Gesundheitsschutz vs. Kündigung

Ein Arbeiter aus Oberösterreich der an einer Immunerkrankung leidet, sollte wegen des großen Gesundheitsrisikos zu Hause bleiben. Er bekam ein Arztattest und wurde kurzerhand gekündigt. Der Arbeiter klagt und bekam nun, etwa ein Jahr später (!) auch recht.

Der 35- jähriger Arbeiter aus dem Bezirk Eferding ist schon seit 20 Jahren in den Betrieb, eine Maschinenbaufirma, tätig gewesen. Er leidet an einer Immunschwächeerkrankung und hat eine eingeschränkte Nierenfunktion. Das erklärte ihn zurecht zum Hochrisikopatienten. Durch den Hausarzt wurde ihm ein Attest ausgestellt, welches besagt, dass er wegen des hohen Risikos für seine Gesundheit zu Hause bleiben soll. Das war bereits im März 2020, als die Bundesregierung ankündigte die Lohnkosten für Risikogruppen zu übernehmen. Soweit so gut und der Arbeiter teilte seinem Chef unmittelbar mit, dass er ein Attest habe und nun zu Hause bleiben müsse. Eine Woche später meldete sich der Geschäftsführer und meinte, die Firma wisse nicht, wo sie den Lohnkostenersatz herbekommen solle und der Arbeiter solle sich doch selbst darum kümmern. Auch nahm die Firma mit dem Hausarzt Kontakt auf um sich nach der Entschädigung zu informieren.

Schon Ende März wurde der Arbeiter schließlich gekündigt, mit einer Kündigungsfrist bis Juli. Der Arbeiter wurde danach noch ein weiteres mal aufgefordert, seine Arbeit wieder aufzunehmen, jedoch wurde für keinerlei Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz gesorgt. Weder für Arbeiter der Risikogruppen, noch für die restlichen Arbeiter. Auch ein Arbeitsmediziner zur Beurteilung der Situation wurde nicht hinzugezogen, so die Arbeiterkammer.

In diesem Fall hat das Arbeitsgericht nun entschieden, dass das Fernbleiben der Arbeit zulässig gewsen sei, der Betrieb keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen habe und somit die Küdnigung aufgehoben werden und der dementsprechende Lohn nachbezahlt werden muss.

Das ist leider nur ein Fall von Vielen, wo der so viel beschworene Gesundheitsschutz offensichtlich nicht vor Kündigung schützt! Bei einem Stand der Arbeitslosen bei über 500.000, bei einem Arbeitslosengeld von lächerlichen 55%, kommt dann besonders für Risikopatienten zur Sorge um Gesundheit und Leben auch noch eine massive Angst um die Existenzsicherung!

Es ist gut, dass diese Kündigung zurückgenommen werden musste, dass muss als Anspruch und Ansporn dienen, noch viel weiter und breiter die Rechte der Arbeiter zu verteidigen!

Lisa

[Quelle: www.nachrichten.at/oberoesterreich/hochrisikopatient-klagte-erfolgreich-gegen-entlassung;art4,3371233]

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