MAN-Steyr: 3000 Unterschriften übergeben

Die „Internationale Arbeiterhilfe“ berichtete über die Übergabeaktion der Unterschriften von der Petition „Es betrifft Steyr und die ganze Region: Keine Schließung von MAN-Steyr!“ an einen Vertreter der oberösterreichischen Landesregierung. Auch das „AfA-Infoblatt“ berichtete in vielen Beiträgen über den großartigen Einsatz in ganz Österreich gegen die Massenkündigung von Tausenden Arbeitern bei MAN. Deshalb freuen wir uns, auch diesen Bericht bei uns veröffentlichen zu können, denn er ist ein wichtiges Zeichen wie der Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter und das Volk entwickelt werden kann und dass Tausende dahinter stehen! (Hier der LINK zum Original-Artikel)

Gelungene Abschlussaktion der Petition

Am 1. April wurde die Petition gegen die Schließung von MAN Steyr und gegen den Abbau tausender Arbeitsplätze zum Abschluss gebracht und an einen Vertreter der OÖ-Landesregierung übergeben. „Es war eine sehr lebendige und gelungene Kundgebung, bei der wir die Unterschriften der Petition übergeben haben.“, so Petra, die Initiatorin der Petition, „Wir haben knapp über 3.000 Unterschriften erreicht, was ein sehr gutes Ergebnis ist! Das ist all jenen zu verdanken, die diese Petition so tatkräftig unterstützen, jedem einzelnen Unterstützer, dem Arbeiterstammtisch und der Internationalen Arbeiterhilfe!“

Die Unterschriften, die hauptsächlich aus Österreich kamen, jedoch auch aus Bulgarien, dem ehemaligen Jugoslawien, oder aus Deutschland fanden sich Unterstützer, wurden an diesem Tag nicht nur offiziell übergeben, sie wurden ebenso symbolisch aufgefädelt auf einer Schnur vorm Landhaus angebracht. Außerdem sorgte eine kurze künstlerische Darstellung für viel Aufmerksamkeit. Ein Sarg wurde getragen, ein Kranz niedergelegt und anstatt Fürbitten, gab es „Kampfbitten“: Tausende Arbeitsplätze wurden bildlich zu Grabe getragen. „Kein Handyvertrag kann so schnell und einseitig aufgelöst werden wie eine mit Millionen geförderte Standortsicherung! Wehrt euch und kämpft!“ hieß es in einer „Kampfbitte“. Eine andere sagte: „Hier geht es um 6.000 Arbeitsplätze, die vernichtet werden sollen. Das akzeptieren wir nicht! Wehrt euch und kämpft!“ und den Abschluss bildete folgende: „Rund 500.000 sind derzeit schon arbeitslos! Daher ist unser Anspruch nicht „Schadensbegrenzung“, es braucht einen entschlossenen Kampf um jeden Arbeitsplatz! Wehrt euch und kämpft!“

In den Redebeiträgen wurde die Notwendigkeit der eigenständigen Organisierung hervorgehoben, sowie der Kampf um jeden Arbeitsplatz. Auch gab es einen Beitrag für die Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 80%, welcher auf viel Zustimmung stieß. Weiters wurde die große Solidarität, weit über die Grenzen Österreichs hinaus, betont: „Die Petition wurde ins Leben gerufen, um die Bevölkerung zu mobilisieren, weil es nicht nur eine Sache der MAN-Arbeiter allein ist und auch nicht nur die Sache von Steyrern. Sondern, es zeigt sich auch bei den Unterschriften, dass es ein Anliegen der Arbeiterschaft in ganz Österreichs ist – und sogar darüber hinaus! Auch in Bulgarien beispielsweise unterstützen die Arbeiter die Petition! Wir sehen, es gibt eine wirklich große Solidarität mit der Belegschaft, österreichweit und international!“

Zurecht übel aufgestoßen ist es den Teilnehmern, dass kein Vertreter von ÖGB und ProGe zu Übergabe erschien. Die Gewerkschaftsfunktionäre haben sich einfach davor gedrückt und respektieren den Willen von tausenden Unterzeichnenden nicht! Neben der OÖ-Landesregierung waren auch sie aufgefordert zu kommen, doch hielten sie sich einfach fern. „Ich bin sehr enttäuscht von ihnen, und finde es eigentlich eine Frechheit, dass keiner von ihnen gekommen ist, dass sie sich nicht einmal die Mühe machen oder die Zeit nehmen, dass sie jemanden schicken! Die sollten eigentlich für die Arbeiter da sein. Man hat es aber heute wieder gesehen: da sind sie, wenn es groß in der Presse ist, da schwingen sie Reden. Aber wie wir es bei der Betriebsversammlung im Oktober schon gesehen haben: sie reden nur in Verteidigung der Konzerne, der Kapitalinteressen“, kommentierte dies ein Teilnehmer.

Viele Passanten blieben stehen, einige fragten auch nach, wo sie denn unterschreiben können. Die Petition ist zwar nun schon zu Ende, aber der Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Weitem noch nicht. Die Übergabeaktion war ein kräftiger Ausdruck dafür, dass es für jeden folgenden Arbeitskampf einen wichtigen Rückhalt in der Bevölkerung und unter Arbeitern aus anderen Betrieben und Branchen gibt – und es diesen auch notwendig braucht!

2 Antworten zu “MAN-Steyr: 3000 Unterschriften übergeben

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