Spielberg: Belegschaft und Familien wehren sich gegen Betriebsschließung

Die geplante Schließung des Elektromotorenwerks ATB in Spielberg (Steiermark) und die damit verbundenen Massenkündigungen sind ein weiterer dreister Höhepunkt der sich häufenden Angriffe auf Arbeiter und Angestellte in ganz Österreich. Unter dem vorgeschobenen Grund von „Verlusten“ im Zuge der Corona-Pandemie verlagert der milliardenschwere Eigentümer des Werks, die chinesische Wolong-Gruppe, die Produktion nach Polen und Serbien und stürzt damit eine ganze Region in die Arbeitslosigkeit.

Wie momentan in vielen Betrieben in Österreich nützen auch die Kapitalisten von ATB die „Gunst der Stunde“ und entlassen 360 von 400 Arbeiter und Angestellte in die Arbeitslosigkeit. Grund dafür seien „Verluste“ wegen Ausfälle in der Corona-Pandemie. Die Belegschaft und der Betriebsrat widersprechen diesem vorgeschobenen Grund jedoch vehement und machen deutlich, dass der Produktionsstandort in der Spielberg bewusst in die Insolvenz geschickt wird, um im Ausland bei billigeren Produktionskosten weiterproduzieren zu können. „Der chinesische Investor hat bei der Übernahme versprochen, den Standort zu erhalten und zu erweitern. Das Gegenteil ist passiert, zugesagte Investitionen wurden nicht getätigt. Das Interesse der Eigentümer lag vielmehr darin, das Know-how des österreichischen Werkes dafür zu nutzen, um die Produktion in Billiglohnländern auszubauen“, so der Betriebsrat bei KTB.

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ATB wurde bewusst heruntergewirtschaftet und die Folgen davon sollen nun die Beschäftigten und die Steuerzahler tragen. Trotz kräftigen Gewinnen des Mutterkonzerns, der Wolong-Gruppe, wird das Werk in Spielberg in die Insolvenz geschickt. Mit diesem dreisten Vorgehen wird versucht auch noch die Kosten der Betriebsschließung auf die Schultern der Steuerzahler abzuladen, was bedeutet dass die Arbeiter und Angestellten in Spielberg nicht nur Arbeitslos werden, sondern mit ihren Steuergeldern auch noch für das „insolvente“ Unternehmen aufkommen müssen. Das ist eine wiederliche Frechheit! Seit 2011 hat die Belegschaft schon mehrere Male Gehaltseinbußen hinnehmen müssen, da ihnen damit gedroht wurde, dass ansonsten der Standort geschlossen wird. Dann ist seit März noch die Kurzarbeit dazugekommen, die ebenfalls unter dem Vorwand der „Arbeitsplatzsicherung“ eingeführt wurde. Und nun? Ganze Familien werden durch die Schließung des Werks arbeitslos, es war keine Seltenheit dass drei oder mehr Familienmitglieder in diesem Werk beschäftigt waren. Noch dazu ist über 50% der Belegschaft älter als 50 Jahre und demnach ist es kein Geheimnis, dass die Mehrheit der Kündigungen eine Langzeitarbeitslosigkeit bedeuten!

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Ganz offensichtlich waren die Maßnahmen zur „Standortsicherung“ und zur „Arbeitsplatzsicherung“ nur dreiste Lügen um auf Kosten der Beschäftigten mehr Gewinn machen zu können! Zutiefst gerechtfertigt ist daher der Zorn der Belegschaft und der starke Wille sich gegen die Schließung des ATB Werks zu wehren. Mehrere Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen wurden von den Beschäftigten, unter starker Beteiligung von Familienmitgliedern und Anwohnern der Region durchgeführt. Auch verschiedene Versuche der Sabotage dieser Kampfaktionen von Seiten des Unternehmens konnten diese wichtigen Aktionen nicht verhindern!

Die Massenentlassung bei ATB Spielberg ist ein weiterer Höhepunkt in den derzeitigen Angriffen auf die Arbeiter und Angestellten in ganz Österreich. Ähnliche Beispiele haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten auch bei Swarovski in Tirol, MAN und BMW Steyr oder bei GM Opel Aspern gesehen. Diese Angriffe sind Teil des Versuchs die kapitalistische Wirtschaftskrise auf dem Rücken der Beschäftigten abzuladen, unter vollkommender Duldung und Unterstützung der herrschenden Politik!

Deshalb ist es nicht nur die Sache der steirischen Kollegen sich und ihre Arbeitsplätze zu verteidigen und dafür zu kämpfen! Es ist im Interesse aller Arbeiter und Angestellter keinen weiteren Angriff mehr zuzulassen!

Unterstützt den Kampf der Beschäftigten bei ATB Spielberg!
Keine Kündigungen bei ATB! Kampf um jeden Arbeitsplatz!
Keine Steuergelder für eine vorgeschobene Insolvenz von ATB!

Anna W.

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