Neunter Frauenmord in diesem Jahr

Am Freitag, den 30. April, wurde in Wien Brigittenau ein weiterer Frauenmord begangen. Eine 35-jährige zweifache Mutter wurde von ihrem Ex-Parnter niedergeschossen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus. Während sich die Politik entrüstet zeigt, ist dieser grausame Mord ein wahres Sinnbild für ihr Versagen gewaltbetroffenen Frauen auch nur das Minimum an Schutz zu gewährleisten.

Der Mörder war kein Unbekannter. Es handelt sich bei dem 45-jährigen offenbar um den „Bierwirt“, der in der Vergangenheit nicht nur mehrmals einschlägig aufgefallen ist, sondern gegen den auch derzeit gerade ein Verfahren wegen Nötigung geführt wird. Der „Bierwirt“ ist dabei kein Einzelfall, die Mehrheit der Frauenmorde passieren in der Familie oder der nahen Verwandtschaft und kündigen sich meist schon weit früher an. „Die meisten Mörder, die wir haben, die sind bereits in irgendeiner Form bekannt. Bekannt dadurch, dass sie bereits vermehrt Anzeigen hatten oder sogar Vorstrafen auf Grund von Gewaltdelikten oder mehrmals weggewiesen worden sind. Also das sind besonders gefährliche Täter und hier wird oft viel zu wenig gemacht.“ bestätigt Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin der autonomen Frauenhäuser, in einem Interview über Frauenmorde in Wien. 60 Prozent der Anzeigen werden eingestellt, nur 10 Prozent werden verurteilt.

Doch nicht nur die Ignoranz der Behörden gegenüber Gewaltdelikten gegen Frauen zeigt sich als Grund warum solche grausamen Morde nicht verhindert werden können, es fehlt auch an allen Ecken und Enden an Geld und Ressourcen bei entsprechenden Frauenschutzeinrichtungen. Die Wiener Interventionshilfe gegen Gewalt in der Familie berichtet, dass die Überlastung so groß ist, dass eine Beraterin bis zu 300 Opfer gleichzeitig betreuen muss. „Da ist keine Zeit, auf das Opfer einzugehen“, kritisiert die Leiterin der Einrichtung, Rosa Logar.

So groß also nun die Trauerbekundungen aus der herrschenden Politik auch sein mögen, wenn gleichzeitig aber bei Frauenschutzeinrichtungen gespart wird und bei einschlägig bekannten Tätern einfach weggeschaut wird, sind das nichts als Krokodilstränen und eine Verhöhnung der Opfer von Gewalt an Frauen.

Nadia K.

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