102 Jahre Gründung der Kommunistischen Partei Österreichs

3. November 1918, ein stürmischer Tag unserer Geschichte…

Am 3. November vor 102 Jahren herrschten Stürme der Revolution. Die Arbeiterklasse und die Volksmassen in ganz Europa waren in großem Aufruhr. Nur ein Jahr davor kämpften die Unterdrückten und Ausgebeuteten in Russland entschlossen und siegreich für die Revolution. Sie schafften es, mit Hilfe Lenins, Stalins und der Kommunistischen Partei, die Herrschaft des Kapitalismus zu stürzten, dem 1. Weltkrieg in Russland ein Ende zu setzen und schritten ans Werk eine neue Gesellschaft aufzubauen. Sie waren ein großes Vorbild, Beispiel und Hoffnungsträger der Arbeiter und Unterdrückten auf der ganzen Welt…

Am 3. November, inmitten dieser stürmischen Jahre wurde in Wien die Kommunistische Partei Österreichs gegründet – nach der Kommunistischen Partei Russlands – eine der ersten die sich Kommunistische Partei nannte. Es waren 50 Leute die sich damals zusammenschlossen, und die Partei unter dem Vorsitz des Kommunisten Karl Steinhardt gründeten. Dieser schreibt in seinen Erinnerungen an die Gründung: „Die Fronten zerbröckelten, der Krieg näherte sich seinem Ende. Wir Kommunisten konnten schon offener auftreten. Wir hatten uns im Oktober 1918 (…) ein Hauptquartier eingerichtet. Hier wurden schon regelrechte Sitzungen der aktivsten Genossen abgehalten. In diesen wurden schon zu Anfang Oktober die politischen und organisatorischen Vorbereitungen zur Bildung einer Kommunistischen Partei durchgesprochen. Am 25./26. Oktober 1918 wurde in einer solchen Sitzung der Beschluss gefasst, eine selbstständige Partei zu gründen (…) Schließlich fand mein Antrag die Zustimmung aller, die neue Partei „Kommunistische Partei Österreichs“ zu benennen.“1

Mit revolutionärem Optimismus wurde die Gründung der KPÖ öffentlich bekannt gemacht:

Arbeiter und Arbeiterinnen! Unsere Stunde ist gekommen! Unser Wille ist reif zur Tat! Wehe uns, wenn wir die Stunde ungenützt vorübergehen lassen! (…) Arbeiter! Genossen! Wir haben die Kommunistische Partei gegründet. Sie will die Übernahme der heutigen Wirtschaft und der politischen Macht durch die Massen des arbeitenden Volkes!“.

Es folgten viele Jahre des Kampfes, vor allem auch des internen Kampfes um die richtigen Positionen, die richtige Politik und Methoden, gegen den Einfluss der reformistischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs (SDAPÖ), sowie gegen eigene Fehler des Sektierertums. Oskar Grossmann, Mitglied des Zentralkomitees und Gefallener im Kampf gegen den Nazi-Faschismus, schriebt über diese Kämpfe in seiner Schrift „Der Weg der Kommunistischen Partei Österreich“ folgendes: „Die Sozialdemokratie mordete damals die Revolution und rettete das kapitalistische System. Die Geschichte der KP Österreichs – ist eine Geschichte des Kampfes gegen die österreichische Sozialdemokratie, um die Entlarvung des konterrevolutionären Wesens der Sozialdemokratie, um die Isolierung dieser gerissensten Partei der 2. Internationale“.

Inmitten der Klassenkämpfe, der Streiks, Demonstrationen und Massenrevolten der 20er und frühen 30er Jahren organisierte sich die KPÖ immer fester im Dienst der Revolution und des Sozialismus und entwickelte immer bessere Arbeit unter den Arbeitern und dem Volk. In diesen Kämpfen und schlussendlich mit ihrer entscheidenden Rolle in den antifaschistischen Februarkämpfen von 1934, wurde sie zur wichtigsten und führenden Kraft der Revolution und des Sozialismus in Österreich! „Doch im Feuer dieser Kämpfe (…) entstanden Vorbedingungen für die historische Wende in der Geschichte der KPÖ: Der Februar-Aufstand 1934 leitete den großen Prozess der Sammlung der großen Massen des Proletariats unter dem Banner der Kommunistischen Internationale, unter dem Banner der Kommunistischen Partei Österreichs ein. Die Ereignisse in Österreich sind als die Vorhutgefechte des zweiten Turnus von Revolutionen und Kriegen die Vorboten des Roten Oktober in Österreich.“2

Ihre größten Helden brachte die KPÖ mit dem Zentralkomitee inmitten des Kampfes gegen den Nazifaschismus hervor. Sie gingen in die Geschichte und die Herzen der österreichischen Arbeiterklasse als die „12 unsterblichen Helden“ ein. Dem heldenhaften Kampf der KPÖ und ihrer zahlreicher Opfer ist es zu verdanken, dass Österreich einen wichtigen eigenständigen Beitrag zur Niederwerfung der Nazibestie leisten konnte und nach der Besatzung durch Nazideutschland seine nationale Souveränität zurück erlangte und die 2. Republik gegründet werden konnte. Das wussten vor allem die Arbeiter und die ärmsten Teile des Volkes, die großes Vertrauen in die Partei hatten und in den späten 40er Jahren oftmals Seite an Seite mit der KPÖ gegen Preissteigerung, Lohnsenkungen oder Arbeitslosigkeit kämpften. Die Kämpfe gipfelten in der großen Streikbewegung im Oktober 1950, dem sogenannten Oktoberstreik, der sie dieses Jahr zum 70. Mal jährte.

Die KPÖ welche vor 102 Jahren gegründet wurde, war eine Partei, welche sich inmitten des Klassenkampfes fest mit den Unterdrückten, den Arbeitern und dem Volk verband und beispielhaft dafür ist, dass es einer starken Kraft bedarf um die Kämpfe der Unterdrückten zu verbinden und eine feste revolutionäre Perspektive zu schaffen. Wollen die Kommunisten, Revolutionäre und Antifaschisten in Österreich entscheidende Schritte vorankommen, tiefe Verankerung in der Bevölkerung schaffen, die richtigen Losungen zur richtigen Zeit ausgeben – so müssen sie wissen was ihre Wurzeln sind und die Lehren aus ihrer eigenen Geschichte ziehen.

Nora D.

1Karl Steinhardt, Lebenserinnerungen eines Wiener Arbeiters

2Oskar Grossmann, Der Weg der Kommunistischen Partei Österreichs

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