Katastrophale Zustände in der Glaswirtschaft!

– KORRESPONDENZ AUS DEM BETRIEB –

Bei der Firma XY* Glas in OÖ läuft nichts so wie es sollte. Nicht nur, dass die Arbeitsrechte nicht eingehalten werden, sonder auch kein Respekt den Arbeitern entgegen gebracht wird. „Sie verlangen nur, geben dafür aber nichts her, wo ist denn da die Gerechtigkeit“, so ein Arbeiter. Wir, vom Arbeiterstammtisch Linz/Steyr haben mit den Beschäftigten gesprochen und waren schockiert, unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wird!

Die Arbeitsbedingungen sind eine Katastrophe, nicht nur, dass sich schädliche Farbdämpfe und Glasstaub in der Luft befinden, sondern auch, dass die Be- und Entlüftung kaum oder nicht funktionieren. Dass dies für Arbeiter schädlich ist, braucht man hier nicht zu erwähnen. Trotz dieser Schädigung der Lungen arbeiten die Arbeiter seit Januar mit 8% weniger Lohn. Bei einem Mindestlohn von 11,52 Euro/Stunde eine bodenlose Frechheit. Kleine Info am Rande: Ohne der Unterschrift des Betriebsrates wäre diese Lohnreduktion nicht möglich gewesen!

An der Decke hängen überall 10L Kübel, weil es an vielen Stellen sonst von der Decke tropft, wegen dem desolaten Dach. Gleichzeitig gibt es lediglich einen Gertränkespender der aber gut versteckt ist und sonst gibt es nur im Büro Trinkwasser, das restliche Wasser aus dem Hahn ist kein Trinkwasser – und das in Österreich, wo auch Leitungswasser in der Regel genießbar ist! Auch die Infrastruktur und Logistik lässt sehr zu wünschen über, da man alles erst suchen kann, was man für seine Tätigkeit braucht, um dann gefragt zu werden wieso man nicht mehr produziert hat.

Die Lohnverhandlugen letzten Mai haben eine Erhöhung von 1,3% ergeben. Das ist ein Witz und nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da die Firma seit Jahren rote Zahlen schreibt steigt der Druck auf die Geschäftsleitung, die wiederum gibt den Druck an die Arbeiter weiter, ohne an Verluste zu denken. Natürlich will man seine Arbeit gut machen, wenn man aber nur Stress und Druck hat, und für all das Versagen der Geschäftsleitung verantwortlich gemacht wird, ist es verständlich, dass so mancher das nicht aushält und zusammenbricht. Bei einer Besprechung meinte der Betriebsleiter, dass mehr Arbeit auf sie zukommt, sie nicht mit der Kapazität fahren können wie sie wollen. Wie denn auch mit veralteten und kaputten Maschinen? Anstelle aber etwas zu bieten wie z.B. mehr Lohn oder, dass man für Überstunden mehr bezahlt bekommt, hat er nur gemeint „ Die Kommunikation muss besser werden, man muss bereit sein für Überstunden und Wocheneindienste und wenn alles passt kann man in einem Jahr eventuell über die Löhne reden.“ (!) Dazu kommt noch, dass fast alle Facharbeiter gekündigt haben, wegen der Lohnsenkung. Somit müssen erst neue Facharbeiter ausgebildet werden, das macht bei den übrigen Arbeitern wieder mehr Druck, weil so dringend neue Fachkräfte auszubilden sind. Und das muss natürlich neben der restlichen Arbeit erledigt werden, ohne das berühmte „Zuckerl“, was dem ganzen noch die Krone aufsetzt. Wider zeigt sich: Wenn der Kapitalist ein Problem hat, gibt er es einfach an die Arbeiter ab, das ist kapitalistisches Krisenmanagement!

Dass das nichts Neues ist, kennen wir ja, wie sich zu Letzt bei MAN, Novamatic, Swietelsky usw. gut zeigte. Aber man braucht sich das nicht gefallen lassen, man kann und muss sich dagegen zur Wehr setzten! Da der Betriebsrat offensichtlich lieber seinen „ruhigen Posten“ genießt, werden sich die Arbeiter selbst organisieren müssen und sich auch fest mit den kämpferischen Arbeitern aus anderen Betrieben zusammenschließen. Man darf sich nicht verstecken und den Mund halten, sonder muss für seine Rechte einstehen und kämpfen. Auch der Arbeiterstammtisch Linz/Steyr unterstützt die Anliegen der Arbeiter, wie aktuell bei MAN Steyr!

Schließen wir uns zusammen, wehren wir uns und kämpfen wir!

Manfred T.

*zum Schutz des Arbeiters herausgenommen

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