Kroatien: verheerendes Erdbeben in Zeiten der Pandemie

Die Bevölkerung Kroatien wurde vergangenes Jahr gleich von zwei starken Erdbeben hart getroffen. Zuletzt Ende Dezember, wodurch zahlreiche Menschen ihr Zuhause verloren. Klirrender Kälter, Zerstörung und dann noch dazu ein „Krisenmanagement“ in der Pandemie, welches die Bevölkerung sich selbst überlässt.

Bereits im Frühjahr kam es in Kroatien zur Katastrophe, als mitten in der Pandemie ein Erdbeben für Zerstörung, Tote und Verletzte sorgte. In Krankenhäusern und bei Ärzten wurden zahlreiche Betroffene wieder weggeschickt, die Bevölkerung war auf sich selbst angewiesen und leistete Großes durch Nachbarschaftshilfe. Nun, kurze Zeit später erlebt die Bevölkerung erneut eine Katastrophe: Ein Beben der Stärke 6,4 am 29. Dezember und teils fast genauso starke Nachbeben die über eine Woche andauerten.

Das Epizentrum lag südlich von Zagreb, dort und in der Umgebung bot sich ein katastrophales Bild. Mehr als 1.000 Häuser wurden komplett zerstört, mehrere Städte liegen in Trümmern, es gab Tote und zahlreiche Verletzte. In nur drei Tagen seien 38 Erdstöße verzeichnet worden. In vielen Interviews sprachen Betroffene davon, dass es ähnliche Zustände wie im Krieg waren, nur, dass die Erdbeben noch unerwarteter als die Bombenangriffe niedergehen würden.

An den verheerenden Auswirkung des Bebens hat die Bevölkerung zu leiden, und das in weiten Teilen auch heute noch. War das Gesundheitssystem Kroatiens nun schon mit der Pandemie weit über dem Limit, wurde noch dazu ein Krankenhaus (in Sisak) fast komplett zerstört und die Versorgung nur mehr mit dem Einsatz des Militärs aufrecht erhalten. Zahlreiche Menschen wurden auf einen Schlag obdachlos. Jene die Glück haben kommen bei Verwandten unter. Viele berichteten von Hilfsaktionen durch Nachbarn oder Familie, dass sie zumindest einen Wohnwagen oder Container zu Verfügung haben. Die ersten Nächte verbrachten viele Familien sogar in ihren Autos, und das bei klirrender Kälter.

Notunterkünfte standen nur spärlich zur Verfügung und in diesen herrschte neben der Angst vor weiteren Beben auch die Angst vor der weiteren Ausbreitung der Pandemie. Während im Sommer alles darauf eingestellt wurde, den Sommertourismus zu „retten“, sieht sich die Bevölkerung schweren Problem gegenüber. Die Gesundheitsversorgung war schon vorher schlecht gewesen, die Pandemie machte nur einmal mehr sehr drastisch sichtbar, welche schwerwiegenden Probleme Kürzungen, Privatisierungen und hohe Selbstbehalte für die Bevölkerung haben. Und das bei einer offiziellen Arbeitslosenquote von 7,5% im November (Vergleich Österreich: 5,2) und einer Jugendarbeitslosigkeit von sogar 24,8%1!

Und als ob all das noch nicht genug wäre, steht an der Grenze Kroatiens noch drohend das Atomkraftwerk Krško (Slowenien). Dieses habe sich Angaben der Kraftwerksbetreiber beim Erdbeben automatisch heruntergefahren, in einen „Shutdown-Zustand“ um größere Gefahren zu verhindern. Nun ist das Atomkraftwerk Krško zwar im Vergleich zu anderen nicht eines der ältesten, oder baufälligsten Atomkraftwerke Europas. Aber es liegt in einer von Erdbeben sehr häufig betroffenen Region. Eine Region, die viel häufiger und heftiger als der Westen und Norden Europas von Erdbeben betroffen ist. Laut Global20002 seien die maximalen Erdbebenwerte die beim Bau berücksichtigt wurden so niedrig angesetzt worden, dass bei einem schweren Beben Schäden bis zur gefährlichen Kernschmelze einsetzen könnten. Obwohl es seit der Erbauung 1985 Protest gegen dieses AKW gibt, es noch dazu in einer gefährlichen Zone steht, wurden zuletzt Erweiterungspläne lediglich aufgrund des Kostenfaktors bei Seite gelegt!

Pandemie, Erdbeben, Atomkraftwerke bringen teils massive Gefahren für die Bevölkerung, kosten Leben und Existenzen, doch von Seiten der Herrschenden gibt es keine Antworten, keine Lösungen zum Schutz der Bevölkerung. Die korrupten Marionettenregierungen Kroatiens haben im Gegenteil die Tore weit aufgemacht, damit ausländische Firmen und Investoren (insbesondere die EU!), Liberalisierungen, Privatisierungen und den Ausverkauf von Grundversorgung und Gesundheitswesen zügig vorantreiben konnten! Und wo bleibt nun die Hilfe für die rund 50.000 Menschen die nun ohne Heim dastehen? Wo bleibt die Hilfe für die 500-1.000 Familien die nach vor ohne Dach über dem Kopf leben? Nichts anders als ein schlechter Witz ist es, wenn Premier Andrej Plenkovic vom „gemeinsamen“ Wiederaufbau spricht!

Karl S.

1Www.de.statista.com/statistik/daten/studie/160142/umfrage/arbeitslosenquote-in-den-eu-laendern/

2Www.global2000.at/akw-krsko

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