Favoriten: Demo gegen Gewalt an Frauen und Faschismus

– Korrespondenz –

Am Freitag, den 10. Juli, zog erneut ein Demonstrationszug durch Favoriten, um gegen die Angriffe von Faschisten auf eine Kundgebung gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren. Nach diesem Angriff kam es im Wiener Bezirk Favoriten drei Tage lang zu mehreren faschistischen Angriffen auf linke türkische und kurdische Vereine. Zahlreiche Organisationen beteiligten sich an der Demonstration, unter anderem auch das Rote Frauenkomitee Wien. Rund 500 Demonstrierende beteiligten sich an der Protestaktion und machten mit lauten Parolen wie „Schulter an Schulter gegen Faschismus“, „Frauen lebt nicht isoliert, wehrt euch und kämpft, damit was passiert!“ auf sich aufmerksam. Das erregt auch viel Interesse von AnwohnerInnen und Passanten.

In einer Solidaritäts-Botschaft des Roten Frauenkomitees wurde aufgezeigt, dass es auf der einen Seite wichtig und gerechtfertigt ist, sich gegen faschistische Angriffe zu kämpfen. Auf der anderen Seite aber gilt es wachsam zu sein, dass die Herrschenden die aktuelle Situation nicht dazu nützen, die Repression weiter zu verschärften und es deshalb gerade derzeit wichtig ist, uns entschlossen gegen eine Ausweitung der Polizeipräsenz in Favoriten zu stellen. Ganz klar und offensichtlich ist es, dass die Herrschenden in Österreich die aktuellen Auseinandersetzungen in Favoriten auch dazu zu nützen, um von ihren Angriffen gegen die Arbeiterklasse und das Volk abzulenken: von der hohen Arbeitslosigkeit, von der Abwälzung der Krise auf die Volksmassen, von der Verschärfung des Patriarchats durch fehlende Kinderbetreuung und weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit, etc… All das soll nicht mehr im Vordergrund stehen, sondern die „türkischen Grauen Wölfe“ sind auf einmal der Hauptfeind der Frauen in Österreich. Abgesehen davon, dass auch die Herrschenden in Österreich die „Grauen Wölfe“ vor allem für Wahlstimmen immer wieder für sich gewinnen wollen, ist Gewalt gegen Frauen vor allem eine Frage der unterdrückten Stellung in der Gesellschaft: Lohn, Kinderbetreuung, Arbeitszeiten, Rassismus, usw… und für das sind die Herrschenden in Österreich verantwortlich! Diese Aspekte wurden, wie uns berichtet wurde, von den AktivistInnen des Roten Frauenkomitees mit den Frauen auf der Demonstration diskutiert und erregten viel Aufmerksamkeit und auch Zuspruch. Auch sich gegen die steigende Repression zu stellen, vereint viele auf der Demonstration, da angesichts des massiven Polizeiaufgebots (beinahe so viele Polizisten wie Demonstranten und zwei Polizeihubschrauber) klar war, dass gerade dieser Aspekt eine wichtige Rolle spielt und es absolut nicht im Interesse der Frauen ist, dass sich Polizeipräsenz und Repression erhöht.

Gemeinsam gegen die Angriffe auf fortschrittlich türkische und kurdische Vereine zu stehen, diese zu verteidigen und Solidarität zu zeigen, war ein wichtiges Zeichen gegen Spaltungsversuche und Angriffe. Gleichzeitig ist es notwendig in der Frauenbewegung nicht davon abzulassen, hartnäckig gegen die Abwälzung der Krisenkosten auf die Arbeiterklasse und das Volk zu kämpfen. Die Forderung „Wir zahlen nicht für eure Krise“, Forderungen der kostenlosen Kinderbetreuung und auch die Arbeitssituation von Frauen aufzugreifen, das sind die Hauptaspekte mit denen sich auch erfolgreich gegen Faschisierung und verschärfte Unterdrückung gewehrt werden kann und ein Kampf entwickelt werden kann. Man darf in dieser Situation nicht den herrschenden auf den Leim gehen und die Stoßrichtung des Kampfes nach deren Interessen lenken zu lassen, sondern mit vereinter Kraft die Fortschritte die erzielt wurden zu festigen und auszubauen.

Wir zahlen nicht für eure Krise! Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen!
Keine Erhöhung der Polizeipräsenz in Favoriten!
Keine Verfolgung der fortschrittlichen türkischen und kurdischen Vereine!
Hoch die internationale Solidarität!

Johanna

 

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