Graz: Wohnungsbau auf ehemaligem NS-Lager-Areal

Auf dem Areal des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers Liebenau will nun die Stadt Graz Sozialwohnungen errichten. Und als ob der Vorschlag dazu allein noch nicht pervers genug wäre, ist stark davon auszugehen, dass sich auf dem Areal noch viele unendeckte Gräber von Opfern des NS-Faschismus befinden.

Die „Gedenkinitiative Graz-Liebenau“ setzt sich deshalb seit vielen Jahren für umfassende archäologische Ausgrabungen ein und dafür, das Areal als sichtbare Gedenkstätte zu erhalten. Die Stadt Graz ist dabei jedoch anderer Ansicht und verhindert dieses Anliegen mit bürokratischen Mitteln. Dass nun Sozialwohnungen errichtet werden sollen, ist ein Versuch das Bestreben zur Gedenkstätte unmöglich zu machen.

Wie recht die Gedenkinitiative mit ihren Vermutungen zu vielen weiteren Gräbern auf dem Areal hat, zeigte unter anderem der Bau eines Kindergartens 1991, wo Skelette gefunden wurden. Kritisiert wird die Stadt Graz wegen ihres Versuchs die Spuren zu verwischen, anstatt sie für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wenn man sich um diese Orte nicht kümmert, geht das Leben über sie hinweg und verwischt die Spuren…“ ist auf der Homepage der Gedenkinitiative zu lesen.

„Die Spuren zu verwischen“, das wäre das Resultat von dem Wohnbauprojekt der Stadt Graz. Gerade bei Vorhaben wie diesen wird deutlich, wie ernst es den Herrschenden wirklich mit ihrem oft zitierten Bekenntnis zum „Antifaschismus“ ist.

„Bedenklich ist, dass man hier in diesem Gebiet auch keine Keller oder Tiefgaragen errichtet, um zu verhindern, dass man hier auf archöolgische Strukturen trifft oder auch Opfer findet“, so der Obmann der Gedenkinitiative.

Kein Wohnungsbau: Das Areal muss zur Gedenkstätte werden!

Umut K.

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