Oberösterreich: Rotes Gedenken an die Februarkämpfe 1934

Zum Anlass des Jahrestages der antifaschistischen bewaffneten Kämpfe im Februar 1934, der großen Erhebung der österreichischen Arbeiter gegen den Faschismus, wurden in verschiedenen Städten und Regionen Österreichs Gedenkveranstaltungen abgehalten. Vor kurzem berichteten wir von jener in Wien, nun haben wir auch Bilder eines Gedenkspaziergangs in Linz erhalten.

Wie die Genossinnen und Genossen die diesen Rundgang organisierten berichten, beteiligten sich neben Interessierten und Aktivisten aus Linz auch Arbeiter aus Steyr, weshalb die Ereignisse des Februars 1934 in dieser traditionsreichen oberösterreichischen Industriestadt auch gewürdigt wurden. Immerhin beteiligten sich die Arbeiter der damaligen Steyr-Werke, die zu den Vorläufern des heutigen MAN-Standorts gehören, ganz vorbildhaft an den damaligen Kämpfen. Die Steyrer Arbeiter nahmen einen wichtigen Platz in diesem Ereignis ein, das zum Symbol des Kampfes der Arbeiterklasse der ganzen Welt gegen den Faschismus wurde. Ein Teilnehmer am Rundgang erzählte von der abwiegelnden und verräterischen Rolle der sozialdemokratischen Führung und auch, dass die Arbeiter sich diesen Verrat, wie am Beispiel Steyr zu sehen, nicht überall gefallen ließen. So das Beispiel eines führenden Funktionärs der Kampfleitung, „der Bezirksobmann der Sozialdemokratischen Partei, Franz Schrangl, konstatierte: ‚Weil ich den Leuten gesagt habe, sie sollen alles einstellen, haben mir die Arbeiter gesagt, wenn ich die Bremserei nicht einstelle, werden sie zur Selbsthilfe greifen und mich festsetzen.“ Es war die Initiative der Kämpfer des Schutzbundes vor Ort, die beispielsweise dazu führte, dass Gleise gesprengt wurden und damit der Nachschub von militärischem Material des Feindes unterbunden wurde.

Trotz der eisigen Kälte an diesem 12. Februar, blieben die Teilnehmer des Rundgangs voller Interesse dabei und legten am Linzer Bulgariplatz, benannt nach dem wichtigen Februarkämpfer über den es auch eine Kurzgeschichte zu hören gab, und beim ehemaligen Hotel Schiff, dem Ort, wo die Februarkämpfe begonnen haben, Blumen nieder. Dazwischen plauderte man in angeregten Gesprächen über das historische Gewicht der Februarkämpfe für die oberösterreichische Landeshauptstadt, die Bedeutung des Februar 1934 für die österreichische und internationale Arbeiterklasse und die Lehren, die heute aus diesem heldenhaften Kampf zu ziehen sind. Eine der wichtigsten Lehren aus den Februarkämpfen des Jahres 1934, die dennoch in einer zeitweiligen Niederlage endeten, ist dabei sicherlich die revolutionäre Einheit und Geschlossenheit der Arbeiterklasse, die sie nur unter revolutionärer Führung verwirklichen kann und die im Februar 1934 wegen der üblen Rolle der sozialdemokratischen Führung nur teilweise verwirklicht werden konnte. Nur die revolutionäre Einheit der Arbeiter gegen den Faschismus garantiert schlussendlich ihren Sieg, das ist ein wichtiges Vermächtnis der Helden des 12. Februars 1934. Beendet wurde der rote und lehrreiche Rundgang mit der Parole: Tod dem Faschismus – Freiheit dem Volk!

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