Doch keine verkürzten Öffnungszeiten im Handel

KOMMENTAR – Die Öffnungszeiten im Handel sollten verkürzt, die Sperrstunde von 20:00 bzw. 21:00 auf 19:00 vorverlegt werden, so war die Ankündigung mit Beginn des 2. „Lockdowns“. Statt dieser eigentlich wichtigen Maßnahme sollen die Beschäftigten offenbar wiedereinmal mit leeren Versprechungen abgespeist werden.

Die Verkürzung hätte für die Beschäftigten im Handel viele Vorteile gebracht, nicht zuletzt mehr dringend notwendige Freizeit, um sich um Familie und Kinder zu kümmern und zur Erholung. Und obwohl Arbeit „eigentlich“ ein Ausnahmegrund ist um während der Ausgangssperren von 20:00 bis 6:00 auf der Straße zu sein, ist das Gesetz so schwammig formuliert, dass es für die Beschäftigten die um 20:00 das Geschäft verlassen durchaus möglich wäre saftige Strafen auszufassen.

Das scheint den Lebensmittel-Großhandel in Österreich, allen voran Spar und der Rewe-Gruppe allerdings egal zu sein. Natürlich geht es da nicht um die Anliegen dieser Arbeiter, sondern darum, nicht eine Verkaufsstunde pro Tag zu verlieren. Diese Unternehmen hatten selbst während der Corona-Pandemie Umsatzsteigerungen von bis zu 8%! Obwohl diese Unternehmen Gratisarbeit auf Steuerkosten „geschenkt“ bekamen (durch den Einsatz von Soldaten im Lebensmittelhandel), hieß es nur man werde warten, bis man durch eine Verordnung zum früheren Zusperren gezwungen werde.

Diese lässt auf sich warten, und wird wahrscheinlich ein weiteres leeres Versprechen werde, das von Seiten der Herrschenden an die Beschäftigten im Handel gegeben wurde. Das schöne Gerede vom „15. Gehalt“ wurde zu maximal 150 €. Auch die Forderung eines „Corona-Tausender“, die vom ÖGB laut hinausposaunt wurde, war der Regierung offensichtlich nicht wert, erfüllt zu werden. Hier kommt hinzu, dass auch der ÖGB diese Forderung vollkommen fallen gelassen hat, ohne einen Finger zu rühren, ohne eine einzige Betriebsversammlung dafür zu organisieren.

Natürlich hilft das der Regierung so zu tun, als würden sie „niemanden zurücklassen“, während sie in Wahrheit nur eine Handvoll Monopole fördern. Während ihre so wichtigen Anliegen von den Herrschenden derart mit Füßen getreten werden, ist es für die Beschäftigten umso wichtiger Vertrauen in die eigene Kraft zu haben und selbstständig zu fordern, was ihnen tausendmal zusteht.

Hannes L.

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