Das Geschäft mit Corona: Die großen und kleinen Gauner.

Folgenden Artikel könnt ihr auch in der aktuellen Ausgabe der „AfA“ finden!

Ob Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Impfstoff oder nun brandaktuell Schnelltests, hinter all dem, darüber herrscht kein Zweifel, steht ein milliardenschweres Geschäft. Während häufig vor Trickbetrügern und kleineren Gaunereien gewarnt wird und teilweise angekreidet wird, dass sich Einzelne am Leid Vieler bereichern, sind es die Regierungen und Konzerne, welche den absoluten Löwenanteil am Geschäft mit Corona einstreifen.

Schon im März boomte das Geschäft mit den Schutzmasken. Weltweit gab es einen regelrechten Kampf um Schutzausrüstung. So wurden beispielsweise massenweise Schutzmasken aus Bulgarien abgezogen um in Österreich zum Einsatz zu kommen. In Bulgarien führte das in den Krankenhäusern zu massiven Engpässen und regelrechten Katastrophen, während in Österreich Supermärkte am Verkauf der Masken verdienten.

In Wien wurde ein Handyshop-Betreiber als Held gefeiert. Er verschenke zunächst Masken an verschiedene Einrichtungen, dannach boomte sein Geschäft. Begonnen hat alles mit einem Fund in der Slowakei, wo er in einer stillgelegten Fabrik ein riesigen Bestand an Schutzmaskenmasken (3,5, Millionen Stück) aufkaufte. Später stellte sich heraus, dass Emad F., der Handyshop-Betreiber gute Beziehungen zu Ludovit Goga, slowakischer Nationalratsabgeordneter, pflegt. Es ist schwer zu glauben, dass Goga nicht am Fund und Geschäft mit den Masken in Wien beteiligt war. Solche Geschäfte sind nicht ungewöhnlich, pikant dabei aber: Gerade ein Vertreter der Sme Rodina, einer Partei die angeblich die nationalen Interessen der Slowakei verteidigt, verscherbelte die so dringend benötigte Schutzausrüstung ins Ausland.

Unstimmigkeiten wurden außerdem rund um die aus dem Boden gestampfte „Hygiene Austria LP“ laut, einem Zusammenschluss von Lenzing und Palmers. Im Sommer weitete die Regierung Kurz die Maskenpflicht aus, kurz darauf gab es satte Aufträge und Kurz besuchte die „Hygiene Austria LP“ und bedankte sich „im Namen der Republik“. Interessantes Detail dabei ist, dass einer der Hauptprofiteure der Ehemann einer der engsten Vertrauten von Kurz, Lisa Wieser, ist.

Geschäft lässt sich natürlich auch mit dem Impfstoff machen. Nichts anderes als Zynismus ist es, wenn der Generaldirektor des Internationalen Pharmaverbandes IFPMA, Thomas Cueni, meint „Es geht hier nicht darum, dass zum Schluss eine große Rendite rauskommt“ und vom Verantwortungsgefühl der Pharmafirmen spricht – „nicht nur in den reichen Industrieländern, sondern auch in den Entwicklungsländern“. Nicht nur, dass die sogenannten „Entwicklungsländer“, allen voran Brasilien und Indien, für die großen Pharmakonzerne in den letzten Monaten als großes Versuchslabor dienten, geht es dabei um Milliarden Gewinne! Regierungen fördern die Pharmakonzerne und erhalten Lieferungen zugesichert. Die US Firma Moderna bspw. erhielt 955 Millionen Dollar Förderung und schloss einen Kaufvertrag mit der US-Regierung über 1,5 Milliarden Dollar ab. Deutschland sicherte sich 54 Millionen Dosen vom Hersteller AstraZeneca und auch die EU schloss Verträge ab.

Kanzler Kurz traf sich im September mit dem CEO von Roche, Severin Schwan in Basel, nur wenige Zeit später (im Zuge der Massentests) übernimmt Roche einen Auftrag von 4 Millionen Antigentests. Finanziert aus öffentlicher Hand, jedoch ohne Ausschreibung. Besonders daran: Es war ein massiv überteuerter Kauf! 20% teurer als vom Hersteller Siemens und gleich 60% teurer als von IFMS Med. In Auftrag gegeben durch Kanzler Kurz, ausgeführt durch die Bundesbeschaffung BBG, welche Gernot Blümel unterliegt. „Wir kennen den Markt und wickeln Projekte effizient ab“ heißt es im Webauftritt der BBG. Tatsächlich aber konnte laut BBG kein qualitativer Unterschied zwischen den Test von 21 verschiedenen Anbietern ausgemacht werden. Anstatt aber, nach eigenen Worten „die heimische Wirtschaft zu fördern“, wird der hauptsächliche Auftrag an einen ausländischen Konzern, und ohne Mengenrabatt (teurer als teilweise Hausärzte einkaufen!), mit den höchsten Kosten vergeben. Dieser Einkauf der Bundesregierung kostete den Steuerzahler 31,2 Mio Euro für 4 Millionen Tests. Ein günstigerer Anbieter wäre auf 11,78 Millionen Euro gekommen!

Dass gleichzeitig im neuen Budget 180 Millionen Euro weniger fürs Gesundheitswesen bereitstehen, zeigt deutlich: Es geht ums Geschäft, ob im kleinen oder im großen Stil: eine Hand wäscht die andere. Die Gesundheit der Bevölkerung ist zweitrangig, solange die Summe stimmt!

Lisa H.

http://www.addendum.org/coronavirus/atemschutzmaske-at/
http://www.addendum.org/coronavirus/verttragsdetails-geheim/
http://www.bbg.gv.at/information/vergabrecht
http://www.zackzack.at/2020/12/11/millionenschaden-durch-massentests-war-vergabe-von-antigentests-geschoben/
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/corona-impfstoff-133.html

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