In Gedenken an den Genossen und Mitstreiter Manuel Sarmiento

Genosse Manuel Sarmiento oder auch „Ka Manny“, wie er von seinen Freunden und Mitstreitern genannt wurde, ist im 72. Lebensjahr, am 11. Dezember 2020, von uns gegangen. Wir sind tief bestürzt über den plötzlichen Tod dieses wichtigen politischen Aktivisten und beharrlichen Streiters für die Anliegen der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Unser herzliches Beileid wollen wir an die Genossen, die Familie und engen Weggefährten Ka Mannys von „Migrante Austria“ ausdrücken. Trotz des erscheckenden plötzlichen Tods sind wir froh, dass Ka Manny friedlich und ohne Schmerzen von uns gehen konnte.

Sein gesamtes Leben stand Ka Manny an der Seite der Arbeiter, der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Er war einer von ihnen und gab ihren Anliegen überall wo er war eine Stimme und eine Organisation. So wurde Ka Manny in seinem Herkunftsland, den Philippinen, schnell ein wichtiger gewerkschaftlicher Führer, leitete Streiks, Kämpfe und Organisierung von enormen Ausmaß. Seine völlige Hingabe zur Sache der Arbeiter, seine eiserne Disziplin mit sich selbst und sein großes Herz für die Nöte und Leiden der Unterdrückten verschafften Ka Manny so viel Ansehen unter den Arbeitern, dass er als Vorsitzender einer lokalen Gewerschaft zum Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Lebensmittelindustrie gewählt wurde. „Er kam nie zu spät zu Treffen, und wenn er sie leitete, lief alles wie ein Uhrwerk.“, beschreibt die Autorin Ina Silverio den Gewerkschaftsführer Ka Manny, und hebt in ihrem Kondolenzschreiben auch seine persönlichen Eigenschaften hervor: Einfaches Leben, zäher Kampf“. Sein ganzes Leben lang war er der festen Überzeugung, dass die Ausbeutung der philippinischen Arbeiter und Völker, so wie aller anderen Arbeiter und Völker der Welt seine Ursache im imperialistischen Weltsystem findet. Das machte Ka Manny zu einem glühenden Internationalisten, der trotz seiner Emigration nach Österreich seine politische Arbeit kraftvoll weiterführte.

In Österreich zögerte er keinen Moment auch hier große Verantwortung auf sich zu nehmen und er gründete „Migrante Austria“, eine Organisation für philippinische Migranten in Österreich. Auch in der Gründung von PINAS FIRST nahm Ka Manny eine Schlüsselposition ein und schuf damit das erste Mal seit vielen Jahren die notwendigen Instrumente zur Verteidigung und Erlangung der Rechte von philippinischen Migranten. Stets hielt er dabei enge Verbindung mit Aktivisten und Organisationen aus den Philippinen und anderen Teilen der Welt, die durch ihn auch nach Österreich kamen und ihre Erfahrungen im gewerkschaftlichen Kampf und der Verteidigung der Menschenrechte mit Aktivisten aus Österreich teilten.

Mit Ka Manny verbindet viele Aktivisten und Journalisten der Antifaschistischen Aktion – Infoblatt das gemeinsame Wirken bei Veranstaltungen, Demonstrationen und Diskussionsabenden, wo vor allem der unermüdliche, beharrliche und trotzdem geduldige Charakter von Ka Manny hervorstach und tief beeindruckte. Voller Überzeugung, dass sich die Arbeiter und unterdrückten Teile der Bevölkerung nur organisiert wehren und kämpfen können, war Ka Manny kein Gespräch zu mühsam, keine Auseinandersetzung war für ihn wertlos, sondern er verstand es meisterhaft sich mit jeder Frage und Meinung geduldig und tiefgehend auseinanderzusetzen und mit dieser Herangehensweise Einheit mit den verschiedenen Teilen der Massen herzustellen. Dabei war er ein Vorbild, sich nicht von den Massen abzukapseln, sondern im Gegenteil sich tief mit ihnen zu verbinden. Doch nicht nur als beharrlicher Aktivist, auch sein weitrechendes Wissen, dass er in einfacher Sprache hervorragend zu vermitteln verstand, war eine Besonderheit von Ka Manny, die zeigte welche Persöhnlichkeit die österreichische politische Bewegung für fast zwei Jahrzehnte bereicherte.

Unser Genosse und Mitstreiter Ka Manny war einer jener authentischen Aktivisten, die „überall tausende Möglichkeiten sehen sich für gerechte Löhne, Arbeit, Rechte und Freiheit für die Arbeiterklasse einzusetzen, egal wo sie sich gerade befinden“. Mit diesen Worten beschrieb ihn die Gewerkschaft KMU, deren Vorstandsmitglied er Jahrelang war. Wir wollen sein enormes Vermächtnis, sein leuchtendes Beispiel als Mensch und Streiter für eine gerechte, revolutionäre Sache hochhalten und durch unser Wirken helfen es weiterzuführen. Sein Tod ist ein sehr großer Verlust, doch er sollte dazu anspornen das Beispiel das er uns gab als Vorbild zu begreifen. „Es sollte mehr Manny Sarmientos geben – ein leuchtendes Beispiel eines proletarischen Führers!“1.

Ka Manny, dein Vermächtnis wird weitergeführt werden!

Es lebe das Wirken von Manuel Sarmiento!

Hoch die Internationale Solidarität!

Nieder mit Ausbeutung und Unterdrückung: Nieder mit dem Imperialismus!

Redaktion der Antifaschistischen Aktion – Infoblatt, 15. Dezember 2020

1Nachruf an Manuel Sarmiento von Ina Silverio

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