Leo Gabler, unsterblicher Held!

Vergangenes Wochenende wurde im Andenken an den österreichischen Held Leo Gabler eine Gedenkfeier anlässlich seines Todestages organisiert. Leo Gabler war ein Held der österreichischen Jugend, ein Kommunist und wichtiges Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs während der Besetzung durch den Nazifaschismus.

Delegierte aus verschiedenen Bundesländern versammelten sich an seinem Grab am Wiener Zentralfriedhof, um dem Kämpfer Leo Gabler, der für den antifaschistischen Widerstandskampf, für die Niederwerfung der Nazibestien und die Wiedererlangung der Unabhängigkeit Österreichs eine wichtige Rolle einnahm, zu gedenken. Auch heute ist das Wirken Leo Gablers besonders für die Jugend ein großes Vorbild. Deshalb wurde von den Delegierten, die sich aus Revolutionären und Antifaschisten unter kommunistischer Führung zusammensetzten, dieses Gedenken speziell für die Jugend organisiert. Die ernsthafte und zugleich lebendige Stimmung unter den Delegierten verdeutlichte die Wichtigkeit, das Vorbild Leo Gablers auch heute mit großer Entschlossenheit aufzunehmen. Braucht es denn nicht vor allem in Zeiten von großen Angriffen der Herrschenden auf die Arbeiterjugend dringend solche Vorbilder wie Leo Gabler es war? Braucht es nicht vor allem in Zeiten des stärker werdenden Kampfes der Arbeiter und des Volkes ein Gedenken an die Geschichte und Traditionen unserer Vorkämpfer? Ja, das braucht es und das fand seinen Ausdruck in der zuversichtlichen Haltung der Teilnehmer, der Gestaltung des Gedenkens und seinem Inhalt.

Um dem Todestag, dem Jahrestag der Hinrichtung Leo Gablers, gebührend zu gedenken, wurden am Grab Blumen niedergelegt und Kampflieder der Arbeiterklasse gesungen. Leo Gabler war kein einsamer Held, er war Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ und gab so allen Unterdrückten und Ausgebeuteten die notwendige Wegleitung und Führung im Kampf gegen den Nazifaschismus. Deshalb wurde im Gedenken an alle die im Kampf für das freie und unabhängige Österreich ihr Leben gaben, eine Edelweißblume auf dem Grab Leo Gablers gepflanzt. Diese Blume ist ein wichtiges Symbol der Entschlossenheit und des harten Kampfes der Kommunisten, Antifaschisten und des Volkes für die Befreiung Österreichs vom Nazifaschismus, eine Blume die spezifisch für Österreich ist und naturwüchsig alleine im Gebirge zu finden ist.

In einer Rede die von Kommunisten gehalten wurde und die wir nachstehend veröffentlichen, wurde das Leben und Wirken Leo Gablers für die teilnehmenden Delegierten dargelegt. Diese Rede zeigte den Anwesenden klar auf, was es heute heißt das Erbe dieses großen Kommunisten hochzuhalten und fortzuführen und war somit ein wichtiger Beitrag für all jene, die heute im Kampf darum stehen, die Jugend für den Kampf gegen Faschismus und Kapitalismus zu gewinnen. Auf gebührende Weise wurde mit diesem Gedenken im 75. Jahr der Befreiung vom Nazifaschismus einem Aufruf der Kommunistischen Partei Österreichs aus 1945 Folge geleistet. Darin heißt es, dass sich besonders die Arbeiterjugend im Gedenken an diesen unsterblichen Helden um das Grab Leo Gablers kümmern soll. Dieses Gedenken war somit zugleich eine Würdigung Leo Gablers und ein wichtiger Aufruf an die österreichische Jugend, dieses Andenken hochzuhalten und weiterzuführen!

Unsterblicher Held Leo Gabler, auf ewig im Herzen des Proletariats eingebrannt!
Tod dem Faschismus! Freiheit dem Volk!

Folgender Text ist die Rede, die am Grab Leo Gablers von Kommunisten gehalten wurde:

Genosse Leo Gabler – unsterblicher Held des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs, leuchtendes Vorbild der Jugend, Organisator der Arbeitslosen.

Die Meisten von euch haben den Namen Leo Gabler schon gehört und die heutigen Delegationen zeigen auch, dass er als einer der 12 unsterblichen Helden des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs einen wichtigen Platz in den Reihen der roten, kämpfenden Jugend hat. Im 75. Jahr der Befreiung Österreichs von der deutschen Fremdherrschaft der Nazis, anlässlich des Todestages des Genossen Leo Gablers am 7. Juni / 14. August 1944 (1) wollen wir ihn besonders hervorheben und uns vertieft mit seinem Werk und Leben auseinandersetzen.

Genosse Leo Gabler, genannt Heini, wurde 1908 in Wien geboren. Er erlernte einen Beruf (Taschner, also Lederarbeiter), fand aber nach Abschluss der Ausbildung keine Arbeit, weshalb er immer wieder für längere Zeit arbeitslos war und wenn er Arbeit hatte, dann als Hilfsarbeiter. Zwischen 1920 und 1922, also im Alter zwischen 12 und 14 Jahren, wurde er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband. Außergewöhnlich war dabei nicht nur sein sehr junges Alter, sondern auch, dass er sich in einer Zeit dem Kommunistischen Jugendverband, der roten Jugend zuwandte, als für die Kommunisten schwierige Zeiten anbrachen. Da wundert es gar nicht, dass Genosse Gabler für seinen unzerstörbaren Optimismus in den Reihen der Kommunisten wohl bekannt war – als ganz junger Bursche, arbeitslos und von den Sorgen des täglichen Lebens fast erdrückt, schließt er sich den Kommunisten an, wenn sie in einer besonders komplizierten Lage sind. Dieser Optimismus, das feste Vertrauen in das Proletariat, behielt Genosse Gabler über die Jahre hinweg immer bei: Beispielsweise auch 1930, als die Heimwehrfaschisten eine Demonstration des Kommunistischen Jugendverbandes angriffen und die Reihen der jungen Revolutionäre zu schwanken begannen und sich lichteten, da hob Leo „Heini“ Gabler eine zu Boden gegangene Fahne der Partei auf, stimmte die Internationale an, sammelte die Jugendlichen rund um sich, leitete einen Gegenangriff ein woraufhin die Faschisten zu Boden geworfen wurden!

Genosse Leo Gabler war ein besonderer Optimist, ein revolutionärer, proletarischer Optimist. Das bedeutet, dass er nicht nur historisch und für die Zukunft eisernes Vertrauen in seine Klasse hatte, sondern dass er auch in ihren gegenwärtigen Kämpfen, besonders in den Reihen der Jugend und der Arbeitslosen, immer ganz vorne stand, immer den Kampf führen wollte. Zu diesem Kampfgeist passte es natürlich sehr gut, dass er auch viel Zeit mit Sport verbrachte. Aber nicht um das Ego zu befriedigen, sich abzulenken oder den Individualismus zu pflegen, wie es einem heute oft unterkommt, sondern im Kollektiv, mit anderen Arbeitern und mit politischem Inhalt. So war „Heini“ als begeisterter Bergsteiger und Wanderer bekannt, organisiert bei den Naturfreunden. Und als Wehrsportler war er zuerst im Schutzbund und dann im (rasch wieder verbotenen) Roten Frontkämpferbund Österreichs (RFBÖ). Er war in sportlichen Belangen so gut, dass er sogar Delegierter der „1. Spartakiade“, also der Olympiade der internationalen Arbeiterklasse, 1928 in Moskau war.

Sein proletarischer Optimismus und sein Kampfgeist führten Genossen Gabler schnell in führende Funktionen des Jugendverbands und der Partei und schon mit 21 Jahren war er Mitglied im Zentralkomitee. Es war der große Genosse Dimitroff der die Partei zu Einheit und Geschlossenheit brachte, und es war das von Dimitroff initiierte Zentralkomitee, das Genossen Leo Gabler als Vorkämpfer der Jugend in seine Reihen holte. 1935 schließlich, nach dem großartigen VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale, als die Partei sich unter dem Eindruck des Roten Febers zu einer Massenpartei entwickelte, übernahm Genosse Gabler die Führung des Kommunistischen Jugendverbands, denn die Kommunistische Partei und die ganze österreichische Arbeiterklasse brauchte hervorragende Kräfte wie Genossen Gabler in diesem Moment ganz besonders dringend an ihrer Spitze, weshalb Genosse Gabler an diese Stelle gesetzt wurde. Seit er sich den Reihen der Kommunisten anschloss, wurde Genosse Gabler immer wieder verhaftet. Meistens weil er Jugend- oder Arbeitslosendemonstrationen anführte, denn neben der politischen Arbeit unter der Jugend, war er an wichtiger Stelle für die Arbeit der Partei unter den Arbeitslosen zuständig. Die Austrofaschisten hassten und jagten ihn. Als sie ihn erwischten, sperrten sie ihn in das Konzentrationslager Wöllersdorf. Im Lager leistete er weiter Organisierungsarbeit, bis ihn die Austrofaschisten zwar frei ließen, aber aus dem Land warfen.

Genosse Gabler zögerte auch in dieser Situation – der Heimat, der Familie und Freunde beraubt – keine Sekunde und stellte sich umgehend in den Dienst des Auslands-Apparates der Kommunistischen Partei (zuerst in der Tschechoslowakei, dann in der Sowjetunion), wo er bald eine wichtige Funktion in der Führung übernahm. Als proletarischer Internationalist übernahm Genosse Gabler auch im Exil Aufgaben der kommunistischen Jugendarbeit und erfüllte seine Funktion dabei so gut, dass ihn die Kommunistische Internationale unter der Führung von Stalin und der politischen Leitung Dimitroffs in die Leitung der Kommunistischen Jugendinternationale rief, wo er für eine gewisse Zeit ein wichtiger Jugendführer der Internationalen Kommunistischen Bewegung wurde und mit all seiner Kraft der Proletarischen Weltrevolution unter dem Banner der Sowjetunion diente.

Doch Anfang des Jahres 1941 gelang den Nazis ein schwerer Schlag gegen die österreichischen Kommunisten und die Österreichische Freiheitsfront – Erwin Puschmann, der Leiter des illegalen Zentralkomitees der Partei in Österreich, und seine Stellvertreterin, die Genossin Hedy Urach, beides unsterbliche Helden des Zentralkomitees, wurden zusammen mit mehreren anderen Kommunisten verraten und daraufhin verhaftet, das illegale ZK wurde gesprengt. Um das illegale Zentralkomitee zu reorganisieren, schickte die Parteiführung der KPÖ den Genossen Leo Gabler noch im selben Monat mit falschen Papieren zurück nach Österreich, wohin er über Bulgarien und Jugoslawien einreiste. Als Nachfolger Erwin Puschmanns und Hedy Urachs leistete Genosse Gabler sofort große und wichtige Arbeit – er reorganisierte die Arbeit unter den Soldaten, bereitete illegale Streiks vor, aus seiner Feder erschien das illegale Zentralorgan der Partei, die „Rote Fahne“ und er reorganisierte die Verbindung mit der berüchtigten „Tschechischen Sektion“ der KPÖ in Wien. Doch fiel auch Genosse Gabler in die Hände des Feindes, in die Hände der Nazis. 17 Monate hielten sie ihn daraufhin gefangen. Er wurde 17 Monate systematisch gefoltert und alle zwei Wochen einem Verhör unterzogen – doch aus den Akten der GESTAPO geht hervor: er verriet kein einziges Wort, nichts! Da sehen wir: Zu seinem proletarischen Optimismus und seinem Kampfgeist hatte Leo Gabler, dieser unsterbliche Held des Zentralkomitees, eine dritte besonders hervorstechende Eigenschaft mit der er uns heute Vorbild ist: Unnachgiebigkeit und Härte gegenüber dem Feind. Die Nazis waren wutentbrannt, konnten nicht verstehen, warum Genosse Gabler bei seiner festen und unnachgiebigen Haltung blieb und schickten ihn unter „erschwerten Bedingungen“ ins Konzentrationslager Mauthausen. Doch es wäre nicht unser ewiger Genosse Leo Gabler, leuchtendes Vorbild der Jugend, gewesen, wenn er unter diesen harten Bedingungen kapituliert hätte. Selbst jetzt nahm er seinen festen Platz im Kampf ein, organisierte sich im Widerstand im Lager, wurde Teil der illegalen Lagerleitung des Widerstandskampfes im Konzentrationslager – diesem ewigen und riesenhaften Heldenepos der um Befreiung kämpfenden Menschheit.

Dass wir heute Genossen Gablers Grab kennen, geht auf einen jugoslawischen Zwangsarbeiter zurück, den die Nazis nach Wien verschleppten und der hier an den Massengräbern die Funktion des Totengräbers gegenüber den Ermordeten und Hingerichteten übernehmen musste. Als Akt des Widerstands notierte er sich über die Jahre des Faschismus hinweg heimlich die Namen der Toten und die dazugehörige Grabnummer auf einer heimlich geführten Liste (denn die Ermordeten wurden von den Nazibestien nur in anonyme Gruppengräber geworfen). Auch er wusste, dass es ein Österreich ohne Fremdherrschaft geben wird und übermittelte die sorgsam geführte Liste nach der Befreiung, vor 75 Jahren, der Partei. So können wir heute hier an diesem Grab stehen, in Gedenken an den Genossen Leo Gabler, unsterblicher Held des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs, leitender Funktionär der kommunistischen Weltjugend. Die Kommunistische Partei Österreichs veröffentlichte noch 1945 einen Aufruf, in dem es hieß, dass die Jugend in Zukunft im Geiste dieses großen Vorbilds das uns Genosse Gabler gibt erzogen werden soll. Wir stehen heute hier, um uns selbst im Geiste des Genossen Leo Gabler auszurichten. Seine großen und wichtigen Eigenschaften die auch heute für die revolutionäre Jugend von größter Bedeutung sind: den proletarischen Optimismus, den Kampfgeist und die Unnachgiebigkeit gegenüber dem Feind, wollen wir als Vorbild und Lehre annehmen, auf dass sein Werk, sein Leben und sein Opfer in uns, den Kommunistinnen und Kommunisten, in der proletarischen Jugend in Österreich, weiterlebt!

Ewiger Rum, ewige Ehre dem Genossen Leo Gabler!
Genosse Leo Gabler – Unsterblicher Held des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs.

(1) Die unterschiedliche Quellenlage zum genauen Todestag des Genossen Leo Gabler beruht darauf, dass in einem Text der KPÖ aus 1945 der 14. August genannt ist, was wohl Erinnerungen und mündlichen Überlieferungen von Genossinnen und Genossen entsprechen dürfte. Der tatsächliche Todestag ist hingegen, wie aus Archivmaterialien und Dokumenten der Nazis selbst hervorgeht, der 7. Juni. Für die Gedenkveranstaltung wurde aus unterschiedlichen Gründen jener Termin gewählt, von dem auch die KPÖ nach der Befreiung vom Faschismus ausgegangen ist.

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