Wien: Notquartier Gudrunstraße muss bleiben!

Das Notquartier Gudrunstraße in Wien-Favoriten soll ersatzlos geschlossen werden. Trotz der Corona-Pandemie wird diese Kürzung auf Kosten der Obdachlosen und der Beschäftigten zynisch durchgedrückt. Dagegen richteten sich schon Proteste und eine Demonstratione, die sich entschieden gegen die Schließung des Notquartiers stellen.

Notquartier in der Gudrunstraße

Statt wie von den Beschäftigten gefordert die Notschlafstelle zu sanieren, soll diese jetzt geschlossen werden. Während Organisationen wie die Caritas berichten, dass Obdachlosigkeit mit der “Corona-Krise” massiv zugenommen hat, sprechen Samariterbund und FSW, die das Quartier betreiben, von “fehlender Auslastung”. Diese Behauptung wurde von den Beschäftigten schnell als Lüge entlarvt. Die 70 Betten sind permanent voll, die vier schimmligen Duschen die es für die Klienten gibt auch. Im ganzen Quartier gibt es keine Sitzgelegenheiten, obwohl dort auch gegessen wird. Die Folgen einer Schließung werden also eine Überbelegung anderer Quartiere sein, und somit eine Verschlechterung der Versorgung der Obdachlosen in ganz Wien. Dabei haben wir schon davor gesehen, dass sowohl die Obdachlosen, als auch die Beschäftigten buchstäblich krank gespart wurden. Damit ist natürlich der Corona-Cluster gemeint, in dessen Folge sich zirka 1/3 der Nächtiger und fünf Beschäftigte ansteckten. Aber noch einmal so viele Beschäftigte gingen in Folge eines Burn-outs in den Krankenstand. Als Dank für ihre Leistungen müssen die Mitarbeiter offensichtlich ihre Gesundheit für einen Hungerlohn aufs Spiel setzen.

Währenddessen wurden andere Quartiere durchaus verlängert. Dass es genau die „Gudi“, wie sie im Viertel genannt wird, trifft, liegt offensichtlich daran, dass die Beschäftigten die Zustände im Quartier öffentlich gemacht haben. Ist es das, was beim Samariterbund unter „Liebe zum Menschen“ verstanden wird? Für die Stadt Wien soll die „lebenswerteste Stadt der Welt“ offenbar nur für einige Topmanager und Aktionäre lebenswert bleiben, für die Arbeiter und die Ärmsten bleibt nichts übrig als Ausbeutung und Repression. Und wenn die Corona-Maßnahmen nicht gerade als Ausrede dafür genommen werden, wird auf Gesundheitsschutz ebenso gepfiffen.

Aus diesem Grund gab es im Gesundheits- und Sozialbereich bereits Anfang letzten Jahres große Proteste, die sich gegen den Abbau von Arbeitsrechten – wie befristete Verträge beim Samariterbund – für eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden, bei vollem Lohn- und Personalausgleich einsetzten. Auch jetzt muss es heißen:

Notquartier Gudrunstraße muss bleiben! Nein zum Abbau von Obdachloseneinrichtungen!

Gegen befristete Verträge und den Abbau von Arbeitsrechten!

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