, den Kampf der Bauernbewegung in Brasilien und ihrer Organisation der „Liga der armen Bauern“ zu unterstützen. Es zeigte sich, dass viele verschiedene Leute diesen Kampf unterstützen und sich dabei einbringen wollen – und es ihnen keineswegs egal ist, was in Brasilien gerade passiert. Dieser kraftvollen Solidaritätskundgebung werden noch weitere Aktionen folgen! Das wurde durch die schlimme Nachricht umso deutlicher, als wir im Verlauf des Nachmittags davon hörten, dass die Spezialpolizei des brasilianischen Staates am selben Tag ein Massaker mit mindestens 25 Toten in den Favelas von Rio, den Elendsvierteln der Stadt, anrichtete. Auch das zeigt, dass entschlossene Solidarität gegen die Repression und Unterdrückung der brasilianischen Bevölkerung dringend gefordert ist.

Morgen (Sonntag) veröffentlichen wir den Aufruf unserer Solidaritätsinitiative mit der Liste der Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner. Er kann gerne weiterverbreitet werden und es freut uns selbstverständlich sehr, wenn sich weitere Personen des öffentlichen Lebens bereit erklären wollen, diesen Aufruf zu unterzeichnen! In den folgenden Tagen werden außerdem noch Videos und Texte der Kundgebungs-Reden veröffentlicht.

Solidaritäts-Initiative Brasilien

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