Frauenzentrum BLEIBT!

Im folgenden wollen wir nachträglich einen Bericht veröffentlichen den wir erhalten haben:

Nein zur Zerschlagung des Frauenzentrums durch die Stadt Wien!

Das FZ (Verein Kommunikationszentrum für Frauen, Lesben, Migrantinnen und Mädchen) kämpft nicht alleine gegen dessen Zerschlagung durch die Stadt Wien! Viele Initiativen, Organisationen, Mitkämpferinnen und solidarische Personen haben sich am 18.12.2020 im Hof des FZ versammelt, um ihre Solidarität zu zeigen. Mit Rede- und Kulturbeiträgen wurde deutlich: das FZ, eines der ältesten und letzten unabhängigen Strukturen für Frauenorganisationen, für kulturellen Initiativen und von Gewalt betroffenen Frauen, wird weiterhin dringend gebraucht. Und zwar so wie es ist: eigenständig und unabhängig!

„Unter dem Vorwand der Pandemie werden Sozialabbau und Angriffe auf politische Grundrechte vorangetrieben. Es ist kein Zufall, dass die derzeitige Situation ausgenutzt wird, und versucht wird, so den erwarteten Widerstand zu umgehen.“ So eine Vertreterin des Roten Frauenkomitees, das sich mit dem FZ solidarisch erklärt. Die Zerschlagung ist nicht „nur“ ein Angriff auf das FZ, sondern ein Angriff gegen die ganze kämpferische Frauenbewegung und das Volk. „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit dem FZ sehr und wird jemand von uns angegriffen stehen wir Schulter an Schulter!“

Das FZ, welches seit 1981 eigenständiger Bestandsnehmer der Stiege 6 im Gebäude der Währingerstraße 59 ist, soll durch einen Mietvertrag zwischen der Stadt Wien und dem WUK (Werkstätten und Kulturhaus) dem WUK unterstellt werden. Der Mietvertrag wurde im Sommer 2020 ohne Zustimmung durch das FZ unterschrieben und beinhaltet unter anderem eine Miete, wie sie sich unabhängige und nicht-kommerzielle Zentren nicht leisten können. Mit der geplanten Sanierungen ist außerdem eine neue öffentliche Treppe und die Installation eines Lifts vorgesehen, was aber in der geplanten Umsetzung ein weiterer Versuch der Unterordnung des FZs unter die Stadt Wien wäre. Während sich einige Vereine im WUK mit dem FZ solidarisch erklärt haben, hilft der Großteil des WUK-Vorstands der Regierung bei ihrem Vorhaben und erweist sich einmal mehr als Speerspitze gegen alles was sich kritisch außerhalb vom Mainstream positioniert.

Anna M.

Ebenfalls haben wir die Rede des Roten Frauenkomitees Wien erhalten, die auf der Kundgebung gehalten wurde:

Liebe Freundinnen, Genossinnen, Frauen!

Das Rote Frauenkomitee Wien erklärt sich solidarisch mit dem FZ, dem Frauen-Lesben-Mädchen-Zentrum. Das FZ ist eigenständig und unabhängig und so soll es auch bleiben! Die Sanierung, so wie sie stattfinden soll, die Zwangseingliederung in den WUK-Mietvertrag und das Vorhaben, das FZ dem WUK zu unterstellen, ist ein Angriff auf eine der letzten unabhängigen Strukturen für Frauenorganisationen, aber auch für von Gewalt betroffenen Frauen oder kulturellen Initiativen. Und das durch eine Stadt, die sich sonst so gerne mit Worten wie „Offfenheit“ oder „Menschlichkeit“ schmückt!

Im Lockdown schließt die Regierung, was die Herrschenden, die Krisenverursacher und -profiteure, als verzichtbar und unnötig, oder sogar als störend betrachten. Die Räume vom FZ waren und sind deshalb eine der wenigen Orte wo wir uns treffen konnten und können, in einer Zeit in der Organisierung, Widerstand und Kampf unverzichtbar und unbedingt notwendig sind.

Die Pandemie wird als Vorwand genutzt, für Sozialabbau, für Angriffe auf politische Grundrechte weil sie denken, so unseren Widerstand umgehen zu können. Heute zeigt sich einmal mehr, dass sie damit falsch liegen!

Einige Vereine im WUK haben sich mit dem FZ solidarisch erklärt – sie schreiten damit als ein positives Beispiel voran und solche Solidaritätserklärungen braucht es noch viel mehr!

Aber: Der Großteil vom WUK-Vorstand hilft der Regierung bei ihrem Vorhaben. Nicht zum ersten Mal erweist es sich so als Speerspitze gegen alles was sich kritisch außerhalb des Mainstreams positioniert, gegen Kräfte, die immer mehr zur weltanschaulichen Zielscheibe der Herrschenden werden. Schon in den letzten Jahren sind Palästina-Veranstaltungen verboten worden, und jetzt soll das FZ das nächste sein. Es zeigt, was für ein Gift die Kommerzialisierung ehemals unabhängiger Räume ist, eine Kommerzialisierung, denen jetzt auch die Räumlichkeiten vom FZ unterworfen werden sollen!

Die Zusammenarbeit zwischen dem Roten Frauenkomitee und dem FZ wird weitergehen. Bei allen Unterschieden und Gemeinsamkeiten: Wir werden auch in Zukunft gegen Patriarchat und Kapital kämpfen, gegen die Unterdrückung und Ausbeutung der Frauen, gegen Gewalt gegen Frauen!

Das FZ muss unabhängig bleiben! Niemand sollte unterschätzen, wie viele Frauen hier ein- und ausgehen, wie viele Frauen diese Räumlichkeiten nutzen und brauchen! Das FZ wird niemals alleine dastehen: wird eine von uns angegriffen, stehen wir Schulter an Schulter!

FRAUEN, WEHRT EUCH UND KÄMPFT!

GEGEN DIE ZERSCHLAGUNG VOM FRAUEN-LESBEN-MÄDCHEN ZENTRUM DURCH DIE STADT WIEN!

Rotes Frauenkomitee Wien

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