Kraftvoller 1. Mai im Zeichen des Internationalismus!

Der diesjährige Internationale Kampftag der Arbeiterklasse wurde in vielen Teilen Österreichs mit kraftvollem roten Ausdruck begangen. Dass am 1. Mai der Internationalismus im Vordergrund steht und, wie Friedrich Engels schrieb, die Arbeiter aller Länder „in der Tat vereinigt sind“, fand auch in Österreich starken Ausdruck. Große, teilweise die jeweils größten Blöcke auf den Demonstrationen in Wien, Linz und Innsbruck wurden in Einheit von österreichischen und türkisch-kurdischen Revolutionären gebildet, hinterließen einen starken Eindruck und zeigten, dass der Aufschwung der Arbeiter- und Volksbewegung in Österreich auch einen Ausdruck in der organisierten Stärke der Arbeiterklasse findet.

Dass der 1. Mai ein Tag des Internationalismus ist, zeigte sich unter anderem in Aktionen der internationalen Solidarität, die in verschiedenen Städten mit dem Kampf der armen Bauern in Brasilien durchgeführt wurden. „Keine Kriminalisierung der revolutionären Bauernbewegung“ war auf Transparenten zu lesen, sowie „Es lebe die LCP“. Die LCP ist die „Liga der Armen Bauern“ in Brasilien. Sie versucht derzeit ein geplantes Massaker an der Bewegung der armen Bauern in Westamazonien zu verhindern und wird in vielen Ländern dabei unterstützt. Dass auch in Österreich so viele verschiedene Menschen den Kampf der Bauern in Brasilien als Teil ihres Kampfes verstehen und verteidigen ist besonders bemerkenswert, ist Brasilien doch ein Land das von den bürgerlichen Medien meist nur in den Sportnachrichten Erwähnung findet.

Ein weiteres Zeichen der internationalen Verbundenheit der Arbeiterklasse konnten wir in Wien sehen. Während einer Gedenkminute für die Gefallenen und verstorbenen Genossen und Mitstreiter zum Abschluss der Demonstration, wurde in Andenken an den verstorbenen Genossen Feliks aus Serbien, die Fahne der dortigen „Partija Rada“ (Partei der Arbeit) hochgehalten. Sein Andenken und seine Taten für die Arbeiter- und Volksbewegung, sind fest im Herzen der ArbeiterInnen und der Völker des Balkans, Mittel- und Osteuropas verankert.

Im Vorfeld des 1. Mai wurde in verschiedenen Städten mit Sprays die großteils in Wohnvierteln und Arbeiterbezirken angebracht wurden, für die Anliegen der Demonstrationen mobilisiert.

Nachdem der letzte 1. Mai, der ebenfalls während der Pandemie durchgeführt wurde, in einem zähen und hartnäckigen Kampf erst durchgesetzt werden musste und letztlich überall siegreich stattgefunden hat, konnte dieses Jahr vor allem eine breite Dynamik der Demonstrationen beobachtet werden. Die Aufmärsche waren in fast allen Städte besser besucht als das letzte Jahr und auffällig war, dass besonders die revolutionären Kräfte an diesem 1. Mai einen quantitativ so starken Ausdruck hatten wie noch nie seit wir den internationalen Kampftag der Arbeiterklasse journalistisch begleiten. Bei verschiedenen Demonstrationen wurde von roten Kräften die Notwendigkeit der revolutionären Organisation der Arbeiterklasse hervorgehoben: „Schafft die revolutionäre Organisation der Arbeiterklasse“ war auf Transparenten zu lesen, Parolen wie „Brecht die Ketten der Reaktion, mit Kraft und Mut zur Revolution!“ wurden gerufen. Schilder mit denen historischen Jahrestage bestimmter Errungenschaften der internationalen Arbeiterbewegung gedacht wurde, wurden ebenso mitgetragen. Auf ihnen war beispielsweise zu lesen: „Es lebe der 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas“ oder „150 Jahre Pariser Kommune“. Dass die Einheit der Arbeiter unter revolutionärer Führung auch in der Praxis geschmiedet wird, bestätigte sich in einem Gespräch mit einem Arbeiter auf der Demonstration in Wien, der berichtete dass kurz vor dem 1. Mai das erste Treffen eines neu gegründeten Arbeiterstammtisches stattfand, dessen Teilnehmer sich geschlossen am internationalistischen Aufmarsch zum 1. Mai beteiligten.

Nachdem die SPÖ im letzten Jahr am 1. Mai vollständig kapitulierte und das Personenkomitee „Selbstbestimmtes Österreich“ in Wien eine erfolgreiche Kundgebung am Rathausplatz organisierte, setzte die SPÖ dieses Jahr alles daran ein derartige Niederlage der Sozialdemokratie erneut zu verhindern. Der Platz wurde mit bürokratischen Methoden unzugänglich gemacht. Trotz diesen Umständen konnte erneut eine Kundgebung des Bündnisses abgehalten werden und nur wenige Meter vom Rathausplatz entfernt wurde eine gelungene Aktion für die Verteidigung der demokratischen und sozialen Rechte des Volkes abgehalten. Im Zeichen des Internationalismus wurde hier die Solidarität mit den antifaschistischen Kräften in der Ukraine betont. Dass dieses Bündnis verschiedener fortschrittlicher Kräfte im letzten Jahr an Stärke gewonnen hat, drückte sich unter anderem in der Präsenz der Kampagne für die Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 80% aus, welche in den letzten Monaten in vielen verschiedenen Bundesländern verstärkte Aktivitäten setzte. Das wurde beispielsweise auch auf der Mai-Demonstration in Tirol ersichtlich, wo ein eigenes Transparent der Kampagne mitgetragen wurde.

Einen Ausklang fand der diesjährige internationale Kampftag der Arbeiterklasse in gemeinsamen Festen und Feiern. Wie wir aus Wien berichten können, war bei einem Picknick roter Kräfte besonders die vielfältige Zusammensetzung der Besucher bemerkenswert. Neben Familien und sehr jungen Leuten, nahmen auch viele ältere Mitstreiter daran Teil. Geeint waren sie in der festen Überzeugung, dass die verstärkten Angriffe der Herrschenden einen engen Zusammenschluss der Unterdrückten dringend notwendig machen. Auch hier wurde die Solidarität mit der LCP verbreitet. In der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz, wo bei den Demonstrationen die klare Haltung zur Frage von MAN in Steyr natürlich eine wichtige Rolle spielte, fand nach dem Aufmarsch ein Treffen verschiedener revolutionärer Kräfte in einem Park statt, das ebenso von Anwohnern und Familien besucht wurde.

Die breite Dynamik und Stärke der Mai-Demonstrationen in diesem Jahr war den Herrschenden offensichtlich ein Dorn im Auge, insbesondere in Wien. Trotz des traditionell friedlichen Verlaufs der Aufmärsche mobilisierten die Herrschenden eine große Anzahl an Repressionskräften, die den ganzen Tag über schon für Schikanen sorgten, selbst gegenüber sozialdemokratischen Passanten. Mit starker Polizeipräsenz wurde versucht die internationalistische Mai-Demonstration in Wien einzuschüchtern und wenige Stunden danach attackierte die Polizei hinterhältig die Abschlusskundgebung der „May-Day“-Demonstration im Votivpark. Neben politischen Aktivisten wurden Familien die Picknickten und selbst Kinder und Schwangere mit Pfefferspray attackiert und gewaltsam vom Platz vertrieben. Das ist ein zutiefst verachtenswerter Angriff auf den 1. Mai, der alle fortschrittlichen und demokratischen Kräfte noch mehr dazu anspornen sollte fest zusammen zu stehen und die gerechtfertigten Anliegen der Arbeiterinnenklasse und der Volksmassen zu verteidigen!

Dieser vielfältige und kämpferische 1. Mai 2021 brachte die erfolgreichen Kämpfe des letzten Jahres kraftvoll zum Ausdruck und fasste sie in vielen wichtigen Fragen zusammen. Der starke Ausdruck des Internationalismus an diesem 1. Mai, der besonders durch die revolutionären, roten Kräfte repräsentiert wurde, zeigt dass sich die fortschrittlichsten Teile der Arbeiterklasse in Österreich verstärkt als Teil des internationalen Kampfes der Arbeiterklasse und unterdrückten Volksmassen entwickeln. Auf dieser Grundlage werden sie nächsten Jahr bestimmt weitere große und feste Schritte gehen können.

Johanna K.

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