MAN Steyr: Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Wie wir bereits berichteten standen schon Mitte August Massenkündigung bei MAN Steyr bevor, nun wurden diese konkret: 2.300 Arbeitsplätze sind betroffen. Das sind schwere Angriffe auf die Arbeiter mit massiven Folgen für eine ganze Region!

Viele Arbeiter wogen sich in Sicherheit, sollte es doch eine Standort- und Beschäftigungssicherung für MAN in Steyr geben. „Nur“ im administrativen Bereich solle gekürzt werden hieß es… Jetzt ist die Bombe geplatzt und erreicht ein Ausmaß von 2.300 Arbeitern bei MAN und noch einmal etwa 2.000 mehr in den Zulieferbetrieben die ihren Job verlieren sollen!

International, hieß es zu Beginn, sollen bei MAN 6.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, jetzt geht es um 9.500, wobei der Standort Steyr zur Gänze geschlossen werden soll. Worüber aber Klarheit herrscht: Die Corona-Pandemie ist nicht „schuld“, sondern höchstens „noch dazu gekommen“. Seit einem Jahr in etwa stehen Kündigungen im Raum, dann kam die Standortsicherung, die offensichtlich unterm Strich nichts anderes als beschriebenes Papier ist. Mit der Pandemie nutzte MAN die Möglichkeit der Kurzarbeit voll aus und versuchte sich auf Kosten von Steuergeldern zu sanieren. Auch das half nichts und wir sehen einmal mehr: Kurzarbeit schützt nicht vor Kündigung!

Das Kapital schlittert in eine immer tiefere Krise, was die Herrschenden mit allen Mittel auf die Arbeiter und Angestellten abzuwälzen versuchen. Die Industriearbeiter in Steyr kennen was die Krisen des Kapitals betrifft schon einiges, ging es doch oft „auf“ und „ab“. Die derzeitigen Angriffe aber sind ein trauriger Höhepunkt. Schließt das MAN Werk in Steyer, trifft das mindestens 2.300 Arbeiter, viele die schon kurz vor der Pension stehen, viele die Kredite zu zahlen haben, viele die Alleinverdiener für eine ganze Familie sind – und vor allem zu viele, als dass sie in der Region rasch wieder etwas finden würden, besonders nicht in der derzeitigen Lage! Es trifft zahlreiche Familien, genauso wie Zulieferer und etliche andere Betriebe die direkt oder indirekt von dem Werk abhängen. Kurz: Für die Stadt Steyr und für die gesamte Region wird das katastrophale Auswirkungen haben!

Zurecht ist die Belegschaft wütend und kampfbereit! Die derzeitigen Angriffe auf die Arbeiterinnen und Arbeiter sind massiv. Schauen wir uns nur die aktuellen oder bevorstehenden Massenkündigungen an: Swarovski, ATB, Voest, BMW, FUCC, Sacher Hotel, Agrana Leopoldsdorf, … . Doch auch Widerstand formiert sich! Zuletzt haben hunderte Arbeiter von ATB, ihre Familien und Unterstützer zuerst am Werk und dann auch in Wien gegen die Schließung ihres Werkes demonstriert. Schon im März haben Arbeiter bei Greiner in Linz mit einem Streik erfolgreich Schutzmaßnahmen erzwungen. Kurz danach zeigten sich die Chemie-Arbeiter kampfbereit und setzten Blockaden durch. Und auch die Geschichte der Steyrer Industriearbeiter kann uns zuversichtlich stimmen: Vor 30 Jahren (1990), als der Standort 2.500 Beschäftigte umfasste, streikten die Arbeiter bei Steyr-Daimler-Puch/MAN gegen Kündigungen. Sie kämpften mit Arbeitsniederlegungen und Streiks einen ganzen Monat lang. Zahlreiche Kollegen aus anderen Werken und Abteilungen zeigten sich solidarisch und setzten auch Kampfaktionen durch. Mit dem Resultat, dass die Kündigungen erfolgreich zurückgeschlagen werden konnten!

Dieses großartige Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit kann uns sehr zuversichtlich stimmen, denn es zeigt die Kampfbereitschaft der Arbeiterschaft in Österreich, es zeigt notwendiges Durchhaltevermögen und dass Siege nicht über Nacht errungen werden. Außerdem zeigt es auf, wie wichtig und notwendig der feste Zusammenschluss verschiedener Bereiche und Branchen ist!

Ob die Kapitalisten die Massenkündigungen und derzeitigen Angriffe durchsetzen können, hängt auch davon ab, wie entschlossen die Belegschaft, kämpferische Gewerkschafter und Arbeiter aus anderen Branchen sich gegen ihre Pläne zur Wehr setzen und kämpfen! Hoch die Solidarität!

Arbeiter und Angestellte von MAN: Vertraut auf eure eigene Kraft! Wehrt euch und kämpft gegen die Massenkündigungen!

Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Haltet zusammen: Hoch die Solidarität!

Nora

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