„Klatschen reicht nicht!“ – Kraftvolle Demonstration der Pflege

Am 3. Oktober fand eine gelungene Demonstration in Wien statt, für die Anliegen der Beschäftigten im Gesundheitsbereich, die besonders in den letzten Monaten viel beklatscht und schwer geschädigt wurden.

Die Stimmung war gut und kämpferisch, und es wurde sehr schnell klar, dass die Teilnehmer, von denen viele selbst in der Pflege oder im Sozialbereich arbeiten, kampfbereit sind. Vielfach wurden Parolen wie „Wir arbeiten uns die Hände wund! Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stund!“ und „Wehrt euch kämpft, seid nicht dumm, 12 Stunden Arbeit bringen uns um!“ angestimmt, und diese Energie blieb bis zum Ende aufrecht. In einem Meer von Schildern, Plakaten, und Transparenten wurden die wichtigen Forderungen der Beschäftigten aufgezeigt.

Die Kämpfe in Gesundheits- und Sozialbreich gewannen bereits 2019 an Dynamik.Anfang 2020 nahmen zuletzt tausende bei Streikdemos teil. Umso größer der Zorn, wie in vielen Reden betont wurde, als die Gewerkschaftsspitze die Kämpfe und Forderungen der Beschäftigten der Sozialwirtschaft (SWÖ) unter dem Mantel des ersten Corona-Lockdowns verraten und verkauft hat.

Obwohl die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich während Corona viel beklatscht wurden, wurden keine ihrer wichtigen Forderungen erfüllt und die verschärfte Ausbeutung in der Zeit nicht belohnt.

Die Beschäftigten zeigten, dass sie sich nicht einschüchtern oder hinhalten lassen. Auch wurde aufgezeigt, dass nun die Angriffe auf die ArbeiterInnen und Angestellten nicht aufgehört haben, sondern im Gegenteil rasant steigen: Massenentlassungen, Kurzarbeit, Arbeitszeitflexibilisierung. Auch die Drohende Schließung des Lorenz-Böhler Unfallkrankenhauses wurde von einigen Aktivisten scharf verurteilt und auch Schilder gegen die Schließung mitgebracht. Von vielen Demonstranten kam die klare Haltung, dass sich die Arbeiter und Angestellten organisieren müssen, um für ihre Forderungen zu kämpfen. Um erste Schritte dafür zu setzen, war die Demonstration ein wichtiger Schritt.

Angesichts des Abschlusses des SWÖ-KV auf drei Jahre, der Scheinverhandlungen die nun in den anderen Branchen geführt werden, wird es umso wichtiger, dass die Beschäftigten in ihre eigene Kraft vertrauen und nicht warten, bis irgendetwas von alleine besser wird. Umso wichtiger war es, dass von kämpferischen Aktivisten in der Demonstration ein kraftvolles Zeichen gesetzt wurde in Solidarität mit dem Pflegepersonal in Bulgarien. Diese kämpfen seit fast Ein und Halb Jahren, und haben sich eine starke, kämpferische und vor allem unabhängige Gewerkschaft geschaffen. Trotz Regen kampieren sie zur Zeit vorm Gesundheitsministerium. Internationale Solidarität heißt auch, dass wir voneinander lernen.

Es war eine gelungene Demonstration, ein wichtiger Auftakt für weitere Kämpfe!

Johanna K.

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