120. Geburtstag von Franz Šebek – Held der österreichischen Arbeiterklasse

Heute jährt sich zum 120. Mal der Geburtstag des österreichischen Kommunisten Franz Šebek, ein Held der kämpfenden und revolutionären Arbeiter, ein beispielhaftes Vorbild für den Kampf gegen den Faschismus und für die Arbeitersolidarität. Solche Helden wie Franz Šebek können nur im hartnäckigen Kampf um die Forderungen und Ziele der Arbeiter hervorgebracht werden und im Kampf um eine revolutionäre Führung, die in diesem Weg vorangeht.

Franz Šebek war ein Wiener Arbeiterkind wie es viele gab: geboren am 30.04.1901 in der tschechischen Kleinstadt Blatná (damals Teil Österreich-Ungarns)wuchs er mit seinen Eltern in Wien-Favoriten auf, in den „Wienerberger Ziegelwerken“. Wien wurde um 1900 die „zweitgrößte tschechische Stadt“ genannt, tausende von den tschechischen Arbeitern arbeiteten unter härtesten Bedingungen in den Ziegelwerken im heutigen Favoriten. Sie schufen die Materialien für die großen Prachtbauten an der Ringstraße. Und so musste Franz Šebek schon als Schulkind mit seinen Eltern im Ziegelwerk arbeiten und lernte früh die Lage der Arbeiterschaft kennen. Die Arbeiter im Ziegelwerk waren kämpferisch und das führte schon 1895 zum großen Ziegelarbeiterstreik, an dem sich 10.000 Arbeiter beteiligten. Šebek erkannte frühzeitig, dass es nur der Zusammenschluss der Arbeiter ist, der etwas erreichen kann und so wurde er schon mit vierzehn Jahren Mitglied der Bauarbeitergewekschaft und der Sozialdemokratischen Partei. Schon als Jugendlicher erkannte er, dass die Arbeiterjugend und Arbeiterschaft ihre eigene Organisation brauchen, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Im Jahr 1920, im Alter von 19 Jahren, trat er der Kommunistischen Partei Österreichs bei, einer jungen und noch kleinen Partei, die aber in den glorreichen Klassenkämpfen nach dem ersten Weltkrieg schon gezeigt hat, dass sie die wirklich revolutionäre Partei der Arbeiterklasse ist. Franz Šebek war also keiner, der mit dem Strom schwamm, sondern immer im Auge behielt was die Notwendigkeiten und Erfordernisse für den Kampf der Arbeiterklasse sind und dieser wolle er eine wirklich revolutionäre Führung geben. In den Kämpfen der Ziegelarbeiter wurde er zum Betriebsratsobmann verschiedener Wiener Großbetriebe des Baugewerbes. Dass die KPÖ schon in so jungen Jahren Mitglieder wie Franz Šebek hatte, ein Arbeiter der Ziegelwerke der sich in den Kämpfen der Ziegelarbeiter geschmiedet hat, bezeugt ihre gute Führung die sie der Arbeiterklasse schon geben konnte.

In den heldenhaften Kämpfen des roten Feber 1934 stand er in den Reihen der kämpfenden Arbeiterinnen und Arbeiter von Wien. Er war kein sogenannter „Führer“ der Arbeiterklasse wie so viele sozialdemokratische Funktionäre, die sich lieber verhaften ließen, als mit den Arbeitern gemeinsam zu kämpfen. Er war ein wirklicher Führer und Held, weil er mit den Arbeitern lebte, mit ihnen arbeitete und mit ihnen kämpfte. Nach den Februarkämpfen organisierte er illegal die Freie Bauarbeitergewerkschaft. Aufgrund seines Klassenbewusstseins, seines unermüdlichen Einsatzes und seinen in vielen Lohnkämpfen bewiesenen politischen und organisatorischen Fähigkeiten, wurde er in das Zentralkomitee der KPÖ berufen.

Nach der Besetzung Österreichs durch die Nazifaschisten begann er als Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ sofort den Kampf um die Befreiung Österreichs zu organisieren und zu leiten und war somit Teil jener Kraft die den größten Teil des Widerstandes gegen den Nazifaschismus in Österreich anführte. Nach 1938 organisierte er im Siemens-Schuckertwerk in Wien-Floridsdorf eine Widerstandsgruppe und sammelte für die Rote Hilfe. 1941 wurde er verhaftet und knapp zwei Jahre später, am 7. Jänner 1943, durch die Nazibestien geköpft. Aber selbst auf seinem letzten Weg, als er dem Tod gegenüberstand, trug er auf seinen Lippen die „Internationale“ und starb stolz und zuversichtlich als Kommunist für die Befreiung der Arbeiterklasse.

Franz Šebek leitete nicht nur den Kampf um bessere Bedingungen der Bauarbeiter, er gab als Mitglied des Zentralkomitees der ganzen österreichischen Arbeiterklasse Orientierung im Kampf gegen den Austrofaschismus, den Nazifaschismus und für die Revolution. Durch sein heldenhaftes Beispiel zeigt er uns lebendig bis heute, dass die Arbeiterklasse vor allem eine Führung und ihre eigene revolutionäre Organisation braucht. Franz Šebek ist uns auch ein Beispiel der internationalen Solidarität. Geboren in Böhmen und aufgewachsen in Wien verstand er es, dass es darum geht die Einheit der Arbeiter zu erkämpfen, ihre gemeinsame Tat zu fördern. Er war Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ, die als Partei des Internationalismus immer den gemeinsamen Kampf der Arbeiter aller Länder als Ausgangspunkt hatte. Der Nazifaschismus wurde im internationalen antifaschistischen Kampf geschlagen, geführt durch die Sowjetunion.

Lernen wir von Franz Šebek und kämpfen wir für die Einheit der Arbeiter unter revolutionärer Führung. Lernen wir von Franz Šebek die Gesamtinteressen der Arbeiterklasse im Auge zu behalten. Lernen wir und kämpfen auch heute für die revolutionäre Organisation der Arbeiterklasse! Das Leben und Wirken dieses wichtigen Kommunisten wollen wir im Jahr seines 120. Geburtstages hochhalten und dafür nutzen, den Kampf heute zu entwickeln.

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