Berichte zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: Es reicht! Kein Schritt zurück!

Es freut uns Berichte von Aktionen zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen veröffentlichen zu können. Trotz „hartem“ Lockdown wurde in vielen Städten dieser wichtige Tag hochgehalten und verteidigt. Besonders dieses Jahr ist das wichtig: Ist es doch der 60. Jahrestag des Todes der drei revolutionären Schwestern Mirabal, deren Ermordung durch die CIA zum Anlass für einen weltweiten, jährlichen Tag gegen Gewalt an Frauen wurde.

Besonders wollen wir auch hervorheben, dass in Wien dieses Jahr durch kraftvolle und lebendige Bündnisarbeit und einen gemeinsamen Aufruf gezeigt wurde, dass kämpferische Frauenorganisationen Schulter an Schulter gemeinsam stehen und wichtige Anliegen gemeinsam vertreten. Ebenfalls freut es uns berichten zu können, dass die Roten Frauenkomitees zum Anlass des 25. November ein „Sofortprogramm“ herausgegeben haben, dass auf den Aktionen verbreitet wird. Dieses Programm kann unter „rote-frauenkomitee-wien@gmx.at“ bestellt werden.

Bericht aus Linz

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen wurde in Linz eine gelungene Kundgebung organisiert. Kämpferische Frauen und Unterstützer brachten mit kurzen Reden, Flugblättern und einem Straßentheater zum Ausdruck: Kein Schritt zurück im Kampf gegen Gewalt an Frauen!

Trotz „Lockdown“ ist es sehr wichtig dieses Thema auf die Straße zu bringen. Dieses Jahr gab es bereits 20 Morde an Frauen“, so eine der Organisatorinnen. „Und mit zunehmender Krise, steigt die Gewalt gegen Frauen.“ In einem Theaterstück wurden Probleme der Kinderbetreuung, Arbeitslosogkeit, teure Mieten, sowie Häusliche Gewalt und die mangelnden Plätze in Frauenhäusern szenisch dargestellt. Das Straßentheater endete mit einem gemeinsamen Schritt nach vorn und dem Aufruf: „Hinein in die Organisation kämpferischer Frauen!“.

Besonders Fragen, wie nach mehr Lohn und der Erhöhung des Arbeitslosengeldes wurden von den Passanten sehr gut aufgenommen. Das Theater fand guten Anklang. „Ja voi!“, „so gehört das“, „richtig“ wurde den Parolen laut zugestimmt.

Das war eine wichtige Aktion, um uns weiter organisieren zu können. Die Lage wird nicht besser werden, ganz im Gegenteil erwarten wir eine zunehmede Verschlechterung für Hunderttausende Frauen und deren Familien. Die häusliche Gewalt wird mit den sozialen und wirtschaftlichen Problemen zunehmen. Daher ist es umso wichtiger, mit unseren Aktionen immer mehr Frauen zu erfassen und uns zusammen zu schließen!“, so eine der Organisatorinnen zur gelungenen Aktion.

Bericht aus Wien

Auch in Wien hieß es diesen 25.November wieder: Heraus zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen! Kundgebung und Demo waren stark von der derzeitigen Lage geprägt: Von der Verschärfung des Patriarchats, das sich gerade derzeit so deutlich zeigt. Von der Krise, die auf der ganzen Welt auf dem Rücken der ArbeiterInnen und des Volkes abgewälzt wird. Und von der Entschlossenheit auf jeden Fall weiterzukämpfen, komme was wolle.

„Durch die derzeitige Krise hat der schon seit Jahrzehnten stattfinde Anstieg der Gewalt an Frauen einen noch stärkeren Antrieb bekommen. Die Lage der Frauen verschärft sich und viele haben das Gefühl, am Ende ihrer Kräfte zu sein. Es herrscht aber auch sehr viel Wut und das Bewusstsein dafür, dass sich etwas ändern muss. Schon beim Verteilen von den Flyern für den 25. November haben die Aktionen deshalb viel Zuspruch erhalten. Auch von denen, die selber keine Zeit gefunden haben, zur Demo zu kommen oder sich wegen dem Lockdown lieber nicht unter große Menschenmengen mischen wollen“, so eine Vertreterin vom Roten Frauenkomitee Wien.

Auf der Demonstration wurde ein Bild von Friedrich Engels mitgetragen, da sich dessen Geburtstag am 28. November zum 200. Mal jährte. Eine Aktivistin meinte dazu: „Weil wir dieses Jahr Friedrich Engels‘ 200sten Geburtstag feiern, haben wir ein Bild von ihm auf der Demo hochgehalten. Er war der erste, der den Ursprung der Unterdrückung der Frau wissenschaftlich erklären konnte: dass das Patriarchat mit der Entstehung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Aufteilung der Gesellschaft in Klassen entstanden ist. Diese wissenschaftliche Errungenschaft ist ur wichtig für uns. Weil nur wenn wir die Wurzel der Unterdrückung der Frauen kennen und nur wenn wir verstehen, woher die Gewalt gegen Frauen kommt und weshalb sie jetzt zunimmt, können wir auch wirklich dagegen kämpfen. Sein Bild hat viel Aufmerksamkeit auf der Demo bekommen und spannende Diskussionen angeregt.“

Auf einem Transpi war die Losung „Keinen Schritt zurück im Kampf gegen Gewalt an Frauen – hinein in die Organisation der kämpfenden Frauen!“ zulesen, was gut hervorhob, dass nur organisiert konsequent gegen Patriarchat und Kapital gekämpft werden kann. „Wir brauchen dringend eine Organisation, auch im Kampf gegen Gewalt an Frauen!“, fasste es eine Rednerin bei der Kundgebung gut zusammen!

Anna M.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s