COVID-19: Genetische Impfstoffforschung auf Kosten der Bevölkerung

Im Kampf gegen den Corona-Virus wird aktuell sehr intensiv an einem Impfstoff geforscht. Das hat aber nicht nur gute Seiten, immer größer wird die Kritik an beschleunigten Zulassungsverfahren. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass Pharmakonzerne, Monopole und Gesundheitsbehörden unter dem Vorwand der Pandemie drastische Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung verursachen, insbesondere in ihren „Versuchslaboren“ in den unterdrückten Ländern.

Seit Ausbruch der COVID-19 Pandemie sind innerhalb kürzester Zeit mehr als 173 Projekte zur Impfstoffentwicklung angelaufen. Die WHO zählt derzeit (Stand 24. Juli) 1661 genehmigte, dazu kommen weitere Projekte die noch nicht verzeichnet sind. Bisher sind etwa 232 Impfstoffe für Studien am Menschen zugelassen. Milliarden Euro wurden bisher bereits investiert und nicht wenige Konzerne bauen bereits Fabriken zur Herstellung des Impfstoffs. Besonders hohe Beteiligung gibt es dabei durch Konzerne der USA, Chinas, aber auch der EU, allen voran Deutschlands. Viele Experten und Behörden reden davon, dass Ende dieses Jahres bis Frühjahr 2021 ein Impfstoff vorhanden sein wird. So auch der Grüne Gesundheitsminister Anschober, der von einem Impfstoff im ersten oder zweiten Quartal 2021 ausgeht.

Unter den Impfstoffkandidaten gibt es einen hohen Anteil genbasierter, auf die menschliche Zielzelle aufbauender, Impfstoffe. Sie funktionieren gegensätzlich zu herkömmlichen Impfungen (wie Tot- oder Lebendimpfstoffe mit Vektorviren), die dem Immunsystem eine Erkrankung vortäuschen um einen Immunschutz aufzubauen. Der österreischische Biologe und Sachbuchautor Clemens Arvay erklärt ihre Funktionsweise vereinfacht folgendermaßen: „Bei den gentechnischen Impfstoffen kommt es zu einer Manipulation der Proteinbiosynthese in unseren Zellen. Das heißt unser Körper wird dahin gehend manipuliert, dass er selbst ein virales Protein herstellt, zum Beispiel eines, das dem Stachelprotein an der Hülle des Coronavirus ähnelt. Unsere Zellen werden sozusagen als Kopiermaschinen für virale Antigene benutzt. Dazu muss genetische Information in unsere Zellen geschleust werden.“3 Diese Impfstoffe werden in der öffentlichen Auseinandersetzung als die vielversprechendsten gehandelt, obwohl sie bisher kaum erprobt sind. Laut Arvay werden Impfstoffe dieser Art schon seit 20 Jahren, bisher aber erfolglos entwickelt.

Die berechtigte Kritik vieler Wissenschaftler richtet sich nun nicht gegen die genbasierte Impfung im Allgemeinen, sondern gegen die raschen Test- und Zulassungsverfahren die nun im Zuge der Corona-Pandemie weltweit durchgesetzt werden sollen. Weder Wirkung noch Nebenwirkungen und Langzeitschäden können dabei untersucht werden. Es gibt in der Regel mehrere Testphasen4, darunter vorklinische Tests, welche die theoretische Analyse bis zum Tierversuch enthalten. Bei erfolgreichem Abschluss folgt der klinische Test am Menschen, mit drei Phasen. Erst die dritte Phase (mit über 1.000 Testpersonen) testet die Zuverlässigkeit des Schutzes. Arvay spricht von 4 bis 6 Jahren, welche die Verfahren für gewöhnlich dauern und was notwendig sei zur Feststellung der Langzeitwirkung. In einem von der Ärztekammer Wien veröffentlichten Artikel5 ist die Rede von Monaten die üblicherweise zwischen den Testphasen liegen: Für Auswertung, Überprüfung und um die Zulassung für eine nächste Phase erhalten zu können. Wo es sich immerhin um nichts geringeres als den Unterschied zwischen ein paar Dutzend Testpersonen in Phase Eins, einigen Hunderten in Phase Zwei und schließlich Tausenden in der dritten Phase handelt. Auch wenn die Entwicklungen dieser im Artikel genannten Impfstoffe schon etwas zurückliegen, verdeutlichen sie mit welchen Zeiträumen die Forschung üblicherweise arbeitet: Die Impfstoffentwicklung gegen HPV und Rotaviren dauerte etwa 15 Jahre, die Influenza Lebend-Impfung über 25.

Nun wollen Pharmakonzerne und Gesundheitsbehörden ein Schnellverfahren einführen, Fristen verkürzen und in 18 Monaten einen wirkungsvollen Impfstoff aus dem Boden stampfen. Die EU Kommission beispielsweise legt eine EU-Impfstoffstrategie vor, eine „europäische Strategie zur Beschleunigung der Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Impfstoffen gegen COVID-19.“ Dies Strategie bedeutet eine Verkürzung der Zeit zwischen Entwicklung und Verfügbarkeit auf 12 bis 18 Monate! Da es sich um eine „lebensbedrohliche Erkrankung“ handle, für die bisher keine Heilung verfügbar sei (in Österreich sind von 20.672 Fällen 18.376 wieder genesen6), seien „Studien am Menschen so unbürokratisch wie möglich zu bewilligen“.7

Selbst die Imperialisten der EU schaffen es nicht, durch „unbürokratisches“ Vorgehen die Zeit zu manipulieren. Langzeitstudien um Wirkung, Nebenwirkungen und Schäden erforschen zu können brauchen nun mal Zeit. Aber nicht nur dass dieser „lästige Nebeneffekt“ von Zeit umgangen werden soll, sind Auswirkungen dieser „Entbürokratisierung“ wahrscheinlich auch die Ausdehnung der „Versuchslabore“ auf die Massen der unterdrückte Länder. Die Marionettenregierungen in Indien und Brasilien, vertreten durch die Faschisten Modi und Bolsonaro, heben sich besonders dabei hervor Teile des Volkes als Laborratten an Konzerne imperialistischer Länder zu verkaufen. Die Brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit (Anvisa) gab ihre Erlaubnis für mehrere Tests, wie das Amtsblatt „Diário Oficial“ bestätigte. Darunter der Deutsche Biopharmakonzern Biontech in Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Pfizer, der chinesische Pharmakonzern Sinovac und der britische Pharmakonzern AstraZeneca. In Indien soll bereits Mitte August ein Impfstoff vorliegen! Weitere Beispiele dieser Art finden sich in Bangladesch, Argentinien, Saudi Arabien oder Südkorea.8

Alles nur Verschwörungstheorien abgedrehter Impfgegner? Wohl kaum. Vielmehr berechtige Kritik an imperialistischer Politik und dem „Ausschlachten“ der Pandemie zur Befriedigung von Kapitalinteressen. Wenngleich abstruse Ideen, wie „Bill Gates will uns allen einen Chip einpflanzen“ selbstverständlich Schwachsinn sind, so muss dennoch eingeräumt werden, dass die Konzerne von Bill Gates große Profiteure der Impfstoffentwicklung sind. So war es unter anderem Bill Gates der sich für ein rascheres Verfahren einsetzte und der an der Entwicklung genbasierter Impfstoffe nicht unwesentliche beteiligt ist. Die ersten drei Genimpfstoffe die zu klinischen Test zugelassen sind, sind jene (so Arvay), „in welche die Gates-Stiftung in der jüngeren Vergangenheit signifikant investiert hat“ und verweist dabei auf Verbindungen zu den Unternehmen. Unter anderem ist darunter die deutsche Biotechfirma Biontech, welche in US-amerikanischer Kooperation nun an der brasilianischen Bevölkerung testet. Das hat nichts mit einer „Weltverschwörung“ zu tun, sondern zeigt, dass die Vertreter der herrschenden Klasse auch bei Impfstoffen Kapitalinteressen verfolgen.

Jeder wird jemanden kennen, der an COVID gestorben ist“, unter anderem mit dieser Aussage startete Bundeskanzler Kurz eine bestimmte Propaganda zur Rechtfertigung zahlreicher Maßnahmen die teilweise tiefe Einschnitte in demokratische Grundrechte darstellten. Wenn nun groß verbreitet wird, dass die Normalisierung des Alltages erst mit einem Impfstoff möglich sei, so müssen wir klar vor Augen haben: Erstens, dass die rasche Entwicklung große Risiken birgt und nicht der Gesundheit der Bevölkerung dient, sondern dem Profit der Kapitalisten. Zweitens: Dass die derzeitige Krise des Kapitalismus nicht durch die Pandemie verursacht, sondern durch sie vertieft wurde. Die Normalisierung des Alltags, von der die Herrschenden sprechen, bedeutet die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterklasse und Volksmassen, in den imperialistischen Ländern und in noch größerer Brutalität in den unterdrückten Länder, wie unter anderem die Impfstoffentwicklung aufzeigt.

Einmal mehr muss auch in der Frage des Impfstoffes deutlich hervorgehoben werden: Nicht die Pandemie, sondern die kapitalistisch-imperialistische Politik ist die tödliche Gefahr für Hunderttausende weltweit!

Nora

7 Siehe: ec.europa.eu, Artikel: „Coronakrise: Kommission legt EU-Impfstrategie vor“

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