MAN: Kündigungen verhindern, Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Nach der Abstimmung der Belegschaft, die zurecht gegen die Übernahme durch Siegfried Wolf, gegen Kündigungen und Lohnkürzungen ausging (wir berichteten), folgt nun die Retourkutsche des Konzerns. Als Machtdemonstration und Wegweiser, sollen in den nächsten Wochen an die 125 Leiharbeiter gekündigt werden! Es drängt sich erneut die Frage auf: Wo bleiben Kampfmaßnahmen, wo bleibt der nötige Aufschrei angeblicher „Arbeitervertreter“?

Die Auftragsbücher sind voll, es gibt genug Arbeit, dennoch soll gekündigt werden. Um eine Produktion von 86 LKW in 4,5 Produktionstagen pro Woche aufrecht zuhalten, bräuchte es laut Helmut Emler (Betriebsrat), ohne die Leiharbeiter zwei Sonderschichten, das Streichen der Freischicht Freitagsnachmittags und eine zusätzliche Schicht am Samstag, womit es auch Überstundenverpflichtungen bräuchte. Vergangene Woche, zwischen 12. und 17. April, stellte MAN sogar noch zusätzliche Leiharbeiter ein!

Diese Rechnung zeigt deutlich, worum es dem Konzern schlussendlich geht: Kündigungen und Kürzungen. Es soll aus weniger Arbeitern, die aber die gleiche Arbeit erledigen, noch mehr Profit für den Konzern herausgeholt werden. Das ist es was mit der „Restrukturierung“ durch Siegfried Wolf gemacht werden sollte (was die Arbeiter aber deutlich abgelehnt haben!) und das ist offensichtlich auch der Kurs mit dem der Konzern nun den Druck erhöht.

Diverse Politiker, allen voran SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer, stellen sich nun scheinbar vor die Belegschaft, reden vom „Schulterschluss“ und „Kraftakt“. Wie die österreichische Arbeiterschaft aber nicht nur aus der Geschichte (Verkauf der Steyrerwerke durch Vranitzky) weiß, sondern auch durch aktuelle Beispiele wie die Massenkündigungen bei ATB und Swarovski lernt: Außer reden nichts dahinter! Zurecht hat die Belegschaft von ATB, bei ihrer Demonstration in Wien den Worten Rendi Wagners, von wegen „wir gemeinsam“ kein Vertrauen geschenkt. Nicht nur, dass diese Worte erst viel zu spät kamen, folgten ihnen noch dazu keine Taten. Nun schlägt die SPÖ Spitze vor, der Staat müsse investieren und den Laden übernehmen. Schön und gut, doch selbst wenn dem so wäre, heißt es nicht, dass Kündigungen und Kürzungen vom Tisch wären. Das ist also keine wirkliche Antwort auf Kündigungen und Lohnkürzungen!

Ebenso wenig wie der Staat die Verantwortung im Interesse der Belegschaft übernehmen wird (immerhin ist dieser bereits total verwachsen mit den Interessen der Konzerne), wird es offenbar die Gewerkschaft tun! Erneut stellt sich zurecht die Frage: Wo bleiben die Kampfmaßnahmen, wo bleibt die Streikankündigung, wo bleibt die nächste öffentliche Betriebsversammlung, wo bleibt der notwendige Aufschrei wenn hunderte unserer Kollegen gekündigt werden sollen? Wie schlecht es den Leiharbeitern gehe, wie dringend es Maßnahmen gegen die hohe Arbeitslosigkeit brauche und wie toll nicht das Kurzarbeitsmodell sei… der ganze Apparat des ÖGB ist immer flott dabei die Umstände zu bejammern, doch was folgen für Taten, wo bleiben Konsequenzen, wenn ganze Landstriche arbeitslos werden, wenn die Existenzen tausender Arbeiterfamilien am Spiel stehen, wenn die Rechte der Arbeiter mit Füßen getreten werden? Erich Schwarz, nicht nur ein langjähriger MAN-Arbeiter, sondern auch jahrelanger Betriebsratsvorsitzender, bekommt Betretungsverbot, die erstem 125 Kollegen werden gekündigt, die Konzernführung und die Politik zeigen klar wo der Kurs hingeht und die Gewerkschaftsführung geht diesen ganz offensichtlich mit!

Das zeigt einmal mehr, wie wichtig und richtig es ist nicht nur wachsam zu sein gegenüber solchen Angriffen und Verschlechterungen, sondern vor allem wie notwendig es ist, dass sich die Arbeiter selbst organisieren! Streik darf nicht „…unser letztes Mittel“ sein, zu dem erst gegriffen wird, wenn es zu spät ist, sondern es ist ein gerechtfertigtes Mittel gegen Kündigungen die ganz aktuell, gerade jetzt passieren! Dass die selbstständige Initiative der Arbeiter entwickelt werden und was bewirken kann, bewies sich mit der Demonstration im Oktober, sowie der erfolgreichen Petition die am 1. April übergeben wurde. Aber nicht nur dass solche Initiativen möglich sind, die Entwicklungen zeigen immer deutlicher auf, dass es schlichtweg notwendig ist, dass sich die Arbeiter im Betrieb und unterschiedlichen Branchen zusammenschließen, sich gemeinsam wehren und kämpfen!

Nein zum Abbau tausender Arbeitsplätze! Keine Kündigungen bei MAN-Steyr!

Lisa F.

Quellen:

OÖN, ProGe, ORF-OÖ

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