70 Jahre Oktoberstreik – Gelungene Veranstaltungen

Der Oktoberstreik von 1950 war der größte Streik der 2. Republik und einer der größten Streiks die es in Österreich je gegeben hat. Hunderttausende Arbeiter traten im September und Oktober 1950 gegen das sogenannte 4. Lohn- und Preisabkommen in einen über zwei Wochen andauernden österreichweiten Streik.

Um diesen wichtigen Jahrestag hoch zuhalten und Lehren aus den Erfahrungen der österreichischen Arbeiterbewegung ziehen zu können, hat das Antifaschistische Aktion – Infoblatt Veranstaltungen in verschiedenen Bundesländern organisiert. Besonders wichtig waren die Veranstaltungen, da diese neben einer Veranstaltung der Alfred Klahr Gesellschaft die einzigen waren, die zum 70. Jahrestag in Österreich stattfanden. Die Veranstaltung wurde zu Ehren des 2018 verstorbenen wichtigen Historikers der österreichischen Arbeiterbewegung, Hannes Hautmann organisiert, ohne den es heute kaum möglich wäre eine so umfassende Einschätzung über den Oktoberstreik von 1950 machen zu können. Mit zwei Gedichten aus der österreichischen Arbeiterbewegung wurde die Veranstaltung schwungvoll und lebendig eingeleitet.

Vor allem der tiefe Einblick in die internationalen sowie nationalen Voraussetzungen des Oktoberstreiks verschaffte den Besuchern ein gutes Verständnis davon warum gerade 1950 der Zorn der Arbeiter über die Herrschenden in eine riesige Welle an Streiks um schlug. Es war der Kampf zwischen zwei unterschiedlichen Wegen des Wiederaufbaus Österreichs in der Zeit der Besatzung durch die 4 alliierten Mächte. Der eine Weg war der von den Kapitalisten vorangetriebene Wiederaufbau unter der Dominanz des US-Imperialismus mithilfe des Marshallplans. Das hieß vor allem Entbehrung und Armut der Massen, die durch enorme Preissteigerungen in Hunger und Elend getrieben wurden. Der andere war der Weg des selbstständigen Wiederaufbaus, der Weg des Vertrauens in die Kraft der Arbeiter und des Volkes, der durch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) vorangetrieben wurde.

Auch die Rolle der KPÖ im Oktoberstreik wurde in den Beiträgen hervorgehoben. Nicht zuletzt nahm diese Frage einen wichtigen Platz ein, da durch die „Putschthese“, die Lüge darüber, dass die Kommunisten im Oktober 1950 einen Putsch geplant hätten, eine antikommunistische Offensive durch die bürgerlichen Kräfte vorangetrieben wurde. Besonders die Sozialdemokratie und der ÖGB waren die wichtigsten Kräfte zur Verbreitung der Putschlüge und setzten alles in ihrer Macht stehende daran um den Oktoberstreik 1950 zu zersetzen und abzuwürgen. Und obwohl der Oktoberstreik in einer Niederlage endete, konnte trotz Putschlüge und enormer Repression nicht verhindert werden, dass die Kommunisten ihren Einfluss und ihr Vertrauen unter den Massen der Arbeiter enorm vertiefen konnten und die Herrschenden es in der Zeit danach lange nicht wagten erneute harte Angriffe auf die Arbeiter und das Volk zu vollziehen.

Die Besucher der Veranstaltung waren sehr beeindruckt vom Kampfesmut der österreichischen Arbeiterklasse und waren sich darin einig, dass viele Lehren daraus auch für die heutige Zeit wichtig sind. Gerade heute, wo im Zuge der Corona-Pandemie eine scheinbare „Legitimation“ für Massenentlassungen, Fabriksschließungen und dem Abbau von Arbeitsrechten gefunden wurde, sind diese Lehren ein wichtiges Rüstzeug um kommende Auseinandersetzungen und Kämpfe in festem Vertrauen in die eigene Kraft entwickeln zu können und auch Siege für die Arbeiterbewegung zu erkämpfen! Deshalb freuen wir uns sehr über die Initiative der Referenten, den Beitrag in Form eines Artikels zur Verfügung zu stellen, der bald auf unserer Homepage veröffentlicht werden wird.

Wir bedanken uns vor allem bei den Referenten der Veranstaltung die es mit ihrer guten Kenntnis der österreichischen Geschichte und Arbeiterbewegung geschafft haben, den Besuchern in einfacher und fesselnder Sprache die Bedeutung dieses großen Kampfes zu vermitteln. Veranstaltungen wie diese sind gerade zum heutigen Zeitpunkt wichtig, wo die Arbeiter und das Volk eine kämpferische Kraft die ihren Interessen Ausdruck und Perspektive gibt so notwendig brauchen.

Nadja P.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s