Griechenland: Schulstreiks gegen die „Corona-Krise“

Am 14. September startete die Schule in Griechenland wieder. Alle Schüler bekammen am ersten Schultag eine zu große Schutzmaske – die das ganze Gesicht bedecken konnte – und eine Flasche mit Wasser, die einzigen „Waffen“, die gegen die Corona-Pandemie zur Verfügung gestellt wurden. Dies waren die einzigen Schutzmaßnahmen der griechischen Regierung und gleichzeitig war das ganze Teil ihrer Propaganda für die angeblichen „gute Vorbereitung“ der Schüler und Lehrer auf die nächste Corona-Welle. Wer nicht mitmacht, das heißt, wer nicht bereit ist 6-7 Stunden eine Maske zu tragen, „der trägt die Schuld der Verbreitung des Virus“, so die Bildungsministerin. Gleichzeitig sitzen in winzigen Räumen oft mehr als 25 Kinder, die Schulen starteten mit zu wenig Lehrpersonal und fehlenden Hygienemaßnahmen. Die sogenannte „Corona-Krise“ war außerdem eine gute Gelegenheit für die Regierung eine neue Schulreform durchzusetzen, die unter anderem strengere Regeln für die Matura und mehr Prüfungen in der Schule einführen soll. Gleich in der ersten Woche nach Schulbeginn hat sich eine Schule nach der anderen für eine Schulbesetzung mit folgenden Forderungen entschieden: 1) Weniger Schüler in der Klasse, 2) Gratis COVID-19 Tests für alle, 3) Mehr Lehrpersonal, 4) Mehr Hygienemaßnahmen in den Schulen, 5) Keine Fernschule, keine Kameras in den Klassen und Übertragung des Unterrichts, 6) Nein zu neuer Schulreform.

Die Schulstreiks und Schulbesetzungen haben sich schnell in ganz Griechenland verbreitet und mehrere kämpferische Demonstrationen von Tausenden Schülern finden jede Woche statt. Die Regierung hat versucht mit allen Mitteln diesen gerechtfertigten Schülerkampf zu verleumden. Am Anfang hat sie gesagt, dass die Schüler streiken, weil sie einfach „Maskenverweiger“ sind. Dann hat sie die Demonstrationen mit Tränengas und Schlagstöcken und die Schulbesetzungen mit Hilfe der Polizei, den Staatsanwälten und Schuldirektoren angegriffen, um die Schüler einzuschüchtern. Wenn das auch nicht den Kampf schwächen konnte, hat sie entschieden die „rebellischen“ Schüler weiter zu bestrafen: sie hat Fernbildung für alle besetzten Schulen eingeführt, davon wurden aber alle Schüler, die sich bei den Protesten beteiligen ausgeschlossen! Der Kampf geht trotzdem weiter und am 15. Oktober ist ein großer Lehrer- und Beamtenstreik geplant in Solidarität mit dem Schülerkampf. Jetzt ist notwendig, dass die Lehrer mit einem eigenen Streik den Schülerkampf verstärken und die breite Bevölkerung den Kampf in den Schulen aktiv unterstützt.


Ivana K.

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