Solidarität im Viertel: Hilfe für Familien organisieren!

KORRESPONDENZ

Solidarität im Viertel: Hilfe für Familien organisieren!

Anstatt die so notwendige Hilfe für Familien zu geben, werden sie einmal mehr Zielscheibe der Herrschenden. Im Großraum Linz schließen Schulen und Kindergärten und stellen zahlreiche Familien erneut vor das Problem der Betreuung – zusätzlich zu den finanziellen, teilweise massiven, Schwierigkeiten die durch Kurzarbeit und Kündigungen entstanden sind und sich weiter vertiefen!

Zwei Wochen vor Schulschluss steigen die COVID 19 Infektionen im Großraum Linz wieder an und die OÖ Landesregierung schließt kurzerhand Schulen und Kindergärten. Weder Eltern, noch Lehrer oder Pädagogen wurden über die abrupte Schließung im Vorfeld informiert, alle wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das sorgte nicht nur für eine enorme Zusatzbelastung, sondern vertiefte auch einmal mehr die ohnehin teilweise gravierenden Existenznöte. Eine Mutter, beispielsweise, berichtete über ihre Lage: „Ich habe zwei Kinder, eines im Schulalter und eines im Kindergarten. Schon seit Beginn der Pandemie habe ich große Probleme wegen der Kinderbetreuung. Mein Chef ließ mich nicht in Homeoffice gehen, da ihm das zu teuer sei. Der schlechte Scherzt dabei: Der Kindergarten nahm meine Kleine nicht, da ich ja mit meinen Beruf in Homeoffice gehen könne! Von Wegen also, wenn man berufstätig ist bekomme man eine Betreuung. Mit Urlaub und Krankenstand, das war die einzige Möglichkeit wie ich durchkam. Und jetzt, wieder das gleiche, wo letzte Woche alles geschlossen wurde – nur mit dem Unterschied, dass mein Chef jetzt schon mit Kündigung droht, wenn ich nicht kommen kann.“ Eine andere Mutter berichtet davon, dass sie, da sie arbeitslos ist auch keinen Anspruch auf Kinderbetreuung hat. Dass Kinderbetreuung zu Hause und Arbeitssuche nicht zu vereinen ist, spielt dabei keine Rolle. Sie berichtet, dass nicht nur die schwere Situation, sondern auch zahlreiche Gespräche mit den Behörden sie in die Verzweiflung treibe! Eine Familie erzählt über die Lage im Kindergarten: „Im Kindergarten unseres Sohnes wurden von über 60 Kinder, nach der Schließung letzte Woche lediglich 5 Kinder gebracht. Aber nicht, weil jeder einfach so von der Arbeit zu Hause bleiben kann, sondern weil der Druck dermaßen hoch ist und jedes „Schlupfloch“ gesucht wird, warum man doch keinen Anspruch habe.

Zurecht demonstrierten am Montag dem 6. Juli Eltern vorm Landhaus in Linz gegen die Schließung. Sie fordern einen besseren Plan um die Familien zu entlasten und schnellere Tests. Gehe das im Herbst so weiter, kündigten sie bereits an wieder vorm Landhaus zu stehen.

Bei der Solidaritätsaktion im Viertel wurde auch zurecht der große Ärger über die ausbleibenden Hilfszahlungen für Familien zum Thema gemacht. Im Juni noch waren gerade mal 6,67% des Familienhärtefonds ausbezahlt! Versprochen wurde durch die Türkis/Grüne Regierung, dass allen geholfen werde „koste es was es wolle“. Vielmehr trifft zu, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter, sowie die Volksmassen für die Krise zahlen müssen „koste es was es wolle“! Nicht nur, das bis Anfang Juni kaum etwas der versprochenen Hilfsgelder ausbezahlt wurde, hieß es von Seiten der Ministerin Aschbacher, die Familien seien selber schuld (!), da die Anträge nicht ordnungsgemäß ausgefüllt waren. Dass ihnen aber geholfen wurde, entpuppte sich bei nähere Betrachtung als plumpe Lüge – kaum jemand wurde verständigt und noch viel weniger bekamen beim Ministerium eine Auskunft. Nicht verwunderlich, sind es laut AK, doch gerade mal 10 Personen (!!) die für die Abarbeitung der Anträge zuständig sind, eine Abteilung die ohne Pandemie in einem ganzen Jahr etwa 300 Anträge bearbeitet!

Eine Aktivistin, welche die Solidarität im Viertel mitorganisiert sagt dazu: „Von den Herrschenden haben wir uns nichts zu erwarten, außer einer zunehmenden Verschlechterung für immer breitere Teile des Volkes. Daher begannen wir schon im April damit die Solidarität in der Nachbarschaft zu organisieren. Das wird auch bestimmt nicht weniger wichtig, denn wie sich zeigt werden die Lasten der Krisen brutal auf die Volksmassen abgewälzt! Wir unterstützen uns gegenseitig mit Spielsachen, Kinderkleidung, Schulsachen, Bücher usw. Das muss noch weiter entwickelt werden, denn es geht darum die Solidarität zu stärken, was die gegenseitige Hilfe betrifft, sowie den Protest und Kampf auf der Straße und im Betrieb. Denn es muss heißen: Die Kapitalisten sollen für die Krise zahlen: Koste es was es wolle!“

Sarah

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