Borealis: Verkauf hin oder her, nein zu allen Kündigungen!

Die Borealis Linz soll erneut verkauft werden, für die 750 betroffenen Beschäftigten in Linz heißt das: Kürzungen und Kündigungen stehen bevor!

Die Belegschaft ist zurecht nervös, und nicht bereit, schon wieder (!) im Zuge eines bevorstehenden Verkaufs um ihre Arbeitsplätze und Kollektivverträge zu zittern. Am 15. Februar wurde bereits eine erste Betriebsversammlung abgehalten, die, obwohl sie online stattfand, mit 320 Kollegen sehr gut besucht war. Die Belegschaft signalisiert Bereitschaft zur Tat – ihre sogenannten Vertreter hingegen signalisieren Bereitschaft zum Buckeln. Schon 2019, als der Verkauf bereits im Raum stand, mussten die Betriebräte Mario Mayrwöger und Christian Kempinger, so berichteten die OÖ Nachrichten, bei den Verhandlungen eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben. „Das haben wir getan und waren denoch nicht eingebunden“, so Mayrhofer. Nun haben sie den Verkauf bereits akzeptiert, „(…) wir wollen die Richtung mitbestimmen.“1

Die Vertraulichkeitserklärung besagt unterm Strich nichts anderes, als dass mit leeren Händen in die Verhandlungen gegangen wird, und damit von vorn herein ein Kompromiss zu Lasten der Arbeiter in Kauf genommen wird. Denn anstatt die Belegschaft für Kampfmaßnahmen zu mobilisieren, anstatt die Stärke der Arbeiter in die Waagschale zu werfen, werden gerade sie vom Kampf ferngehalten! Das sind Methoden der Kapitalisten, die sogenannten Vertreter der Arbeiter vor ihren eigenen Karren zu spannen!

In erster Linie muss es natürlich darum gehen, jeden Arbeitsplatz zu sichern. Gleichzeitig muss aber auch festgehalten werden, dass die OMV mit 75% der Hauptinhaber der Borealis ist, und beide keine schlechten Gewinne machten in den vergangenen Jahren. Der größte Zweig der Borealis liegt in der Produktion von Polydefin, welcher weltweit in der Industrie Verwednung findet, bei Rohrsystemen, in der Verpackungstechnick, aber auch beispielsweise bei medizinischer Gerätschaft. Damit liegt Borealis deutlich im Milliardenschweren Bereich. 2019 fuhr der Konzern einen Gwinn von 872 Millionen Euro ein, bei einem Umsatz von 9,8 Milliarden2. Auch ein interessantes Detail: Die Verluste, die es 2020 gab, waren zurückzuführen auf die gesunkenen Ölpreise – nicht, wie im Allgemeinen gerne behauptet, auf die Pandemie, denn die Ölpreise waren vor allem aus politischen Gründen schon vor Auftreten des Corona-Virus gesunken.

Was bei der Boralis nun verkauft werden soll, ist aber nicht die gesamte Produktion. Es geht dabei um den „Nitro“-Teil, die Produktion von Düngelmittel und Melamin. Ein Beschäftiger einer Firma mit ähnlichen Produkten im Chemiepark (er möchte Anonym bleiben) berichtete über die gleichen Entwicklungen. Dieser Bereich solle auch in seiner Firma verkauft werden, was unter anderem mit dem sogenannten „Klimaschutz“ zusammenhängt. Es geht dabei um Auflagen, Kosten und Image. Die „Grüne Politik“ endet aber schon an der Grenze. Denn nicht etwa, dass andere Methoden, nachhaltigere Nutzung der Böden entwickelt wird – die Produktion wird einfach in Länder mit weniger Auflagen ausgelagert, wo billiger produziert wird und somit mehr Gewinne aus der Arbeit geschlagen werden kann. Der große Schmäh von „neuen Arbeitsplätze“ die stattdessen geschaffen werden, geht damit auch nicht auf. Wie es auch gedreht oder gewendet wird, für die Arbeiter muss es heißen: Kampf um jeden Arbeitsplatz! Eine halbe Million Arbeitslose sind schon viel zu viel!

Nora

1http://www.nachrichten.at/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/betriebsversammlung-in-borealis-linz-diesmal-wollen-wir-mitreden;art467,3351623

2http://www.nachrichten.at/wirtschaft/borealis-verkauf-der-linzer-duengemittel-sparte-nur-kurzfristig-vom-tisch;art15,3232929

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