Verhindert das Massaker! Unterstützt die Bauernbewegung in Brasilien!

In der brasilianischen Region Santa Elina, im Dorf Corumbiara, wurde 1995 ein abscheuliches Massaker an den Bauern verübt, die das Land der Großgrundbesitzer besetzt hatten. Diese Besetzung war überaus gerecht und notwendig, denn um der brutalen und harten Unterdrückung durch die Großgrundbesitzer zu entgehen, um selbst ein kleines Haus aufbauen und die Erde bestellen zu können, gab es keinen anderen Weg, als sich das Land zu nehmen.

Gegen das Massaker, das die Großgrundbesitzer und ihr alter Staat anrichteten, wehrten sich die Bauern, sodass es der Reaktion nicht gelang, das Massaker in geplantem Ausmaß durchzuführen. Die Bäuerinnen und Bauern kämpfen mit aller Kraft um ihr Recht. In diesen Kämpfen wurde eine neue Organisation geschaffen: die Liga der Armen Bauern (LCP). Die LCP, heute die größte kämpferische Bauernorganisation Brasiliens, hat letztes Jahr, 25 Jahre nach dem Massaker, das Gebiet Santa Elina von den Herrschenden zurückerobert. Im selbstverwalteten „Camp Manoel Ribeiro“ wird das Land des alten feudalen Großgrundbesitzes nun enteignet und unter den armen und landlosen Bauern aufgeteilt.

Deshalb ist Santa Elina jetzt im Auge der Reaktion. Seit Ende März ist das Gebiet durch Polizei und faschistische Milizen abgeriegelt, alle Zufahrtsstraßen überwacht. Das Gebiet soll logistisch und personell isoliert werden um die Bauern in ihrem gerechten Kampf zu schwächen. Anwohner die ein- oder ausreisen wollen, werden mit illegalen Methoden durchsucht und verhört. Sogar die Impfkampagne gegen Corona wurde wegen der Belagerung in dem Gebiet unterbrochen, wobei Brasilien mit knapp 3.000 Toten pro Tag eines der von der Pandemie am schwersten getroffenen Ländern ist! Unter der Führung des Oberst der Militärpolizei José Hélio Cysneiros Pachá, der bereits das Massaker von 1995 befehligt hat, gab es bereits mehrere Angriffe auf das Lager. Die Polizisten schrien dabei, dass sie „ein weiteres Massaker durchführen“ werden und feierten das Massaker von 1995. Diese Angriffskampagne trägt den zynischen Namen „Für den Frieden auf dem Land“. Die Truppen des alten Staates stehen mit Gewehren, Hubschraubern und Bomben bereit um das Lager in dem ca. 600 Familien leben, anzugreifen.

Diese Kampagne gegen das Lager der armen und landlosen Bauern geht überaus brutal vor und zielt natürlich darauf ab, ein neues Massaker zu veranstalten, so wie es einige Soldaten und Polizisten schon sagten – offenbar weil sie es kaum erwarten können! Damit zeigt sich einerseits, wie sehr der alte und vollkommen verfaulte brasilianische Staat den Großgrundbesitzern hilft. Deren Interessen verteidigt er mit allen Mitteln der Gewalt gegen die Interessen des Volkes, auch wenn das Massaker, Elend und Tod bringt. Ein weiterer Feind des brasilianische Volkes, in diesem Fall insbesondere der armen und landlosen Bauern, ist der Imperialismus, der das Land gefangen hält und unterdrückt. Er ist mit den Großgrundbesitzern eng verbunden, aber mit ihm dringen auch noch die internationalen Bergbau-, Lebensmittel-, Tierfutter- und Holzkonzerne ein, die das Land zerstören, Monokulturen errichten, den Wald und die Populationen vernichten und die armen und landlosen Bauern vertreiben. Natürlich handelt es sich bei diesen Verbrechern meist um nordamerikanische und europäische Konzerne und Imperialisten, die dazu vom brasilianischen Staat regelrecht empfangen werden, denn dieser steht ihnen willig zu Diensten.

Durch Morde und Einschüchterung wird versucht den Widerstand zurückzudrängen. Doch die Massen der armen und landlosen Bauern und ihre Organisation lassen sich nicht einschüchtern. Als Antwort auf die akute Bedrohung rief die LCP zu einer internationalen Solidaritätskampagne zur Unterstützung des gerechten Kampfes auf. International wurde diesem Aufruf schon in vielen kraftvollen Aktionen gefolgt, viele weitere Aktionen, Unterstützungen und Stellungnahmen werden noch folgen. Das geplante Massaker muss verhindert werden! Die armen und landlosen Bauern Brasiliens kämpfen dagegen mit viel Tatkraft und mit Hilfe ihrer Organisation, der LCP. Dass dieser Kampf internationale Unterstützung erfährt ist von großer Wichtigkeit, denn der alte brasilianische Staat und die Mörder der armen und landlosen Bauern spekulieren darauf, dass sie ihr Massaker unbemerkt von der internationalen Öffentlichkeit durchführen können. Daher rufen wir unsere Leserinnen und Leser dazu auf: Unterstützen wir die Kämpfe der armen und landlosen Bauern in Brasilien, die Unterdrückten weltweit müssen zusammen stehen!

Hannes L.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s