Massiver Anstieg von Gewalt an Kindern durch Maßnahmen der Regierung

Im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie befinden wir uns nun bereits im dritten Lockdown innerhalb eines Jahres. Seit Beginn der Pandemie Anfang März 2020 wird von der Regierung regelmäßig stark betont, dass die österreichische Bevölkerung ihren Alltag größtenteils in den eigenen vier Wänden verbringen und jegliche soziale Kontakte auf ein absolutes Minimum beschränken soll. Somit wird seither das eigene Heim immer mehr als ‚einzig sicherer Ort vor dem Virus‘ dargestellt – in der Realität sieht das jedoch ganz anders aus.

Nicht nur für viele Frauen stellt die Möglichkeit das häusliche Umfeld zu verlassen einen Ausweg aus häuslicher Gewalt dar, sondern auch vermehrt für Kinder. Bereits vor der Corona-Pandemie war es kein Geheimniss, dass die häusliche Gewalt an Kindern einen Zuwachs erlebt – unter anderem bedingt durch schlechtere Arbeitsverhältnisse und dem daraus resultierenden Stress der Familienmitglieder.

Allein in der Zeit zwischen dem 16. März 2020 bis Anfang Mai 2020 stieg die Gewalt in den „eigenen vier Wänden“ um 9% an – die Anzahl der verhängten Betretungs- und Annäherungsverbote wegen häuslicher Gewalt stieg beträchtlich. Bereits vor dem ersten Lockdown warnten Frauenhäuser vor den Gefahren der sozialen Isolation. Sie würden sich entweder in Form von verstärkter Gewalt an Frauen und Kindern, die sich bereits in dieser Situation befinden, zeigen, oder in einem Anstieg an Bereitschaft zur Gewalt durch vermehrten Stress und Existenzängsten der Eltern durch Kurzarbeit und Massenarbeitslosigkeit.

Eine Umfrage, durchgeführt durch die möwe-Kinderschutzzentren zur Einstellung und dem Bewusstsein der Bevölkerung zu Gewalt an Kindern, ergab, dass während der Lockdowns um 2/3 mehr häusliche Gewalt stattfindet. Die Befragung der zeigte auch, dass ein großer Anteil der Fälle von häuslicher Gewalt im Dunkeln liegen. 1/5 der Befragten hatte im Laufe der Pandemie von Gewalt gegen Kinder gehört, 5% haben Gewalt beobachtet und 3% diese sogar selbst erlebt – jedoch gab es in dieser Frage viele Antwortenthaltungen.

Gewaltbetroffene Kinder befinden sich durch die soziale Isolation in einer schwierigen Lage, da ihnen keine erwachsenen Bezugspersonen, z.B. PädagogInnen, zur Verfügung stehen, denen sie sich bei Fällen von Gewalt anvertrauen können. Dazu kommt auch der Druck auf Kinder durch Home-Schooling, die Einschränkungen der persönlichen Freiheit und das Leben auf engem Raum mit der Familie. Gleichzeitig ist es momentan schwierig einen Platz in einer Hilfseinrichtung zu finden, da diese überfüllt oder nur begrenzt verfügbar sind.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten war auch der Meinung, dass die Politik sich diesem Thema zu wenig annimmt. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist klar, dass Familien vermehrt im Stich gelassen werden. Zum Fehlen von angemessenen Unterstützungsmaßnahmen kommen noch Arbeitslosigkeit, finanzielle Einbußen und Druck der auf den Familien lastet. Durch das Home-Schooling müssen sich die Eltern noch viel mehr um die schulischen Aufgaben ihrer Kinder kümmen und diese betreuen. Deswegen benötigt es besonders jetzt einen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und vor allem auch einen geregelten Schulalltag für Kinder.

Für offene Schulen und einen zureichenden Gesundheitsschutz für Lehrpersonal sowie SchülerInnen!

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